Zehn Prozent mehr Lohn erhöht Zufriedenheit nur um ein Prozent

Mehr Lohn mache glücklicher, stellt eine Studie der Job-Plattform Glassdoor fest. Doch gleichzeitig gibt es weitere Faktoren, die stärker ins Gewicht fallen. Daraus könnten Banker etwas lernen. 

Lohn©Shutterstock

Mit dem Einkommen steigt die Zufriedenheit. Das sei wissenschaftlich belegt, sagen die einen. Zu einem differenzierteren Ergebnis kommt eine Studie des amerikanischen Karriereportals Glassdoor.

Die Job-Forscher wollten nämlich herausfinden, ob mehr Lohn auch tatsächlich glücklicher macht. Fast eine Viertel Million Glassdoor-Benutzer haben darauf geantwortet. Einige davon kommen auf einen jährlichen Verdienst von bis zu 200'000 Dollar.

Und die Forschungsergebnisse legen nahe: Mehr Lohn macht Mitarbeiter zufriedener. Trotzdem ist das Thema nicht ganz so einfach, wie man denkt.

Was 5'000 Franken mehr Lohn ausmacht

Die Autoren weisen in ihrem Papier auf einen entscheidenden Punkt hin: Ein höheres Gehalt mache Mitarbeiter nämlich «bloss ein wenig glücklicher», heisst es.

Nackte Zahlen liefern die Analysten gleich mit: «Rund 10 Prozent mehr Lohn führt zu einer Erhöhung der Zufriedenheit von 1 Prozent.» Also: Wenn Sie bei einem Gehalt von 50’000 Franken einen Sprung von 5’000 machen, sollte Ihre Zufriedenheit theoretisch von 75 auf 76 Prozent steigen – theoretisch.

Eine Frage bleibt allerdings offen: Kann man Glück überhaupt messen? Hier streiten sich Ökonomen und Psychologen schon seit einer halben Ewigkeit. Ganz klar: Glück wird als etwas Subjektives gesehen. Ein Anspruch auf Objektivität ist mit Zweifel verbunden.

Wie steht es um die Work-Life-Balance?

Wenn es um die Zufriedenheit der Mitarbeiter geht, gibt es laut Glassdoor aussagekräftigere Faktoren als das Gehalt. Das dürfte auch für Banker interessant sein. Das sind die Faktoren ihrer Wichtigkeit nach (oberster Faktor am wichtigsten):

  • Culture and Values – (Kultur und Werte der Firma)
  • Career Opportunities – (Karrieremöglichkeiten)
  • Senior Leadership – (Führungsverhalten der Vorgesetzten)
  • Work-life Balance – (Work-Life-Balance)
  • Compensation and Benefits – (Vergütung und Zusatzleistungen)
  • Business Outlook – (Geschäftsaussichten)

Was sagen andere Studien?

Zu einem ähnlichen Resultat sind auch andere Studien gekommen. Diese zeigen meist, dass Glück nicht allein durch das Pro-Kopf-Bruttoinlandprodukt bestimmt wird. Viele Publikationen belegen ausserdem, dass ab einem bestimmten Einkommen mehr Geld nicht unbedingt zu mehr Glück führt.

Das heisst aber nicht, dass Geld keine Rolle spielt. Zweifellos dürfte der Zusammenhang zwischen Einkommen und Glück in der Fachwelt weiter heftigst debattiert werden. 

Wie beurteilen Sie das, liebe Leserinnen und Leser?

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