Vermögensstrukturierung mit liechtensteinischen Fonds

Mit zunehmendem Vermögen steigen auch die Anforderungen an dessen Organisation. Unternehmer, vermögende Privatpersonen und Family Offices arbeiten häufig mit mehreren Vermögensverwaltern, Banken und Spezialberatern zusammen.

Die Vermögenswerte liegen auf unterschiedlichen Depots, die Berichterstattung erfolgt in verschiedenen Formaten und nach unterschiedlichen Bewertungsmethoden. Dadurch wird die konsolidierte Steuerung des Gesamtvermögens zunehmend anspruchsvoll.

Steigende Anforderungen an Governance

Neben der wachsenden Komplexität verschärfen regulatorische Vorgaben die Anforderungen an Dokumentation, Transparenz und Risikomanagement. Gleichzeitig wächst der Wunsch nach einer klaren Governance-Struktur, welche Verantwortlichkeiten definiert, Risiken transparent macht und eine gesamtheitliche Steuerung des Vermögens ermöglicht. Der administrative Aufwand nimmt entsprechend zu.

Der Fonds als organisatorische Plattform

Ein liechtensteinischer Investmentfonds bietet die Möglichkeit, unterschiedliche Vermögenswerte und Anlagestrategien in einer zentralen Struktur zusammenzuführen. Mehrere Vermögensverwalter können parallel mandatiert werden, während die Gesamtübersicht erhalten bleibt. Die Vermögensallokation, Risikosteuerung und Erfolgskontrolle erfolgen konsolidiert und nach einheitlichen Standards, ohne auf die Vorteile spezialisierter Vermögensverwalter verzichten zu müssen.

Professionelle Administration schafft Entlastung

Ein wesentlicher Mehrwert liegt in der professionellen Fondsadministration. Die Bewertung der Vermögenswerte sowie die Performancemessung erfolgen nach anerkannten Standards. Reporting, Buchhaltung und weitere administrative Aufgaben werden zentral erbracht. Für Investoren entsteht dadurch ein konsolidiertes Reporting, das eine fundierte Entscheidungsgrundlage bietet und gleichzeitig den internen Verwaltungsaufwand deutlich reduziert.

Darüber hinaus unterliegt der Fonds der Aufsicht der Finanzmarktaufsicht Liechtenstein und wird durch unabhängige Wirtschaftsprüfer geprüft. Dies schafft zusätzliche Sicherheit sowie eine hohe Qualität der Governance.

Steuerliche und wirtschaftliche Vorteile

Neben organisatorischen Vorteilen bietet die Fondsstruktur auch wirtschaftliche Effizienz. Sie ist international als Anlagevehikel anerkannt, und Quellensteuerrückforderungen können zentral abgewickelt werden.

Für juristische Personen ergibt sich ein weiterer wesentlicher Vorteil: Der Fonds stellt eine einzelne Position in der Bilanz der juristischen Person dar. Dadurch reduziert sich der buchhalterische Aufwand erheblich, da die einzelnen im Fonds gehaltenen Anlagen nicht separat in der Bilanz erfasst und laufend verbucht werden müssen.

Auch bei der Steuerdeklaration kann die Fondsstruktur zu einer Vereinfachung beitragen. Die steuerlich relevanten Angaben können grundsätzlich gebündelt auf Ebene der Fondsstruktur aufbereitet werden, wodurch sich der administrative Aufwand für die juristische Person reduziert.

Zusätzlich fallen die Kosten der Fondsadministration grundsätzlich auf Ebene des Fonds an und belasten damit nicht unmittelbar die eigene Erfolgsrechnung der investierenden juristischen Person.

Darüber hinaus lassen sich Ausschüttungszeitpunkte und Ausschüttungshöhen flexibel innerhalb der Fondsstruktur gestalten.

Skaleneffekte erhöhen die Effizienz

Die Bündelung von Vermögenswerten eröffnet zusätzliche wirtschaftliche Vorteile. Grössere Anlagevolumina ermöglichen häufig bessere Konditionen bei Depotbanken und Dienstleistern sowie günstigere Ausführungskonditionen bei Wertpapiertransaktionen, beispielsweise über Block Trades. Ergänzend können Mehrwertleistungen wie Wertpapierleihe genutzt werden. Eine transparente Gebührenstruktur erleichtert zudem die Kontrolle sämtlicher Kosten.

Effizient, flexibel und übersichtlich

Liechtensteinische Investmentfonds entwickeln sich zunehmend von einem reinen Anlageinstrument zu einer Plattform für die professionelle Vermögensorganisation.

Sie verbinden regulatorische Sicherheit, zentrale Steuerung und standardisierte Administration mit hoher Flexibilität. Gerade für komplexe Vermögensstrukturen mit mehreren Vermögensverwaltern schaffen sie Transparenz, reduzieren den administrativen Aufwand und ermöglichen eine effiziente Governance des Gesamtvermögens.

Für Investoren stellen sie damit eine interessante Alternative dar, wenn Vermögen langfristig strukturiert, professionell überwacht und generationenübergreifend organisiert werden soll.


David Gamper ist seit 2014 Geschäftsführer des LAFV Liechtensteinischer Anlagefondsverband und seit 2020 Mitglied des Stiftungsrates der Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungs-Stiftung SV Liechtenstein. Vor seiner Tätigkeit beim LAFV arbeitete er als Vermögensberater und -verwalter und später in Führungspositionen in Österreich, Italien und Liechtenstein.