Agribusiness: Der Sektor, der die Welt ernährt

Von Philipp Schlegel, VanEck


Als Teheran die Strasse von Hormus als Vergeltung für die Angriffe der USA und Israels auf den Iran vom 28. Februar schloss, richtete sich die Aufmerksamkeit der Welt vor allem auf die stark steigenden Energiepreise.

Ebenso gravierend waren jedoch die Folgen für die Düngemittelversorgung: Die Meerenge ist der wichtigste Seeweg für Düngemittelexporte aus dem Nahen Osten.

Der Düngemittelpreisindex der Weltbankgruppe stieg in den ersten drei Monaten des Jahres 2026 um mehr als 12 Prozent. Im April erreichte er seinen höchsten Stand seit Oktober 2022, getrieben vor allem durch Exportausfälle.

Die möglichen Folgewirkungen knapper Lieferungen und höherer Preise haben nicht nur gezeigt, wie anfällig die globalen Lebensmittellieferketten sind. Sie haben auch eine tiefer liegende strukturelle Wahrheit offengelegt: Die Landwirtschaft muss weltweit auf derselben Fläche immer mehr Nahrungsmittel erzeugen, und dafür braucht sie Innovation entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Düngemittel im Zentrum der Lieferkette

Die weltweite landwirtschaftliche Nutzfläche stagniert seit rund zwei Jahrzehnten praktisch. Nahezu der gesamte zusätzliche Nahrungsmittelbedarf muss daher durch eine höhere Produktivität auf bereits bewirtschafteten Flächen gedeckt werden.

Der Düngemitteleinsatz je Hektar Ackerland ist seit den 1960er-Jahren auf etwa das 3,5-Fache gestiegen, wie Daten der Weltbank zeigen. Diese wachsende Abhängigkeit macht Düngemittelpreise und Lieferunterbrechungen für die globale Agrarwirtschaft besonders folgenreich.

vaneck agribusiness infografik1
Düngemitteleinsatz in Kilogramm pro Hektar Ackerland. Quelle: Weltbank, World Development Indicators, abgerufen am 4. September 2026 (Grafik: VanEck)

Nadelöhr Hormus

Fast ein Drittel des weltweiten Seehandels mit Düngemitteln passiert normalerweise die Strasse von Hormus. Die Schliessung im Jahr 2026 traf den Markt entsprechend hart: Harnstoff aus dem Nahen Osten kostete zeitweise mehr als 900 US-Dollar pro Tonne, bevor der Preis auf rund 400 US-Dollar zurückging.

DAP (Diammoniumphosphat) blieb dagegen mit etwa 790 US-Dollar auf hohem Niveau, bedingt durch höhere Schwefelkosten und geringere Exporte aus China.

Höhere Preise sind nicht gleich höhere Margen

Höhere Preise bedeuten allerdings nicht automatisch höhere Margen für die Hersteller. Diese sind weiterhin abhängig von den Erdgaskosten, der Logistik und davon, inwieweit Landwirte Preiserhöhungen verkraften können.

Was sich jedoch ändert, ist der Anreiz, jedes Kilogramm Dünger effizienter einzusetzen. Das eröffnet Chancen für eine neue Generation agronomischer Lösungen.

vaneck agribusiness infografik2
Quelle: Bloomberg, Stand 7. September 2026. Verwendete Bloomberg-Ticker (PX_LAST): World Bank Fertilizer Price Index (WRCOFERT), Harnstoff granuliert, Naher Osten (GCFPURMG) und DAP (WBCODAP). Hersteller: tägliche Schlusskurse der Aktien von K+S, Nutrien und Mosaic. Alle sechs Zeitreihen sind auf 1. Januar 2020 = 100 indexiert und auf Basis von Handelstagen dargestellt. (Grafik: VanEck)

Ein grosser, vielfältiger und wachsender Sektor

Agribusiness ist kein einheitlicher Sektor. Unter diesen Begriff fallen ein Sojahändler in Brasilien, ein Hersteller von Tierimpfstoffen in den USA, ein europäischer Traktorenbauer und ein Düngemittelproduzent am Golf.

Gemeinsam ist ihnen, dass jeder von ihnen an einer bestimmten Stelle der Wertschöpfungskette steht, die Land, Saatgut und Chemie in Nahrungsmittel verwandelt, und dass jeder anders reagiert, wenn ein Schock das System trifft.

Ein Markt von 3,4 Billionen US-Dollar

Das Marktforschungsunternehmen IMARC Group beziffert den globalen Agribusiness-Markt für 2024 auf 3,4 Billionen US-Dollar; bis 2033 soll er auf 4,4 Billionen US-Dollar wachsen. Damit zählt er zu den grössten Branchen der Realwirtschaft.

Der Sektor wächst eher stetig als spektakulär, und das Wachstum verteilt sich ungleichmässig auf die einzelnen Segmente: Saatgut und Pflanzenschutz, Präzisionsmaschinen, Getreidelagerung und -handel, Tiergesundheit sowie Lebensmitteldistribution.

Jedes Segment folgt eigenen Treibern. Das macht das Agribusiness insgesamt widerstandsfähiger gegenüber branchenspezifischen Schocks.

Die Nachfrage wächst, die Fläche nicht

Nach den jüngsten Schätzungen der Vereinten Nationen wird die Weltbevölkerung in den nächsten rund 60 Jahren um etwa ein Viertel wachsen, von 8,2 Milliarden im Jahr 2024 auf 10,3 Milliarden Mitte der 2080er-Jahre.

Indien und Südostasien treiben dieses Wachstum an. Ihre jungen Bevölkerungen bevorzugen zunehmend kalorienreichere tierische Produkte, was den Druck auf die landwirtschaftliche Produktion zusätzlich erhöht.

Die landwirtschaftliche Nutzfläche ist dagegen seit Beginn dieses Jahrhunderts im Wesentlichen unverändert. Natürliche Nahrungsquellen schrumpfen: Aquakulturen haben den Fischfang als wichtigste Quelle für Fisch und Meeresfrüchte bereits überholt.

Daraus ergibt sich eine einfache, aber folgenreiche Gleichung: stetig steigende Nachfrage bei physisch begrenzter Fläche. Jede Lücke muss durch Innovation geschlossen werden.

Präzisionslandwirtschaft: das am schnellsten wachsende Segment

Der am schnellsten wachsende Bereich des Agribusiness ist die Präzisionslandwirtschaft. Das Marktforschungsinstitut Precedence Research schätzt die jährliche Wachstumsrate zwischen 2026 und 2035 auf 13 Prozent.

Um auf weniger Fläche mehr Nahrungsmittel zu erzeugen, überwachen Landwirte Pflanzengesundheit, Bodenbeschaffenheit und Wetter mithilfe von Daten und künstlicher Intelligenz. Zudem beginnen sie, satellitengesteuerte Maschinen einzusetzen, die rund um die Uhr säen, bewässern und ernten.

Teurer Dünger verlangt Präzision

Wenn Düngemittel teurer werden, muss jede Ausbringung präziser erfolgen. Anbieter von Bodensensoren, Systemen zur teilflächenspezifischen Ausbringung und drohnengestützter Bestandsanalyse spüren genau diese Verschiebung der Nachfrage.

Reibungslos wird der Wandel nicht verlaufen: Höhere Betriebsmittelkosten schmälern die landwirtschaftlichen Einkommen, aus denen neue Investitionen finanziert werden, und neue Technologien werden nach wie vor vor allem von grösseren Betrieben eingesetzt. Die Richtung ist jedoch klar.

Ein langfristiges strukturelles Thema

Ein weltweit wachsender Nahrungsmittelbedarf, begrenzte landwirtschaftliche Flächen und ein geringer Technologisierungsgrad: Zusammen ergeben diese drei Faktoren eine dauerhafte Nachfrage bei gleichzeitig physischer Begrenzung, mit viel Spielraum für Effizienzgewinne.

Es handelt sich nicht um eine zyklische Entwicklung, die an Rohstoffpreise gekoppelt ist, sondern um den strukturellen Wandel eines Sektors, der jahrzehntelang wenig Innovation erlebt hat und nun gleich von mehreren Seiten unter Druck gerät.

Für Anleger, die sich mit einem diversifizierten Ansatz in diesem Thema positionieren möchten, bietet ein Zugang zur gesamten globalen Agrar-Wertschöpfungskette – von Düngemitteln über Landmaschinen bis hin zu Saatgut und Tiergesundheit – die Möglichkeit, an diesem Wandel teilzuhaben, ohne sich auf ein einzelnes Glied der Kette zu konzentrieren.

Zugang für Investoren: VanEck Agribusiness UCITS ETF (MOO)

Der seit dem 9. September 2026 börsennotierte VanEck Agribusiness UCITS ETF (MOO) bietet Zugang zu führenden globalen Unternehmen, die Produkte, Technologien und Dienstleistungen für die landwirtschaftliche Wertschöpfungskette bereitstellen.

Dazu zählen Unternehmen aus den Bereichen Düngemittel und Agrarchemie, Saatgut, Landmaschinen, Tiergesundheit, Lebensmittelproduktion und Agrarhandel. Zu den grössten Positionen im Portfolio gehören derzeit unter anderem CF Industries, Dyno Nobel, Deere, Corteva, Nutrien, Archer-Daniels-Midland und Zoetis.

Der VanEck Agribusiness UCITS ETF bildet den MarketVector™ Global Agribusiness Index ab, der von der MarketVector Indexes GmbH verwaltet und von der Solactive AG berechnet wird. Er richtet sich an Anleger, die gezielt in die Sektoren investieren möchten, die das globale Ernährungssystem beliefern, ausstatten und unterstützen.

Anleger sollten beachten, dass der Fonds Liquiditätsrisiken, Branchen- bzw. Sektorkonzentrationsrisiken sowie Währungsrisiken unterliegt, die sich negativ auf die Wertentwicklung oder auf die Möglichkeit auswirken können, zu vorteilhaften Kursen zu handeln.


Philipp Schlegel

Philipp Schlegel ist Managing Director und Co-Head of Sales EMEA bei VanEck. In dieser Funktion verantwortet er das Marktwachstum sowie die Geschäftsentwicklung in Europa, einschliesslich der Schweiz. Bei Fragen können Sie sein Team unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. kontaktieren.


WICHTIGE INFORMATIONEN

Dies ist eine Marketingmitteilung.

Diese Informationen stammen von der VanEck Switzerland AG, die von der Verwaltungsgesellschaft, der VanEck Asset Management B.V., zum Vertriebspartner für VanEck-Produkte in der Schweiz ernannt wurde. («ManCo»), die nach niederländischem Recht gegründet und bei der niederländischen Finanzmarktaufsicht (AFM) registriert ist. Der eingetragene Sitz der VanEck Switzerland AG befindet sich in der Genferstrasse 21, 8002 Zürich, Schweiz. Der Vertreter in der Schweiz ist die Zeidler Regulatory Services (Schweiz) AG, Stadthausstrasse 14, CH-8400 Winterthur, Schweiz. Zahlstelle in der Schweiz: Helvetische Bank AG, Seefeldstrasse 215, CH-8008 Zürich.

Dieses Material ist nur zur allgemeinen und vorläufigen Information gedacht und stellt keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Die VanEck Switzerland AG und ihre verbundenen Unternehmen (zusammen «VanEck») übernehmen keine Haftung für Investitions-, Veräusserungs- oder Halteentscheidungen, die auf der Grundlage dieser Informationen getroffen werden. Alle relevanten Unterlagen müssen zuerst konsultiert werden.

Die zum Ausdruck gebrachten Ansichten und Meinungen sind die des Autors bzw. der Autoren, aber nicht notwendigerweise die von VanEck. Die Meinungen sind zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell und können sich mit den Marktbedingungen ändern. Die von Dritten bereitgestellten Informationen werden als zuverlässig erachtet, wurden jedoch nicht von unabhängiger Seite auf ihre Richtigkeit oder Vollständigkeit überprüft und können nicht garantiert werden.

Bitte lesen Sie den Prospekt – in englischer Sprache – und das KID – in der jeweiligen Landessprache –, bevor Sie eine endgültige Anlageentscheidung treffen und um sich umfassend über die Risiken zu informieren. Diese Dokumente sind kostenlos erhältlich unter www.vaneck.com, bei der ManCo oder bei dem ernannten Facility Agent.

Der VanEck Agribusiness UCITS ETF (der «ETF») ist ein Teilfonds von VanEck UCITS ETFs plc, einer bei der irischen Zentralbank registrierten OGAW-Dachfondsgesellschaft, die passiv verwaltet wird und einen Aktienindex abbildet.

Der Wert des ETFs kann aufgrund der Anlagestrategie erheblich schwanken. Der indikative Nettoinventarwert (iNAV) des ETFs ist auf Bloomberg verfügbar. Die Bestände des ETF werden an jedem Handelstag auf www.vaneck.com im Abschnitt «ETF-Bestände» und gemäss PCF im «ETF-Dokumente» angezeigt. Ausserdem werden sie über einen oder mehrere Marktdatenanbieter veröffentlicht. Einzelheiten zu den geregelten Märkten, an denen der ETF notiert ist, finden Sie im Abschnitt Handelsinformationen auf der ETF-Seite unter www.vaneck.com. Anleger müssen OGAW-Anteile auf dem Sekundärmarkt über einen Intermediär (z. B. einen Broker) kaufen und verkaufen und können sie in der Regel nicht direkt an den OGAW zurückverkaufen. Es können Maklergebühren anfallen. Der Ankaufspreis kann über dem aktuellen Nettoinventarwert liegen und der Verkaufspreis kann unter dem aktuellen Nettoinventarwert liegen. Eine Investition in den ETF sollte als Erwerb von Anteilen des ETF und nicht der zugrunde liegenden Vermögenswerte verstanden werden. Die steuerliche Behandlung hängt von den persönlichen Umständen des jeweiligen Anlegers ab und kann im Laufe der Zeit variieren. Die ManCo kann die Vermarktung des ETFs in einer oder mehreren Jurisdiktionen einstellen. Die Zusammenfassung der Anlegerrechte ist auf Englisch verfügbar unter: summary-of-investor-rights.pdf.

Der MarketVector™ Global Agribusiness Index ist das ausschliessliche Eigentum der MarketVector Indexes GmbH (einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft der Van Eck Associates Corporation), die mit der Führung und Berechnung des Index die Solactive AG beauftragt hat. Die Solactive AG verwendet grösstmögliche Sorgfalt darauf, die korrekte Berechnung des Index sicherzustellen. Ungeachtet ihrer Verpflichtungen gegenüber der MarketVector Indexes GmbH («MarketVector») ist die Solactive AG nicht verpflichtet, Dritte auf Fehler im Index aufmerksam zu machen. Der VanEck Agribusiness UCITS ETF wird nicht von MarketVector unterstützt, empfohlen, verkauft oder beworben, und MarketVector gibt keine Zusicherung bezüglich der Ratsamkeit einer Anlage in dem Fonds. Es ist nicht möglich, direkt in einen Index zu investieren.

Anlagen sind mit Risiken verbunden, die auch einen möglichen Verlust des eingesetzten Kapitals einschliessen können. Bei unklaren Fachbegriffen siehe ETF-Glossar | VanEck.

Ohne ausdrückliche schriftliche Genehmigung von VanEck ist es nicht gestattet, Inhalte dieser Publikation in jedweder Form zu vervielfältigen oder in einer anderen Publikation auf sie zu verweisen.

© VanEck Switzerland AG