Valser: Vom Berg an die Spitzentafel
Bei Wein und Champagner sprechen wir selbstverständlich über Herkunft, Serviertemperatur, Glaswahl, Jahrgang und darüber, was im Zusammenspiel mit einem Gericht passiert. Beim Wasser fällt die Entscheidung im Restaurant häufig deutlich schneller: still oder prickelnd. Dabei begleitet es ein Menü vom ersten bis zum letzten Gang und übernimmt eine sensorische Aufgabe, die erstaunlich selten thematisiert wird.
Genau hier setzt Valser an. Die Schweizer Mineralwassermarke möchte im Fine Dining stärker erklären, wie die Wahl des richtigen Wassers ausfällt. Für Constance Courtois-Delanoë, Marketing Director Switzerland bei The Coca-Cola Company, gehört das eng zur Entwicklung der Schweizer Gastronomie. Gäste interessierten sich stärker für den Ursprung von Produkten: woher sie kommen, wer hinter ihnen steht und welche Geschichte damit verbunden ist. Im Fine Dining komme die Suche nach Qualität, Handwerk, Konstanz und Aufmerksamkeit für Details hinzu.
«Die Schweizer Herkunft ist für Valser zentral», sagt Courtois-Delanoë. Dazu kommen für sie Qualität und Verlässlichkeit über Jahre hinweg. Die Marke sieht darin eine natürliche Verbindung zur Schweizer Gastronomie, die Terroir und Geschichte mit Innovation und Weiterentwicklung zusammenbringt.

Constance Courtois-Delanoë, Marketing Director Switzerland bei The Coca-Cola Company. (Bild: Peter Klaus)
Vom Wasser auf dem Tisch zur bewussten Wahl
Valser ist in der Schweizer Gastronomie seit Jahrzehnten präsent. Die Marke führte ihr Wasser bereits 1983 gezielt in gastronomischen Betrieben ein. Coca-Cola, die seit 2002 die Valser Mineralquellen besitzt, spricht heute von einem noch stärkeren Fokus auf Restaurants und bezeichnet Valser als eines der führenden Mineralwasser in der Schweizer Gastronomie.
Die Sparte Fine Dining bietet dabei etwas, das im Retail kaum möglich ist: Zeit. Der Abend beginnt mit dem Empfang, geht über Beratung, Menü und Wein und entwickelt sich über mehrere Stunden. In dieses Erlebnis soll sich für Courtois-Delanoë auch Valser einfügen.
«Unser Ziel ist, dass man nicht einfach ein Wasser bestellt, das das Essen begleitet. Das Wasser soll Teil der Geschichte sein, die das Restaurant erzählt.»
Das klingt zunächst nach Markenkommunikation, hat aber auch eine sensorische Seite. Wasser reinigt den Mund zwischen den Gängen und gibt dem nächsten Geschmack Raum. Courtois-Delanoë verweist besonders auf die Neutralität des stillen Valser Wassers, die in solchen Momenten geschätzt werde. Für Wein und Champagner gehört diese Art der Auseinandersetzung längst zum Alltag. Beim Wasser steht sie vielerorts noch am Anfang.
Genau deshalb spricht sie von einem Bildungsprozess, der Zeit brauche. Die Marke könne diese Aufgabe nicht allein übernehmen. Köche, Sommeliers und Menschen mit sensorischem Fachwissen seien gefragt, denn sie können erklären, warum die Wahl auf ein bestimmtes Wasser fällt.
Die Flasche allein reicht nicht
Das überarbeitete Valser-Design ist nur ein Teil der Strategie. Coca-Cola hat den Markenauftritt 2026 bewusst minimalistischer und moderner gestaltet und gleichzeitig angekündigt, die Gastronomie noch stärker ins Zentrum zu rücken. Die charakteristische Flaschenform mit dem Bergpanorama von Vals blieb erhalten.
Für Courtois-Delanoë reicht die Flasche allein trotzdem nicht aus. «Wenn man sich nur auf die Flasche auf dem Tisch konzentriert, verliert sich irgendwann die Geschichte, und man vergisst, warum genau diese Flasche dort steht.» Sie spricht deshalb von einem Ökosystem aus Markenauftritt, Medien, Partnerschaften, Köchen und gastronomischen Plattformen.

Ökosystem aus Markenauftritt, Medien, Partnerschaften, Köchen und gastronomischen Plattformen. (Bild: Peter Klaus)
Genau hier bekommen Persönlichkeiten wie Mitja Birlo und Marco Piatti eine andere Funktion als klassische Testimonials. Valser führt beide aktuell in seiner Chef-Kommunikation (Beide wurden bereits bei finews vorgestellt) und stellt sie als Teil der gastronomischen Markenwelt vor.
Courtois-Delanoë beschreibt die Auswahl sehr klar: «Für uns sind die Werte entscheidend. Herkunft, Qualität und Aufmerksamkeit für Details.» Der beste Ambassador sei ein Koch, der selbst davon überzeugt ist, seinen Gästen dieses Wasser auf den Tisch stellen zu wollen.
Das ist ein interessanter Punkt, weil er über klassische Sponsoringlogik hinausgeht. Im Restaurant funktioniert eine Partnerschaft dann am besten, wenn der Koch die Entscheidung selbst begründen kann. Genau dort wird aus Präsenz Glaubwürdigkeit.
St. Moritz zeigt, wie weit diese Idee gehen kann
Das St. Moritz Gourmet Festival war dafür eine besondere Plattform. Seit mehr als drei Jahrzehnten steht das Festival für gehobene Gastronomie im Oberengadin und wurde 2026 erstmals in den Sommer verlegt.
Valser nutzte das Umfeld für eine Inszenierung, die weit über eine Flasche auf dem Tisch hinausging. Gäste und Journalisten wurden in einem historischen Schweizer Zug durch die Berglandschaft gefahren. Dabei ging es um Herkunft, Landschaft und darum, verständlich zu machen, woher das Wasser stammt. Courtois-Delanoë formuliert ein schönes Bild: «Manchmal sage ich, unsere Fabrik sind die Berge.»
Danach folgte ein kulinarisches Pairing mit Mitja Birlo, 2* The Counter, Zürich, Florentina Birlo, Top-Sommelière, Weinbegleitung und Valser. Die Idee war, Küche, Wein, Wasser und Herkunft in einem Erlebnis zusammenzubringen. Für Courtois-Delanoë war das «eine aussergewöhnliche Erfahrung», die den Teilnehmern auf eine besondere Art eine Auszeit vom Alltag ermöglichen sollte.
Das Feedback habe die strategische Richtung bestätigt. «Der Brand Fit ist da, die Positionierung stimmt, und wir müssen weiter in diese Richtung investieren.» Valser will deshalb die Zusammenarbeit in der gehobenen Gastronomie, mit prägenden Köchen und mit Plattformen wie St. Moritz weiterentwickeln.
Courtois-Delanoë formuliert das Ziel sehr klar: Valser soll sich im Premiumsegment weiter profilieren und über gastronomische Erlebnisse zeigen, welche Rolle Wasser an einem gedeckten Tisch spielen kann.
Schweizer Herkunft ist stark – aber sie reicht nicht
Das Gespräch bekommt einen interessanten Twist, als Courtois-Delanoë die eigene Herkunftsgeschichte relativiert. Vals ist für die Marke zweifellos zentral. Der Ort, die Berge und die Schweizer Herkunft bieten einen starken Ausgangspunkt. Doch sie sagt ebenso klar: «Nur eine Schweizer Wassermarke zu sein, reicht nicht.»
Die eigentliche Aufgabe bestehe darin, Geschichte und Herkunft mit heutiger Relevanz zu verbinden. Wie schafft es eine etablierte Marke, auch für eine jüngere Generation Teil des Alltags zu werden? Ihr Bild dafür ist angenehm konkret: Man lädt Freunde oder Kollegen zum Essen ein, kocht etwas Gutes, serviert einen schönen Wein und möchte ebenso selbstverständlich stolz auf das Wasser sein, das danebensteht.
Genau darin steckt mehr als Fine Dining. Die Spitzengastronomie kann ein Ort sein, an dem Menschen beginnen, Wasser anders wahrzunehmen. Was dort erklärt und erlebt wird, landet später vielleicht am eigenen Esstisch.
Wenn weniger Alkohol dem Wasser mehr Raum gibt
Zum Ende des Gesprächs öffnet sich noch eine weitere Perspektive, die für Valser interessant werden könnte. Die Art, wie Menschen heute trinken, verändert sich. Ein oder zwei gute Gläser Wein oder Champagner gehören weiterhin zu einem besonderen Abend, gleichzeitig wird bewusster darüber nachgedacht, wie viel Alkohol über mehrere Stunden konsumiert wird.

Wasser als Teil des Essenserlebnisses. (Bild: Peter Klaus)
Courtois-Delanoë beobachtet genau diesen Wunsch nach Balance. «Man gönnt sich ein oder zwei Gläser und fragt sich danach, wie man den Konsum moderiert.» Wasser spiele dann aus zwei Gründen eine wichtige Rolle: Es ist alkohol- und kalorienfrei, bleibt aber Teil des Essenserlebnisses. Beide Entwicklungen seien für Konsumenten derzeit relevant.
Das gibt der Fine-Dining-Strategie von Valser eine zusätzliche Aktualität. Wasser muss weder Wein noch Champagner ersetzen. Es bekommt seinen eigenen Platz im Ablauf eines Abends, gerade wenn Genuss weniger über Menge und stärker über bewusste Auswahl definiert wird.
Valser bringt dafür vieles mit: Schweizer Herkunft, jahrzehntelange Präsenz in der Gastronomie, ein erneuertes Erscheinungsbild und inzwischen eine ganze Reihe von Köchen, die die Marke in ihrer eigenen kulinarischen Welt einordnen. Die spannende Frage ist jetzt, ob es gelingt, aus einem Produkt, das auf vielen Tischen längst selbstverständlich steht, eines zu machen, über dessen Auswahl Gäste ebenso bewusst nachdenken wie über das Glas daneben.














