Klaus Wellershoff gründet mit ETH-Studenten KI-Startup

Klaus Wellershoff, Gründer und CEO von Wellershoff & Partners, will es nochmals wissen. Er hat Mitte Oktober zusammen mit den ETH-Informatikstudenten Ryan Fuchs und Boris Kantor die Turiq AG mit Sitz in Zürich gegründet, ein KI-Startup, mit dem Wellershoff gemäss Medienmitteilung vom Donnerstag «die Investmentkommunikation revolutionieren will».

Die von den beiden Informatikstudenten zusammen mit Wellershoff & Partners entwickelte KI-Plattform soll Finanzinstitute bei Marktanalyse, Vorbereitung von Anlageentscheiden und Investmentkommunikation unterstützt. Die Plattform, für die bereits die ersten externen Kunden gewonnen werden konnten, wird nun ein Jahr lang im Arbeitsalltag von Wellershoff & Partners erprobt.

Ursprung in St. Galler Hackathon

Danach soll die Weiterentwicklung unter dem Dach von Turiq erfolgen. Fuchs ist als deren CEO für die Unternehmens- und Produktentwicklung, Kantor als CTO für die Technologie verantwortlich.

Interessant ist der Ursprung des Startup bzw. ETH-Spinoff. Im September 2025 entwickelten vier ETH-Informatikstudenten am Hackathon im Rahmen der Swiss AI Weeks in St. Gallen innerhalb von 36 Stunden einen Prototyp zur Erkennung marktrelevanter Nachrichten, als Antwort auf eine von Wellershoff & Partners gestellte Aufgabe. Daraus entstand die heutige Plattform.

Effizientere Abläufe, stärkere Kundenbindung

Gemäss der Mitteilung verbindet Turiq externe Marktinformationen mit internen Analysen und Portfoliodaten. Die Plattform soll CIO-Offices und Investmentteams helfen, relevante Entwicklungen frühzeitig zu erkennen, mögliche Auswirkungen auf Portfolios zu analysieren und Anlageentscheide effizienter vorzubereiten. Die Einschätzungen können auch individuell für Kundenberater und Endkunden aufbereitet werden

Turiq unterstütze den gesamten Informationsprozess von der Marktbeobachtung bis zur Kundenkommunikation und schaffe damit für Finanzinstitute die Voraussetzungen für effizientere Abläufe, einen verbesserten internen Informationsfluss, höhere Beratungsqualität und somit stärkere Kundenbindung.

Offene Architektur, keine Kundendaten fürs Training

Die KI-Plattform, die nicht auf ein bestimmtes KI-Modell festgelegt ist, entwickelt ihre Anwendungen in enger Zusammenarbeit mit den Finanzinstituten. «Die fachliche Steuerung der KI-Plattform liegt bei den Anwendern. Sie bestimmen die Informationsquellen, legen Kriterien für die Einordnung fest und entscheiden über die Freigabe der Ergebnisse.» Die Verantwortung für Anlageentscheide und Kundenkommunikation bleibe bei den zuständigen Fachpersonen. Kundendaten würden nicht für das Training der KI-Modelle verwendet.

Turiq-Mitgründer Wellershoff erklärt: «Unser Anspruch ist es, ein Operating System für das Anlagegeschäft zu schaffen, das die Investmentkommunikation grundlegend verändert. Die Plattform soll Finanzinstituten ermöglichen, ihre eigene Expertise gezielter einzusetzen, Informationen effizienter zu verarbeiten und ihre Kunden besser zu betreuen.»