Evelyne Pflugi: «Unser Research ist unglaublich interessant»
In der Rubrik Backstage geben interessante Persönlichkeiten aus der Finanzwirtschaft und darüber hinaus jeden Mittwoch Einblicke in ihre ganz persönlichen Vorlieben.
Frau Pflugi, was tun Sie morgens als Erstes?
Zähne putzen, dann Rückentraining.
Was ist das Beste an Ihrem Beruf?
Dass man kontinuierlich dazu lernt und sich daraus ständig weitere Fragen ergeben. Wenn man neugierig ist, ist das ein geniales Gefühl.
Ein Moment, der Ihr Leben veränderte?
Im August 2007 mit 25 Jahren allein in Los Angeles anzukommen und einzuleben. Nach meinem Ingenieurstudium erfuhr ich einen dreifachen Kulturschock: Ich war in einer fremden Branche bei Capital Group voll in die Finanzkrise geraten - und das bei magerem Trainee-Lohn, langen Arbeitszeiten und dauerhaft knallhartem Feedback. Das fühlte sich an wie ein Überlebenskampf und war gleichzeitig extrem stimulierend.
Welche Autos besitzen Sie? Welches ist Ihr Liebstes?
Ich nutze in der Schweiz neben ÖV nur Mobility. In LA hatte ich einen Dodge Intrepid mit vielen Kratzern, Dellen und Löchern, den ich für 1000 Dollar kaufte. Für diejenigen, die die Serie kennen: Al Bundy fuhr das gleiche Modell in ‘Eine schrecklich nette Familie’.
Welchen Rat würden Sie Ihrem 20-jährigen Selbst geben?
Alles – vor allem mich selbst – viel weniger ernst zu nehmen.
Worauf sind Sie besonders stolz?
Stolz ist ein komisches Konzept…
Was tun Sie, wenn Sie Zweifel haben?
Ich bespreche sie mit Menschen, denen ich zum gegebenen Thema vertraue und versuche dann, meinen eigenen Weg zu finden.
Was ist Ihr Lieblingswein?
Ich trinke eher Champagner und Campari.
An welchen Projekten arbeiten Sie momentan?
Wir haben gerade die grosse FINMA Lizenz erhalten und beschäftigen uns nun vor allem mit Skalierung.
Was bewundern Sie an anderen Menschen?
Wenn sie mit harter Arbeit noch mehr aus ihren Stärken und das Beste aus ihren Schwächen machen, offen bleiben und ihre Auffassung ändern können. Viele halten sich für geistig flexibel, die wenigsten sind es meiner Erfahrung nach tatsächlich. Diese Fähigkeit zu pflegen ist eine grosse Kunst, mit der ich selbst auch hadere.
Was wäre die grösste Überraschung für jemanden, der Ihren Job einen Tag lang übernehmen müsste?
Wie viele Admin-Arbeiten täglich anfallen und wie unglaublich interessant unser Research ist. Das kann man gar nicht verstehen, wenn man es nicht selbst erlebt.
Welches ist Ihr persönlicher Antrieb?
Ich denke meine Neugier, herauszufinden, wie die Welt funktioniert und wieso es uns gibt.
Wovor fürchten Sie sich?
Mördern. Ich schaue zu viele Krimis.
Ihre Lieblingsuhrenmarke?
Da kenne ich mich zu wenig aus. Mir fallen die alten viereckigen Cartier-Uhren auf, wenn andere sie tragen.
Gibt es einen unerfüllten Traum, den Sie noch verwirklichen möchten?
Die erfolgreiche Aktienanlagestrategie der Singularity Group zur meistgenutzten zu machen, zum Beispiel auch bei der SNB. So wären alle Anleger mit weniger Risiko reicher und zufriedener und könnten mehr Geld in noch wichtigere Angelegenheiten wie Gesundheit, Weltallforschung oder Handtaschen investieren. Eventuell fänden wir dann schneller die Antwort darauf, was nach dem Tod passiert oder wo die Aliens leben.
Ihr bestes Investment?
Zeit, die ich in meine Familie, Freunde und die Singularity Group investiere.
Evelyne Pflugi ist CEO von The Singularity Group (TSG), einem FINMA-regulierten Verwalter von Kollektiven Kapitalanlagen in Zürich. Sie hat TSG 2017 gegründet, um Angewandte Innovation am Aktienmarkt zugänglich zu machen. Ihre Karriere umfasst Capital Research Global Investors (London), The Capital Group (Los Angeles) oder GAM Investment Management (Zürich). Sie hat einen Master in Ingenieurwissenschaften mit Schwerpunkt Lebensmittelwissenschaften, Biochemie & Biotechnologie der ETH Zürich.













