Regiobanken: Hier drückt der Schuh

Sie sorgen sich über die chronisch tiefen Zinsen. Sie zweifeln an Finma und Bankiervereinigung. Überhaupt fühlen sich die Schweizer Regionalbanken allein gelassen in einem schwierigeren Umfeld.

Die Lage ist ernst, aber keineswegs hoffnunglos. So lassen sich die Ergebnisse einer Umfrage zusammenfassen, welche die Initianten von «Schweizeraktien.net» an ihrem Branchentalk «Regionalbanken» vom Donnerstagabend präsentierten. 66 CEO und Geschäftsleiter der Schweizer Regionalbanken sollten an der Umfrage teilnehmen, 35 von ihnen haben es getan.

Ernst ist demnach die Lage nur schon, wenn man sich den Konsolidierungsprozess der vergangenen 25 Jahre vor Augen führt. Von den 204 Regionalbanken und Sparkassen, die es im 1990 gab und die teils über zwei Jahrhunderte alt waren, sind heute noch 66 tätig.

Kaum «hervorragend», aber nicht «sehr schwierig»

Und es werden in zehn Jahren nochmals weniger sein. Dies ist jedenfalls die Meinung von 97 Prozent der Umfrageteilnehmer. Ganz düster wird die momentane Lage aber nicht eingeschätzt. Je 32,4 Prozent empfinden die Situation als «eher schwierig» und «zufriedenstellend»; niemand als «sehr schwierig».Nur 2,9 Prozent empfinden sie als «hervorragend». Es handelt sich dabei um einen Bankenleiter, wie Björn Zern, Gründer von «Schweizeraktien.net» ausführte. Er sehe aufgrund der aktuellen Probleme bei den Grossbanken beste Chancen für sein Institut.

Angesichts der anhaltend tiefen Zinsmarge ist aber die insgesamt düstere Prognose nicht überraschend. Noch vor der Regulierung und steigenden IT-Kosten ist es die dünner gewordene Haupteinnahmequelle, die in den Regionalbanken als grösstes Risiko wahrgenommen wird. Fast zwei Drittel der Chefs gehen davon aus, dass die Zinsen auch in den kommenden drei Jahren auf ihrem tiefen Niveau verharren werden.

Zuerst Kosten sparen, dann nach Kooperationen suchen

Entsprechend wird nach Auswegen gesucht, diese Erlösquelle zu ergänzen: Ihr Heil suchen die Regionalbanken in Kooperationen und in der Diversifikation ihrer Geschäftsfelder, auch in Innovationen. Doch die oberste Maxime lautete in den vergangenen Jahren – und lautet auch weiterhin – Kosteneffizienz.

Schlecht zu sprechen sind die Chefs der Regionalbanken auf die Finma wie auch auf die Schweizerische Bankiervereinigung (SBV) – die Autoren der Umfrage sprechen gar von «erheblichen kognitiven Dissonanzen».

Bankiervereinigung lobbyiert für Regionalbanken zu wenig

Fast 80 Prozent der Teilnehmer geben an, dass die Finma die Belange der Regionalbanken «wenig» verstehe und berücksichtige. Und von ihrer Lobby-Organisation SBV fühlen sich 85 Prozent mangelhaft oder gar ungenügend repräsentiert.

«Schweizeraktien.net» formulierte auf Basis der Umfrageergebnisse einige Thesen:

  • Die Anzahl Regionalbanken wird deutlich sinken. Aus Wettbewerbs- und Kostengründen kommt es zu Fusionen, Übernahmen und neuen Kooperationsmodellen
  • Die tieferen Einnahmen aus dem Zinsgeschäft werden die Regionalbanken mit Innovationen, Diversifikation und Spezialisierung zu kompensieren versuchen. Kreativität wird gefragt sein.
  • Die Digitalisierung der Geschäftsmodelle schreitet voran, was auch eine Einfallsflanke für unkonventiell agierende Marktteilnehmer öffnen könnte. Regionalbanken könnten dadurch signifikante Marktanteile wegbrechen.

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