Commerzbank: Die deutschen Schweizermacher

Während die hiesige Branche spart, baut die deutsche Commerzbank hierzulande nach Kräften aus. Sie will bis Ende Jahr insgesamt 200 Leute beschäftigen. Helfen sollen ihr dabei Schweizer Tugenden.

Die Schweizer Wirtschaft, das sind die KMU. Und die Schweizer Tugenden, das sind Fleiss, Beständigkeit und Solidität.

Ausgerechnet eine Auslandsbank scheint sich diese Klischees verinnerlicht zu haben: Nach einem Neustart im Jahr 2009 setzte die deutsche Commerzbank voll aufs Geschäft mit KMU – und spult seither mit bemerkenswerter Beständigkeit ein Wachstumsziel nach dem anderen ab.

Bis 2017 mit schwarzen Zahlen

Steinkat 2 160In einem Umfeld, wo viele einheimische Banken tendenziell Kosten sparen und Stellen abbauen, fällt die von Country Manager Marc Steinkat (Bild links) geführte Commerzbank Schweiz ganz schön auf. Wie das Institut am Donnerstag berichtete, konnte es das Geschäftsergebnis in den Fokus-Sparten Investmentbanking und Firmenkundengeschäft 2014 verdoppeln.

Die Anzahl Kunden verdoppelte sich ebenfalls von 300 auf 600 Firmen, die Anzahl Mitarbeiter kletterte hierzulande auf 140, verteilt auf sechs regionale Standorte.

Ein Marschhalt ist nicht in Steinkats Sinn. Wie er am Donnerstag vor den Medien ausführte, will die Bank bis Ende 2015 den Personalbestand auf 200 steigern, und die Anzahl betreuter Firmen auf 900. Im Jahr 2017 schliesslich soll die Commerzbank-Tochter dann schwarze Zahlen schreiben.

Ziemlich unsexy

Solche Ziele wollen so gar nicht zur Stimmung im Swiss Banking passen, wo Strukturwandel und Margenschwund derzeit ihre Opfer fordern. Doch wie sich zeigt, ist das Wachstumskonzept der Deutschen auch deshalb bis dato so erfolgreich, weil es so schweizerisch anmutet.

Das fängt bei der Kundschaft an. Die Commerzbank Schweiz bietet Schweizer Exporteuren ihr internationales Beziehungsnetz an – und fokussiert dabei neben den Grossunternehmen auch auf die Schweizer KMU. Damit stösst sie in eine Lücke zwischen Schweizer Gross- und Regionalbanken vor. «Das Geschäft ist vielleicht nicht sexy», gibt Steinkat zu. Man verdiene damit eine Marge von höchstens 10 Prozent nach Steuern. Dafür seien diese Einküfte solide. Eben: schweizerisch-beständig.

Ein natürlicher «Hedge»

Das zeigte sich nun auch während des Frankenschocks nach dem SNB-Entscheid vom Januar: Während die Schweizer Konkurrenz vor allem an ausländischen Kunden verdient und zuhause produziert – und damit in die Kostenfalle gerät – gibt sich Steinkat entspannt. Seine Kosten fielen zwar ebenfalls vorab in Franken an, aber auch der grösste Teil seiner Einkünfte. «Das ist ein natürlicher Hedge», erklärt er. Und je mehr er in der Schweiz verdiene, desto besser funktioniere dieser.

In der Folge musste er bis anhin keinen Wachstums-Stop befehlen. Im Gegenteil: In keinem anderen Land baut die deutsche Commerzbank ihr Firmenkundengeschäft so stark aus wie in der Schweiz. Und schafft damit Stellen – von denen übrigens schon jetzt mehr als die Hälfte mit Schweizern besetzt sind.

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