Die Banken und das Blockchain-Dilemma

Wenn eine Technologie die Bankenwelt aus den Angeln heben könnte, dann dürfte es vermutlich Blockchain sein. Darum investieren die Banken in diese Domäne – bevor sie selber ausgeschaltet werden.

Zur Einführung: Blockchain ist die Technologie hinter den Bitcoin-Transaktionen. In der Blockchain werden sämtliche Bitcoin-Transaktionen verzeichnet und gespeichert. Es ist ein extrem effizientes Verfahren, das Intermediäre im Prinzip überflüssig macht und darum sehr kostengünstig ist.

Im Prinzip ist das Verfahren nicht nur für Bitcoins, sondern für alle möglichen Transaktionen verwendbar. Banken und Clearingstellen könnten damit ihre Prozesse und Systeme revolutionieren. Darum ist das Thema in den vergangenen Monaten bei zahlreichen Grossbanken definitiv angekommen. Eine neue Bestandesaufnahme zu den Aktivitäten und Plänen einiger Akteure hat die Website «letstalkpayments.com» erstellt:

UBS

Die Schweizer Grossbank führt im Londoner Technologie-Accelerator Level 39 ein Research-Lab zur Erforschung der Blockchain-Technologie. Botschafter ist Chief Information Officer (CIO) Oliver Bussmann, der als Mentor verschiedene Fintech-Startups unterstützt. Die UBS schaut sich besonders die Bereiche Bezahlungs- und Handelssysteme sowie Smart Bonds an. Smart Bonds sind so etwas wie voll automatisierte Anleihen.

Fidor Bank

Das deutsche Institut hat als erstes überhaupt konkrete Projekte mit Kryptowährungen und Blockchain gestartet. Sie ermöglichte bereits 2013 den Währungsaustausch mit Bitcoin. Eine Partnerschaft mit Ripple Labs – einem Blockchain-Spezialisten – ermöglicht den Fidor-Kunden Geldtransfers zu Tiefstpreisen. Ausserdem unterhält Fidor eine Partnerschaft mit bitcoin.de, einer Peer-to-Peer Bitcoin-Handelsplattform.

Rabobank

Die holländische Genossenschaftsbank experimentiert mit Bitcoin und der Blockchain-Technologie und arbeitet ebenfalls mit Ripple Labs im Bereich Bezahllösungen zusammen.

ABN Amro

Das niederländische Institut untersucht, wie Blockchain im Banking genutzt werden kann.

ING Bank

Die Benelux-Bank analysiert Blockchain mit dem Ziel, Transaktionen zu beschleunigen.

Goldman Sachs

Die US-Investmentbank hat 50 Millionen Dollar in das Bitcoin-Startup Circle Internet Financial investiert.

Santander

Die spanische Bank hat auf Grund ihrer Blockchain-Experimente mit ihrem Team Crypto 2.0 erste Prognosen erstellt. Annähernd 20 Milliarden Dollar könnten Banken mit ihrer Infrastruktur einsparen, wenn sie das Blockchain-Konzept anwenden würden, heisst es im Hause Santander.

BNY Mellon

Das US-Institut hat die eigene Kryptowährung BK Coins erfunden, die für interne Zwecke verwendet wird.

Barclays

Das britische Bankhaus hat ein 90 Tage dauerndes Accelerator-Programm mit dem Bitcoin-Spezialisten Safello und anderen Blockchain-Startups durchgeführt. Safello hat das Rennen gemacht und soll nun die Konzepte für Bank-Services konkretisieren.

ANZ

Das australisch-neuseeländische Geldhaus ist ebenfalls eine Partnerschaft mit Ripple Labs eingegangen, um den Nutzen von Blockchain zu prüfen.

BNP Paribas

Die Franzosen versuchen, mit dem Einsatz der Blockchain die Transaktionsgeschwindigkeit zu beschleunigen.

Société Générale

Das französiche Bankhaus will Know-how zu den Themen Bitcoin, Blockchain und Kryptowährungen intern aufbauen und hat dafür Personal engagiert.

Citibank

Der US-Finanzgigant setzt Blockchain für Bezahlsysteme und Crossborder-Transaktionen ein. Die Bank hat eine eigene Kryptowährung namens Citicoin entwickelt, die der Erforschung digitaler Handelssysteme dient.

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DOSSIER BANKEN

Dossier Banken

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Die wichtigsten Schweizer Banken auf einen Blick:

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NEWS GANZ KURZ

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

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