Rich Kids sollen gefälligst selber arbeiten…

…und deshalb ist es gescheiter, dass sie gar nicht wissen, wieviel Geld die Eltern haben: Diese Einstellung ist unter reichen Menschen offenbar weit verbreitet.

Weniger als die Hälfte der vermögenden Menschen in den USA findet es wichtig, dass ihre Kinder später einmal ihr Geld erben: Dies ergab eine Erhebung von U.S. Trust, einer Private-Banking-Tochter der Bank of America, unter reichen Amerikanern.

Konkret: 51 Prozent befanden, dass sie keine Rücksicht nehmen wollen auf die Erben – und bereit sind, ihr Geld vollends auszugeben.

Befragt wurden dabei HNWI und UHNWI mit mindestens drei Millionen Dollar an verfügbarem Anlagevermögen. Mehrheitlich vertreten war dabei die Generation der Baby-Boomer, und hierbei wiederum Leute, die sich ihr Vermögen selber erarbeitet hatten (rund 75 Prozent).

Hätten Sie das gedacht?

Diese Leute kommen mehrheitlich zum Schluss, dass sie ihr Geld im späteren Verlauf des Lebens selber geniessen möchten – eher, als es den Kindern zu vererben oder für wohltätige Zwecke zu hinterlassen. Das bedeutet aber nicht, dass dieses Publikum nur egoistisch denkt: Gute Taten sind den befragten reichen Menschen wichtig, allerdings möchten sie diese Spenden bereits zu Lebzeiten tätigen, nicht erst mit einem Legat.

Bemerkenswert ist die Erhebung, weil sie gängigen Erwartungen widerspricht: Der Glaube, dass reiche Menschen instinktiv den Wunsch oder gar eine Verantwortung dafür empfinden, ihr Vermögen der nächsten Generation weiterzugeben, muss vielleicht langsam revidiert werden. Mit entsprechenden Folgen für die Beratung im Private Banking.

Die Kinder müssen es ja nicht wissen...

Die Einstellung hat ohnehin diverse Konsequenzen. Zum Beispiel lassen viele Vermögende ihre Kinder teilweise (67 Prozent) oder völlig (15 Prozent) im Dunkeln über ihren wahren Reichtum.

«Es besteht eine Befürchtung, dass es die Kinder in ihrem Arbeitseifer schlecht beeinflusst, wenn sie sich des elterlichen Reichtums bewusst sind»: So erklärt Keith Banks, der Präsident von U.S. Trust, das Ergebnis gegenüber «Bloomberg».

Die eher hedonistische Einstellung der heutigen Reichen hat auch zur Folge, dass ein grosser Teil von ihnen gar keine Finanzplanung hat, die über eine gewisse Zeit hinausreicht. Die Folgen längerer Pflegebedürftigkeit werden beispielsweise selten einkalkuliert.

 

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