Hitler-Witze, externe Anwälte, neue Struktur: Unruhe in der UBS-Aufsicht

Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) organisiert ihre Abteilung Aufsicht UBS per 1. Januar 2027 neu. Das bestätigt die Behörde auf Anfrage von finews. Die Abteilung werde weiterhin aus vier Gruppen bestehen.

Die neue Struktur soll laut Finma die präventive Aufsicht in vier zentralen Bereichen stärken: finanzielle Resilienz, operationelle Resilienz, Marktverhalten und Corporate Governance. Weitere Angaben macht die Behörde nicht.

Zum Chefaufseher über die UBS wurde vor gut einem Jahr Christian Capuano ernannt (finews berichtete).

Abgang nach fast zwanzig Jahren

Am Anfang des Umbaus steht ein personeller Abgang. Nach Informationen von finews wurde Ende Juni ein langjähriger Kadermann entlassen und freigestellt. Er hatte bei der Finma das Team für die Aufsicht über das Investment Banking bei Grossbanken aufgebaut und war fast zwanzig Jahre für die Behörde tätig.

Zum Verhängnis wurden ihm offenbar Witze rund um den 20. April, den Geburtstag Adolf Hitlers. So soll er einmal mit einem «Führerbier» angestossen und ein anderes Mal den Eingang eines grossen Dossiers mit der Bemerkung kommentiert haben, es sei ja «Führers Geburtstag». Fachlich war der Mann bei den Beaufsichtigten und auch intern hoch geschätzt; politisch gilt er als gemässigter Sozialdemokrat.

Externe Kanzlei statt interne Compliance

Gemäss den Informationen von finews wurde Finma-Direktor Stefan Walter Anfang 2026 mit dem Fall befasst. Er soll persönlich entschieden haben, eine externe Anwaltskanzlei mit der Untersuchung zu beauftragen, statt die Sache der internen Compliance zu übergeben. Die Finma bestreitet die Involvierung des Direktors auf Anfrage nicht.

Angestossen haben sollen das Disziplinarverfahren zwei Mitarbeitende, welche die Finma vor weniger als drei Jahren von der Credit Suisse geholt hatte. Sie arbeiteten zunächst im Aufsichtsteam für die UBS und wechselten danach in den neu aufgebauten Geschäftsbereich «Integrierte Risikoexpertise», der das zentrale interne Reformanliegen des amtierenden Direktors darstellt und intern umstritten ist.

Der Abgang des Spitzenmanns in der ordentlichen Aufsicht dürfte Walters neue Abteilung stärken.

Schweigen zum Einzelfall

Zum Fall selbst schweigt die Behörde. «Die Finma äussert sich nicht zu Einzelfällen», heisst es knapp. Offen bleibt auch, wer die Aufsicht über das Investment Banking übernimmt. Dieses ist der systemisch riskanteste Geschäftsbereich der Grossbank, und die Aufsicht erfordert ein sehr tiefes Verständnis der Materie.

«Die Aufsicht über die UBS, inklusive Investment Banking, ist sichergestellt», schreibt die Finma lediglich.

Auch auf wiederholte Nachfrage von finews wollte die Finma nicht darlegen, welche allgemeinen Grundsätze sie im Umgang mit  grenzwertigen Witzen im Arbeitsumfeld anwendet.