So verläuft der ETF-«Röschtigraben»

Der «Röschtigraben» beim Anlegen lässt sich nur teilweise erklären, heisst es in einem aktuellen Blog der Hochschule Luzern. Laut der Umfrage besitzen 58 Prozent der Bevölkerung in der Deutschschweiz Wertschriften, in der Westschweiz sind es lediglich 37 Prozent. Die Differenz von 21 Prozentpunkten zwischen den beiden Sprachregionen ist bemerkenswert. Allerdings zeigt die HSLU-Studie keine Aufteilung, wie das Geld je nach Region konkret investiert wird.

Grosse Differenzen

Hier hilft unter anderem die  True-Wealth Studie «ETF Geldanlage Schweiz». Der wichtigste Befund: Deutschschweizer investieren nicht nur häufiger in Wertschriften, sondern setzen auch stärker auf Aktien-ETFs. Laut der Umfrage haben in der Deutschschweiz weiz 55 Prozent Aktien in ihrem Portfolio, in der Romandie sind es 39 Prozent. Bei ETF’s sind die Unterschiede ebenfalls gross: 33 Prozent der Deutschschweizer besitzen Indexfonds, in der Westschweiz nur 20 Prozent.

Sie setzen demnach auch deutlich weniger Geld auf diese Produkte. In der Westschweiz sagen fast drei Viertel der Befragten, dass sie weniger als 25 Prozent des investierbaren Vermögens in ETF’s investieren, gegenüber 57 Prozent in der deutschsprachigen Schweiz. Hier hat zudem jeder Zehnte zwischen 50 und 75 Prozent seines Vermögens in ETF’s gesteckt, in der Westschweiz sind es nur 3 Prozent.

Interessant sind vor allem auch die Unterschiede in der Frage nach aktiven oder passiven ETF’s. Demnach setzt praktisch die Hälfte der Deutschschweizer auf passive Produkte, das ist praktisch doppelt so viele wie in der Romandie. Umgekehrt legen die Westschweizer deutlich häufiger in aktiv gemanagte ETF’s, 23 Prozent gegenüber «nur» 12 Prozent in der Deutschschweiz. Besonders interessant: In der Westschweiz ist «Weiss es nicht» die häufigste Antwort mit gut 31 Prozent, das sind fast doppelt so viele wie in der Deutschschweiz. 

Aktive oder passive ETF's

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Quelle: True Wealth 

Ganze Welt oder Spezialgebiete

Die besonders grosse Differenz findet sich bei den konkreten ETF-Typen. Gemäss True Wealth-Umfrage nutzen 53 Prozent der Deutschschweizer ETF-Anleger einen MSCI-World-ETF, gegenüber bloss 15 Prozent in der Westschweiz.

Umgekehrt sind in der Romandie andere Kategorien deutlich stärker vertreten, so etwa Rohstoff-, Immobilien- und Obligationen-ETFs, aber bei auch Krypto-Anlagen und sogar gehebelte ETF’s.

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Quelle: True Wealth 

Unterschiedliches Wissen

In einer separaten Untersuchung befragt die Swiss Life Tochter True Wealth seit drei Jahren das Finanzwissen der Schweizer Bevölkerung. Auch hier zeigt sich der bekannte Röschtigraben. Die Frage zum wesentlichen Vorteil von ETF gegenüber aktiv verwalteten Anlagefonds konnten in der Westschweiz bloss 21,2 Prozent richtig beantworten, gegenüber 36,6 Prozent in der Deutschschweiz. Genau die Hälfte der Romands antworte mit «Weiss nicht», bei den Deutschschweizern sind es (ebenfalls hohe) 36 Prozent, die keinen Vorteil nennen können oder wollen.