Berühmt-berüchtigte Software-Fehler

Programmfehler kosten Geld sowie Image und auch die Grossfinanz ist davor keineswegs gefeit. Üble Software-Makel stammen nämlich reihenweise daher.

Der Kölner Software-Test-Dienstleister SQS hat eine Liste der 10 spektakulärsten Software-Fehler 2012 zusammengestellt. Da aber Firmen dazu neigen würden, Fehler möglichst nicht bekannt zu machen, sei die Zusammenstellung jedoch unvollständig, beurteilt das IT-Portal «Inside-IT» die Debakel.

Mehr als ein Drittel der Ausrutscher stammen aus der Finanzbranche. 

  • Missgriff kostet Börsenhändler 440 Millionen Dollar in 45 Minuten

Die frisch installierte Software eines Börsenhandelsunternehmens (Knight Capital) verursachte einen Schaden von 440 Millionen Dollar, nachdem sie innerhalb von 45 Minuten grosse Mengen von über hundert verschiedener Aktiensorten an- und wieder verkaufte. Ein fehlerhafter Algorithmus erwarb die Aktien zum Marktpreis und stiess sie zu Angebotspreisen wieder ab, wodurch bei jeder einzelnen Transaktion mehrere Cents verloren gingen. Der rege Handel trieb die Preise der betroffenen Aktien schnell nach oben. Das führte zu spektakulären Verlusten des Börsenhändlers, als dieser die vorübergehend überbewerteten Aktien zu einem niedrigeren Preis wieder verkaufen musste.

  •  Börse muss eigenen Börsengang zurückziehen

Ein Börsenunternehmen (Bats Global Markets) sah sich gezwungen, seinen Börsengang über das hauseigene Handelssystem abzubrechen. Ursache war ein Computerfehler, der einen schwerwiegenden technischen Fehler auf der eigenen Handelsplattform verursachte. Das Problem trat sofort auf, als die Börse den Ticker der Aktie darstellen sollte und dabei nicht in die übliche kontinuierliche Handelsroutine überging. Dadurch kam der Handel mit der Aktie zum Erliegen, bevor er überhaupt begonnen hatte.

  • Börsengang eines Social-Media-Giganten mit Hindernissen

Technologieprobleme beeinträchtigten den Handel mit Aktien eines grossen Social-Media-Portals (Facebook), nachdem wegen Software-Fehlern das System für den Aktienhandel Kaufgebote und -annullierungen nicht korrekt verarbeitete. So wurden Bestellungen entweder falsch oder gar nicht durchgeführt. Diese Panne beeinträchtigte den Handel mit nicht weniger als 30 Millionen Aktien.

  • Strafe und Rückzahlungen kosten Finanzkonzern 240 Millionen Dollar

25 Millionen Dollar Strafe verhängte die Securities and Exchange Commission (SEC) gegen einen internationalen Finanzdienstleister. Dieser hatte zuvor einen Fehler in einer Software-Anwendung eines Investment-Fonds vertuscht. Gleichzeitig musste das Unternehmen den geprellten Anlegern den entstandenen Schaden zurückerstatten: 217 Millionen Dollar.

  • Hunderttausende Gehaltszahlungen verzögert

Landesweit fielen in Japan durch einen Software-Fehler bei einer grossen Bank (Mizuho Bank) rund 5'600 Geldautomaten für 24 Stunden aus. Um die Systemwiederherstellung zu beschleunigen, mussten alle 38'000 Geldautomaten vom Netz genommen werden. Über mehrere Tage war kein Online-Banking möglich. Erst nach einer zehntägigen Verzögerung konnte die Bank alle Lohnüberweisungen mit einem Gesamtvolumen von 1,5 Milliarden Dollar bearbeiten.

  • Bankautomaten verschenken Geld an Kunden

In Sydney, Melbourne und Brisbane konnten Kunden über fünfeinhalb Stunden uneingeschränkt Geld an 40 defekten Geldautomaten einer Bank (Commonwealth Bank) abheben. Möglich machte den überraschenden Geldsegen eine Störung in der Datenbanksoftware, die die Automaten in den Stand-by-Modus versetzte: Die Geräte erkannten weder die Grenze des Tageslimits, noch wussten sie, ob das Konto genügend gedeckt war.

SQS hat die Firmennamen weggelassen, finews.ch hat mit einer Ausnahme alle rekonstruiert. 

 

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NEWS GANZ KURZ

Axa Winterthur

Die AXA Winterthur widmet die Jubiläumsausgabe ihres KMU-Kundenmagazins «Meine Firma» ausschliesslich den Kunden. In 75 Firmenporträts berichten Patrons über ihre Ambitionen und Wünsche. Ein aussergewöhnliches Kaleidoskop der Schweizer Wirtschaft.

UBS

Die Grossbank hat für ihr mobiles Kartenterminal SumUp den Master of Swiss Apps Award sowie Gold in der Kategorie «Business». Zudem wurde die UBS Event App in der Kategorie «Enterprise» mit Gold ausgezeichnet. Best of Swiss Apps ist eine Initiative der Best of Swiss Web GmbH, der Simsa (Swiss Internet Industry Association), dem Schweizer Branchenverband der digitalen Wirtschaft und der Netzmedien AG, dem Fachmedien-Verlag für ICT und Business.

Fondsmarkt

Das Vermögen der in der Statistik von Swiss Fund Data und Morningstar erfassten Anlagefonds hat im Oktover 2014 rund 841 Milliarden Franken erreicht. Dies entspricht im Vergleich zum Vormonat einer Zunahme von fast 7 Milliarden Franken oder 0,8 Prozent.

Alternative Bank Schweiz

Die Alternative Bank Schweiz unterstützt bis im Herbst 2015 jeden Monat ein Projekt auf der Crowdfunding Plattform 100-days.net. Sie will damit besonders sozialen und ökologischen Ideen zum Erfolg verhelfen.

Helvetia

Im Nachgang zur Übernahme der Nationale Suisse hat die Helvetia ihren Anteil an der Nationale Suisse auf mehr als 98 Prozent erhöht und wird nun das Verfahren zur Kraftloserklärung der verbliebenen Aktien von Nationale Suisse einleiten.

Firmenraider steigt bei BB Biotech ein

Der berühmt-berüchtigte US-Grossinvestor Paul E. Singer hat sich am Biotech-Unternehmen BB Biotech beteiligt, wie aus einer Pflichtmeldung der Schweizer Börse SIX Swiss Exchange ersichtlich wurde. Der Amerikaner hatte bereits 2011 versucht, bei der Basler Firma Actelion Einfluss zu nehmen, war dann aber gescheitert. BB Biotech wollte dazu keine Stellung nehmen.

Swiss Life

Der Lebenversicherer ist seinen grössten Aktionär los: Talanx die über eine Tochter in Luxemburg gehaltene Beteiligung von zuletzt 5,03 Prozent an der Swiss Life im Wege einer Block-Transaktion zu einem Preis von 217 Franken je Aktie verkauft. Dabei hat der deutsche Versicherer einen Ertrag von 214 Millionen Euro erzielt. Talanx war seit 2009 Aktionär von Swiss Life.

Vaudoise Versicherungen

Die Finanzmarktaufsicht Liechtenstein hat die im Mai angekündigte Veräusserung der Tochtergesellschaft Valorlife der Vaudoise Versicherungen an die Wealth-Assurance Beteiligungs-AG genehmigt. Der Verkauf wird in den nächsten Tagen abgeschlossen.

Bank of Singapore

Bahren Shaari übernimmt Medienberichten zufolge ab Anfang nächsten Jahres den Chefposten bei der Bank of Singapore, eines der gewichtigsten Finanzinstitute im asiatischen Stadtstaat. Shaari ist dabei der Schweiz ganz nah: Bei UBS Wealth Management leitete er einst das Marketing für Südostasien und Australien.

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