10 starke Trends im Wealth Management

Mehr Politik, Generationenwechsel, Industrialisierung: Eine Forschungsfirma hat wichtige Trends fürs Private Banking ausgemacht. Die Liste lässt durchaus hoffen.

Und zwar stammt die Erhebung von der Aite Group: Das Unternehmen mit Sitz in Boston hat sich darauf spezialisiert, die Bedeutung von technologischen und regulatorischen Entwicklungen für die Finanzbranche zu erforschen.

Seine neue Liste widmet sich den «Top 10 Trends in Wealth Management» – und dies durchaus mit globaler Perspektive.

Danach wird die Branche in der nächsten Zukunft auf folgende Punkte reagieren müssen:

1. Grosse fressen, Kleine teamworken

Fusionen, Übernahmen, Zusammenschlüsse: Im Schweizer Wealth Management sind dies Begriffe, an die sich schon alle gewöhnt haben. Doch Aite prognostiziert den Trend weltweit: Grosse Unternehmen suchen Wachstum durch die Übernahme von Rivalen; kleinere und mittlere Firmen bauen Partnerschaften auf – miteinander, aber auch mit Infrastruktur-Unternehmen.


2. Der Regulator hat Einfluss auf die Kundenbeziehung

Der Trend zur Transparenz bei den Honoraren und Kommissionen setzt sich weiter durch. Die verschärfte Regulierung der Kundenberatung wird auch die Geschäftsmodelle verändern. 

Tatsächlich: In der Schweiz war diese Tendenz bekanntlich schon an diversen Orten spürbar – so im Paket zum Kundenschutz, das die Finma letztes Jahr lancierte, aber auch im Bundesgerichts-Entscheid über die Retrozessionen.


3. Industrialisierung der unabhängigen Vermögensberatung

Unabhängige Vermögensberater müssen sich um grössere Effizienz bemühen. Insgesamt herrscht hier eine Tendenz zu einer Professionalisierung, zur Vergrösserung – ja zur «Industrialisierung». 


4. Haben Sie schon einen Nachfolger?

Ein Fokus der Geschäftsentwicklung liegt auf der generationenübergreifenden Vermögensverwaltung und auf der Nachfolgeplanung – und zwar interessanterweise auf beiden Seiten: Sowohl bei den Kunden wie bei den Verwaltern stehen Generationenbrüche an. Was die Sache doppelt heikel macht.


5. International ist nicht immer gut

Grosse Vermögensverwaltungsfirmen überprüfen ihre Auslandsgeschäfte. International oder gar global tätig zu sein, ist für viele kein Selbstzweck mehr. Was allerdings einigen anderen Wealth-Management-Unternehmen neue Chancen als Lückenbüsser eröffnet.

 
6. Unabhängige Spezialisten haben weiterhin Wachstumschancen

Das Family-Office-Modell für UHNW-Kunden dürfte sich ausbreiten – nach unten. Das heisst: Auch Kunden, die ein paar Millionen weniger haben, stützen sich vermehrt auf unabhängige, spezialisierte und auf sie zugeschnittene Beratungsteams. 


7. Online-Anbieter buhlen um aktive Kunden

Private-Banking-Kunden, die ein Interesse am aktiven Trading haben, bieten ein ideales Potential für Online-Broker. Es ist zu erwarten, dass diese Unternehmen mehr Angebote auf ihren Sites entwickeln und mehr Anlagefelder erschliessen werden – insbesondere im Währungs- und Derivatebereich.


8. Günstiger leben mit der Wolke

Ein Thema, mit dem sich jeder in der Branche auseinandersetzen muss, ist laut den Aite-Forschern die Cloud. Denn cloud-basiertes Trading und überhaupt die Verschiebungen zu einer cloud-basierten Technologie schaffen erhebliche Einspar-Möglichkeiten, oder konkreter: tiefere Verbindungskosten, mehr Wettbewerb im IT-Bereich, Sicherheit zum selben Preis.


9. Alles redet von den Steuern. Gut so.

Die Steuern sind in zahlreichen Ländern ein «moving target»: ständig in Bewegung.

Einkommenssteuern, Spitzensteuersätze, Investitionen et cetera – sie alle bieten Stoff für politische Debatten und Projekte.

Auf dieser Basis entstehen viele Fragen, bei denen sich ein Vermögensverwalter profilieren sowie ins Zusammenarbeit mit seinen Kunden passende Strategien entwickeln kann.


10. Der Wert der Gadgets

Wealth Manager müssen neue elektronische Tools übernehmen, um den Kontakt zu ihren Kunden zu halten und ihre Finanzplanung durchzuführen. Dass die Kunden einen 24-Stunden-Zugriff auf ihre Finanzplanung haben müssen, ist selbstverständlich. Die Technologie prägt das Verhältnis von Kunden und Beratern immer stärker.
 

Aite Group, «Top 10 Trends in Wealth Management 2013» — Zusammenfassung: «Top 10 Wealth Management Trends for 2013» in: «Wealthmanagement.com»

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NEWS GANZ KURZ

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

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