Nordrhein-Westfalen: Zoff um Steuer-CD

Die Auswertung einer Diskette mit geklauten Bankdaten aus der Schweiz ist offenbar blockiert – weil sich die Behörden in Deutschland nicht einig sind.

Erinnern Sie sich noch? Seit Monaten berichten deutsche Medien (und auf ihren Fersen dann Schweizer Medien) regelmässig von einer CD, welche geheime Kundendaten der Zürcher Niederlassung von Coutts enthält: Das Bundesland Nordrhein-Westfalen habe sie erworben – und damit Informationen über mehr als 1'000 deutsche Steuerflüchtlinge erhalten.

Den ersten Bericht darüber brachte die «Financial Times Deutschland» bereits im November 2011. Komisch war nur, dass es in all dieser Zeit nie Hinweise auf Aktionen gab, die aus dem Kauf der geklauten Kundendaten erfolgten – keine Razzien, keine Verhaftungen, keine Strafverfahren.

Was die These nährte, dass die deutschen Steuerbehörden hier womöglich bluffen.

Der «Spiegel» bringt nun eine andere Erklärung. Laut einem Bericht in der neusten Ausgabe steht ein Streit zwischen Steuerfahndern und der Staatsanwaltschaft in Düsseldorf im Hintergrund.

Beide Behörden sollen die Fälle von Steuerhinterziehung bei Coutts bearbeiten. Doch die Arbeit verlaufe schleppend, weil die Staatsanwaltschaft die Ansicht vertritt, dass im Verfahren auch die ankaufenden Steuerbeamten namentlich zu benennen sind.

Soll der Datenkauf boykottiert werden?

Das wiederum passt den Vertretern des Finanzministeriums nicht. Denn im Fall der ebenfalls von der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft bearbeiteten CD mit Kunden der Credit Suisse war das 2010 so gemacht worden. Anwälte von Betroffenen gaben die Unterlagen prompt an die Schweizer Justiz weiter. Worauf die Bundesanwaltschaft in Bern Haftbefehle gegen drei führende Fahnder erliessen; das war im März 2012.

Im Fall der Coutts-CD, so «Der Spiegel» weiter, verzichte die Staatsanwaltschaft inzwischen auf die Nennung in den Akten; die Namen können aber mündlich auf Nachfrage weitergegeben werden, beispielsweise an Anwälte. Das sorge weiter für Unmut unter den Fahndern. Hinter dem Verhalten der Staatsanwaltschaft vermuteten viele Absicht: Man wolle den Datenankauf auf diese Weise boykottieren.

Offiziell teilte Coutts zuletzt – im Sommer 2012 – mit: «Wir sind uns bewusst, dass es eine anhaltende Medienspekulation gibt über den Bruch des Kundengeheimnisses bei Coutts. Nach intensiven Nachforschungen haben wir keinen Hinweis darauf, dass solch ein Bruch stattgefunden hat.»

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NEWS GANZ KURZ

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

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