Der Standort Schweiz verliert als Goldhandelsplatz an Bedeutung. Immer mehr Bankinstitute zieht es mit dem gelben Edelmetall im Gepäck nach Singapur.

Während Gold bisher in Zürich, London und New York gelagert wurde, scheint sich dies nun mehr und mehr zu ändern: Die Nachfrage nach Lagerfläche für physisches Gold in Singapur nimmt offenbar stark zu.

Auch die Deutsche Bank zieht es in die asiatische Finanzmetropole. Der bedeutende Akteur auf dem Goldmarkt eröffnet einen Hochsicherheitstresor in Singapur, wie unter anderem die Nachrichtenagentur «Bloomberg» berichtet.

«Wir beobachten in dieser Anlagekategorie ein erhebliches Interesse seitens unserer vermögenden Kunden», wird Mark Smallwood, Leiter Vermögensplanung bei der Vermögensverwaltungstochter der Bank im asiatisch-pazifischen Raum, zitiert.

Sicherer Hafen für Edelmetalle

Beobachter sprechen davon, dass dies ein erster wichtiger Schritt ist hin nach Asien und weg aus Europa und vor allem der Schweiz, einem der Hauptgoldhandelsplätze derzeit auf der Welt, wie etwa das Newsportal «MMnews.de» schreibt.

Dieser Schritt belege zweierlei, kommentiert das «Handelsblatt» die Eröffnung: «Erstens setzen die Grossbanken weiterhin auf das Edelmetall, zweitens verlagert sich der Goldhandel zunehmend nach Asien.»

Daneben gibt es einen weiteren, möglicherweise noch entscheidenderen Vorteil für Anleger: Da das Gebiet im Zollfreigebiet liegt, fallen keine Steuern oder Abgaben an.

Sicherstes Lager der Welt

Die Anlage soll bis zu 200 Tonnen physisches Gold aufnehmen können. Bereits vor etwa einem Monat habe die Deutsche Bank damit begonnen, Lageraufträge für den neuen Standort anzunehmen.

Der Goldspeicher ist in einem stark abgesicherten Bereich im Singapore Freeport angesiedelt (Video). Auch andere Firmen wie Swiss Precious Metals lagern hier Gold. Die Bunker müssen einem Flugzeugabsturz oder Erdbeben standhalten. Auf der Webseite des Singapore FreePort ist vom «sichersten Lager und Handelsplatz der Welt» die Rede.