Banker: Raus aus der Stressfalle

Mehr und mehr bieten Investmentbanken ihren gestressten Mitarbeitern psychologische Techniken gegen das Geistesgift an. 

Stress und Burnout im Finanzsektor ist offenbar ein wachsendes Problem. Grossbanken wie Barclays, Citigroup, J.P. Morgan sowie die Beratungs- und Prüfungsfirma PwC geben ihren Leuten neurdings eine Vorgehensweise an die Hand, um Stress zu reduzieren und gegen das grassierende Burnout anzukämpfen.

Diese Methode basiert auf Erfahrungen aus dem fernöstlichen Kulturkreis, wo die Menschen seit Jahrtausenden solche Praktiken umsetzen. Auch William George, Harvard-Professor und derzeit unter anderem Mitglied des Verwaltungsrats bei Goldman Sachs, soll ein grosser Anhänger der so genannten Strategie der aktiven Aufmerksamkeit sein.

«Verrückte Zeit bei der UBS überstanden»

Viele Banker praktizieren diese mentale Technik in der Mittagspause oder nach der Arbeit. Die Ausübung soll einen anderen Ausweg aus dem Hamsterrad bieten als den Arbeitsplatz zu wechseln oder der Branche ganz den Rücken zu kehren. 

Die Idee hinter dieser wissenschaftlich abgestützten Anwendung: Konzentration auf den Moment und sich voll und ganz bewusst sein, was vor sich geht.

Louise Chester, Direktorin und Mitbegründerin der britischen Coachingfirma Mindfulness at Work konnte dank dieser Praxis eine «verrückte Zeit» bei der UBS gesund überstehen, wie sie gegenüber dem Karriereportal «eFinancialCareers» sagt.

«Es erlaubt Ihnen, eine Phase des Umbruchs leichter anzugehen. Beobachten Sie distanziert Ihren persönlichen Film statt im Film zu sein, wenn etwa Emotionen mit Ihnen Achterbahn fahren», so Chester. 

Autopilot auf offline schalten

Doch nicht nur gegen Burnout soll die Technik helfen, sondern auch die Leistung der Mitarbeiter ankurbeln. Bei der Internetfirma Google bezeichnet man dieses Verfahren bereits als das «neue Koffein im Silicon Valley». Auch das US-Militär integriert ähnliche Übungen in die Lehrpläne.

Personalabteilungen haben viel Lob für die Achtsamkeitspraxis übrig: Es mache die Mitarbeiter effektiver. «Es erhöht die Gedächtniskapazität, verbessert den Fokus, die emotionale Intelligenz und macht aus Ihnen ein helles Köpfchen», sagt Chester.

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NEWS GANZ KURZ

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

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