Daniel Renner: «Wir sind Vorreiter im digitalen Banking»

Die Credit Suisse lancierte im vergangenen März die Online-Plattform «eamXchange» für unabhängige Vermögensverwalter. Was ist seither davon zu halten?

Es ist einer der aktuell auffälligsten Trends in der Branche: Die Banken buhlen um die Gunst der unabhängigen Vermögensverwalter, auf Englisch External Asset Managers (EAM) genannt. Das kommt nicht von ungefähr, gelten doch die EAMs als attraktive Klientel, und gleichzeitig sind viele von ihnen gezwungen, ihr Geschäftsmodell in absehbarer Zeit neu auszurichten.

Die Gründe dafür sind vielfältig: Neue Gesetze und Richtlinien, das Ende des klassischen Offshore-Banking sowie anhaltend tiefe Zinsen und steigende Kosten beispielsweise für die Informatik stellen die Existenz dieser «unabhängigen» Akteure grundsätzlich in Frage.

Ambitiöses Projekt

Vor diesem Hintergrund haben in den vergangenen vier Jahren neben der Credit Suisse (CS) verschiedene Banken, wie Lombard Odier, Vontobel oder die UBS, Online-Plattformen lanciert, mit denen sie den EAMs zahlreiche Dienstleistungen zur Verfügung stellen.

Im vergangenen März startete die CS eine Franken an Kundenvermögen betreuen, wie Daniel Renner, der zuständige Leiter für das EAM-Geschäft bei der CS, im Gespräch mit finews.ch erklärt.

England nun auch online

Nach der Lancierung der Plattform in der Schweiz, wurde sie sukzessive in weiteren Märkten, etwa in Lateinamerika sowie in Asien, aufgeschaltet und auch iPhone-tauglich gemacht. «In diesem Monat ist England geplant, und bis im 2. Quartal 2014 sollte eamXchange global verfügbar sein», ergänzt Renner.

Die Plattform der CS versteht sich nicht bloss als Netzwerk für externe Vermögensverwalter, wie das bei einigen Konkurrenzprodukten der Fall ist. Vielmehr soll eamXchange eine multifunktionale Anlaufstelle für sämtliche Bedürfnisse in der EAM-Welt sein.

Virtueller Marktplatz

Dabei unterscheidet die Credit Suisse diese Bereiche wie folgt: regulatorische Trends, wo man den Vermögensverwaltern mit Compliance- und Info-Tools (E-Learning) beisteht; technologische Trends, welche die Bank mit mobilen Applikationen sowie auf der Basis sozialer Netzwerke zugänglich macht; kundenseitige Trends, indem der EAM rascher und gezielter die erwünschten Informationen für seine Klientel erhält; und last but not least branchenspezifische Trends, bei denen die EAMs in einem Umfeld tiefer Margen über die Plattform effizienter ihre Arbeit verrichten können.

«Darüber hinaus soll eamXchange Research und Investmentideen liefern, aber auch ein virtueller Marktplatz sein», sagt Daniel Renner. Unter diesen Prämissen funktioniert die Plattform als vielgestaltiges Netzwerk, bei dem nicht nur die einzelnen unabhängigen Vermögensverwalter individuell oder in diversen Foren miteinander kommunizieren und ihre Firma vorstellen können, sondern wo auch direkte Kontaktmöglichkeiten zu den Experten der Bank aufgebaut werden können. Das dürfte ein wesentliches Differenzierungsmerkmal gegenüber anderen, vergleichbaren Online-Plattformen sein.

Grafik 1

Nicht für alle offen

Um einen möglichst hohen Qualitätsstandard auf der Plattform zu sichern, ist eamXchange nicht für jedermann offen, sondern nur für die registrierten Teilnehmer. «Der Vermögensverwalter hat über die Plattform direkten Zugang zu allen Services und Tools der CS», betont Renner.

«Wir stehen am Anfang eines neuen Dienstleistungsmodells im Geschäft mit unabhängigen Vermögensverwaltern», so der EAM-Chef der Credit Suisse weiter. Es beruhe auf kompletter Integration, Transparenz und einer multi-dimensionalen Kommunikation. «Wir sind überzeugt, damit Vorreiter des digitalen Banking zu sein», erklärt Renner gegenüber finews.ch.

Segmentierte EAMs

Angesichts des eher heterogenen EAM-Universums segmentiert die Credit Suisse ihre EAMs bedürfnisorientiert in fünf Kategorien: Enterprises, also grosse EAMs, teilweise auch Banken, mit über 50 Mitarbeitern; Multi-Family-Offices, die sich auf UHNWI Endkunden fokussieren; Specialists, das heisst EAMs oder Firmen, die auf gewisse Märkte oder Investmentbereiche ausgerichtet sind; moderne EAMs, die vor allem Produkt- und Technologieafin sind; und last but not least traditionelle Vermögensverwalter.

Aktuell ist die CS mit acht Buchungsplattformen weltweit an insgesamt 15 Standorten mit einem EAM-Desk vertreten. Das grösste Wachstumspotenzial ortet Renner in «reiferen» Märkten innerhalb von Lateinamerika und Asien, aber auch in Grossbritannien, wo nicht zuletzt die Marke «Schweiz», nach wie vor ein nicht zu unterschätzendes Qualitätssiegel darstellt.

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NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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