CS: Brady Dougan fördert die Frauen

Bei der Credit Suisse haben talentierte Frauen einen «Sponsor» aus der Konzernleitung. Das Ziel: Den Frauenanteil und vor allem im Top-Management erhöhen. Die Idee stammt vom Chef selber.

Die Credit Suisse hält wohl nichts von einer staatlich verordneten Frauenquote. Die Bank hat sich selber der Förderung von Frauen innerhalb des Konzerns verschrieben. Sie möchte den Anteil von weiblichen Fachkräften in Führungspositionen gezielt erhöhen und hat dazu gezielte Programme ins Leben gerufen, wie Recherchen von finews.ch ergaben.

Eines davon ist das «Sponsorship»-Programm für weibliche Top-Führungskräfte – eine Idee, die auf CEO Brady Dougan zurückgeht, wie es in einem Beitrag der Credit Suisse auf der Webseite «The Daily Beast» heisst. «Sponsoring soll das Mittel werden, um den Frauenanteil auf dem Senior-Level zu erhöhen und hoffentlich auch in der Konzernleitung», so Dougan.

Sponsoring statt Mentoring

Er sei davon überzeugt, dass es die aktive Förderung aus dem Top-Management brauche, um talentierten Frauen den Aufstieg zu ermöglichen. Frauenförderung war auch eines der erklärten Ziele von Pamela Thomas-Graham, als sie 2011 als Personalchefin zur Credit Suisse gestossen war. Die Credit Suisse nennt diese aktive Förderung «Sponsoring», während sie das bekannte «Mentoring» für eine weniger effektive Form der Förderung hält.

Die Idee geht auf das Buch «Forget a Mentor, Find a Sponsor» der Ökonomin Sylvia Ann Hewlett zurück. Kern ihrer Aussage: Mentoring alleine genügt nicht. Denn ein Mentor gebe zwar Ratschläge und Feedback, aber ohne persönliches Risiko. Während ein Sponsor den Einsatz erhöhe, indem er seine Kandidatin offener unterstütze und ihnen auch die Möglichkeit gebe, selber Risiken zu nehmen und herauzuragen. «Mentoren geben, Sponsoren hingegen investieren», so Hewlett.

Aufstieg mit Hilfe der Mächtigsten im Konzern

Wie mit jedem Investment korrelieren in diesem Fördersystem Risiko und Return. Niemand werde eine Wette auf ein Talent abschliessen und dieses offen anpreisen, ohne von den Fähigkeiten dieses Talentes wirklich überzeugt zu sein, so die Autorin. «Weil Risiken involviert sind, muss ein Sponsor grösstes Vertrauen haben, dass das Talent die Erwartungen auch erfüllt.»

Der Artikel der Credit Suisse nennt Lara Warner als Beispiel, wie so ein Sponsorship in der Bank funktioniert. Schon mit ihrem Start 2002 als Telecom-Analystin war ihr Potenzial erkannt worden. Auch dank interner Förderung stieg sie zum Chief Operating Officer im Investment Banking auf. Um noch höher zu steigen, braucht sie die Hilfe der «mächtigsten Personen in der Credit Suisse», wie es heisst.

Dank Frauen im Top-Management mehr Frauen im Unternehmen

Im Jahr 2013 sei sie mit neun weiteren Frauen, die wie sie in ähnlich hohen Positionen tätig sind, in ein Programm eingetreten, das sich Executive Mentoring Advisory Group (EMAG) nennt. Eine MAG - Mentoring Advisory Group - kennt die Credit Suisse schon länger. Der Unterschied: Im EMAG erhält jede Frau ein Mitglied aus der Konzernleitung als Mentor und Sponsor zugeteilt.

Im Falle von Lara Warner ist es Private-Banking-Co-Chef Robert Shafir. Er spiele einerseits die Rolle des traditionellen Mentors, indem er Feedback gebe. Als Sponsor agiere er auch, indem er sich mit Warner über strategische Belange austausche und sie innerhalb der Bank anpreise und hervorhebe. Davon habe sie bereits enorm profitiert, sagt sie.

Ob auch CEO Brady Dougan persönlich eine Frau im Rahmen der EMAG sponsore, wollte die Pressestelle der Credit Suisse auf Anfrage von finews.ch nicht beantworten.

In der Schweiz 137 Frauen im Mentoring-Programm

Shafir sagt, wenn ihre Protégés die Geschlechterdiversität auch in ihren Teams vorantrieben, werde die Bank ein Gleichgewicht erlangen. Mit Sponsorships sei bereits viel erreicht worden. Das erste entsprechende Programm war 2011 mit 33 Frauen gestartet worden. Bereits zwei Jahre später war die Hälfte von ihnen befördert worden oder hätten mehr Verantwortung erhalten.

Im Jahr 2012 betrug der Frauenanteil in der Credit Suisse 37 Prozent. Ab Positionen als Director oder Managing Director sank der Anteil aber auf 16 Prozent. In der Schweiz startete ein einjähriges, divisionsübergreifendes Mentoring-Programme mit 137 Frauen.

Die Credit Suisse gehört auch zu den neun Mitgliedern des neuen Firmennetzwerks «Advance – Women in Swiss Business». Das Netzwerk war im vergangenen September lanciert worden mit dem Ziel, den Frauenanteil im Management von Schweizer Unternehmen bis 2020 zu verfünffachen. Er liegt heute bei gerade mal 4 Prozent.

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