Die Finma und der Dividenden-Frust

Dieses Jahr hätte die Durststrecke der Aktionäre der UBS und der Credit Suisse ein Ende haben sollen. Die Banken-Chefs stellten eine Dividende in Aussicht. Die Finma scheint etwas dagegen zu haben.

«Die Botschaft der Regulatoren an die Banken ist eindeutig: Falls ihr glaubt, Dividenden zahlen zu können: Vergesst es»: So sagt es Oswald Grübel, Ex-Chef der UBS und der Credit Suisse, zur Nachrichtenagentur «Bloomberg».

Tatsächlich haben Finma, SNB und auch Finanzministerin Evelyn Widmer-Schlumpf in den letzten Wochen ihre Meinung deutlich gemacht, dass die Banken kaum auf genügend Kapital sässen, um Dividenden zu zahlen.

Eher Leverage Ratio erhöhen als Dividende

Die UBS war angewiesen worden, ihre Rückstellungen für mögliche Bussenzahlungen zu erhöhen. Die Credit Suisse führt deswegen auch Gespräche mit den Regulatoren. Widmer-Schlumpf wiederum sorgte mit ihren Worten für Aufruhr, dass die Leverage Ratios der Grossbanken im Prinzip bei 6 bis 10 Prozent liegen sollten. Sie halte die 4,5 Prozent, die bis 2018 gelten, für zu tief.

Auch SNB-Vizepräsident Jean-Pierre Danthine wiederholte vergangene Woche seine Mahnung, die Leverage Ratios der Grossbanken seien zu tief. «Sie wollen verhindern, dass die Banken Dividenden zahlen», so Grübel. Es sei völlig offen, wann dies wieder der Fall sein werde.

Finma kann noch lange bremsen

Gleich sieht es Alevizos Alevizakos, ein Analyst der Mediobanca in London, gegenüber «Bloomberg».

Er glaube nicht, dass die Finma der UBS die Auszahlung einer Dividende in der geplanten Höhe erlauben werde. Die Banken würden ihr Kapital so lange zurückhalten müssen, bis sie von der Finma klare Angaben bekämen. «Diese Unsicherheit wird noch Jahre andauern», so der Analyst.

UBS-CEO Sergio Ermotti hatte angekündigt, die Bank werde über die Hälfte ihres Gewinns an Aktionäre ausschütten, sobald die Eigenkapitalquote von 13 Prozent erreicht sei. Dies wäre wohl der Fall gewesen, wenn die Finma die UBS nicht angewiesen hätte, ihre Rückstellungen zu erhöhen.

Auch Brady Dougan, CEO der Credit Suisse, hatte eine Bar-Dividende für 2013 in Aussicht gestellt.

Das sagte Sergio Ermotti 2013 zu den Dividendenplänen:

  • «Wir streben eine Ausschüttungsquote von über 50 Prozent an, sobald wir unsere Eigenkapitalziele erreicht haben». – 5. Februar / Präsentation Resultate 2012
  • «Ende 2014 wollen wir eine Kernkapitalquote von 13 Prozent erreicht haben. Dann ist das Ziel, mindestens 50 Prozent unseres Gewinns an die Aktionäre auszuschütten». – 14. Dezember / «Schweiz am Sonntag»
  • «Wir werden wie bereits angekündigt die Dividendenpolitik ändern, wenn wir eine Kernkapitalquote von 13 Prozent aufgebaut haben. Und wir sind im Plan, dieses Ziel bis 2014 zu erreichen. Ab dann wollen wir mindesten 50 Prozent des Gewinns ausschütten – erstmals 2015 für das Geschäftsjahr 2014. Bis dahin werden wir die Dividende progressiv erhöhen». – 30. Juli / «Finanz und Wirtschaft»
  • «Die Rückzahlung von Kapital als Dividende oder in irgendeiner anderen Form ist das ultimative Ziel, an dem wir arbeiten». – 5. Juni /«CNBC»

Das sagte Brady Dougan 2013 zu den Dividendenplänen:

  • «Das ist eine nachhaltige Dividende. Sie erlaubt uns, Kapital aufzubauen und gleichzeitig Geld an unsere Aktionäre auszuschütten».  — 10. Februar / «SRF»
  • «Und im Vergleich zur UBS gibt es auch den Unterschied, dass wir immer eine Dividende ausgeschüttet haben.» — 12. November / «Basler Zeitung»

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Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

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