Retailbanking: Die wenigsten sind gewappnet

Filiale der ING Direct Bank, Mailand

Was verändert das Retailbanking in den nächsten fünf Jahren? Und wie muss man darauf reagieren? Hier die Antworten von 240 Bankenchefs aus der ganzen Welt.

Das renommierte Wirtschaftsmagazin «The Economist» und der Genfer Banken-Software-Anbeiter Temenos haben in einer gemeinsam durchgeführten Studie 242 höhere Führungskräfte im Retail Banking befragt: Mit welchen Trends rechnen sie?

Als wichtigsten Tendenzen ergaben sich dabei:

Regulierung: In den nächsten fünf Jahren dürften laut einer Mehrheit (51 Prozent) die staatlichen Eingriffe den grössten Einfluss aufs alltägliche Bankgeschäft haben. Interessanterweise ist dieser Eindruck in Europa weitaus stärker verbreitet als in den USA. 

Kundenerwartungen: Besonders bedeutsam ist zudem das sich ändernde Kundenverhalten. Dieses wird nach Ansicht der Senior Banker in den kommenden Jahren den zweitgrössten Einfluss auf die Branche haben. Auch hier erwarten die europäischen Retail-Topmanager einen stärkeren Einfluss als ihre amerikanischen Kollegen.

Neo-Finance: Fast 50 Prozent der befragten Banker befürchten zudem, dass immer mehr Kunden zu Anbietern ausserhalb des traditionellen Bankensektors abwandern könnten (z.B. zu Telekommunikations-Firmen, PayPal oder den IT-Konzernen etc.).

Neue Technologien – so die Erwartung – werden grosse Auswirkungen auf das Retailgeschäft haben. Interessanterweise glauben aber nur 30 Prozent, dass die Retail-Banking-Industrie bereit für eine solche digitale Änderung ist.

In der Folge wurden auch die Reaktionen auf diese Tendenzen erfragt. Dabei ergab sich:

IT-Investitionen: Befragt danach, wofür sie ihre IT-Investitionen nutzen, verweist der grösste Teil auf die Kundengewinnung (31 Prozent) – vor der Preisoptimierung (19 Prozent) und weit vor Kundenanalyse (11 Prozent) und Kundenbindung (8 Prozent). Die Idee, durch Data-Mining im eigenen Haus neue Geldquellen zu erschliessen, ist nicht verbreitet.

Neue Filial-Netzwerke: Eine bessere Kundensegmentierung und ihre Konsequenzen auf die Produktgestaltung werden als Hauptthema der nächsten Jahre betrachtet (41 Prozent der Bankmanager finden dies wichtig). Etwa ebenso viele Spezialisten finden, dass die Filialnetze neu strukturiert werden müssen. 

Besserer Kundendienst: Fast die Hälfte der Befragten (45 Prozent) melden, dass ihre Rendite (ausgedrückt als RoE) nicht mehr auf dem Vor-Finanzkrisen-Niveau ist. 21 Prozent melden höhere Werte. Als Hauptwege, um die Rendite wieder zu verbessern, gelten eine Verbesserung des Kundenservice (70 Prozent) und Kostenoptimierungen (69 Prozent). Die meisten Befragten erwarten, dass ihre Rentabilität in den nächsten Jahren steigen wird.

Temenos Economist Grafik

Investitionen in die Digitalisierung

«Das Zusammenfliessen von verstärkter Regulierung, neuen Technologien und ein sich änderndes Kundenverhalten führen zu einem massiven Strukturwandel», folgert Ben Robinson, Chief Marketing Officer bei Temenos.

Um von dieser Änderung zu profitieren, müssten die Banken angesichts der wachsenden Konkurrenz ihre Arbeitsabläufe viel effizienter gestalten. Gleichzeitig sollten sie in den Kundendienst investieren, insbesondere bei den digitalen Kanälen und Strategien, erklärt Robinson in der Studie «Future Factors».

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NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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