«Das ist eine grenzwertige Erpressung der CS»

Der drittgrösste Aktionär der Credit Suisse kritisiert das einschüchternde Vorgehen der US-Regierung gegen die Schweizer Grossbank aufs Schärfste.

Verschiedene Medien spekulieren über Gerüchte, dass die Credit Suisse (CS) nach der Schuldanerkennung eines Schweizer Treuhänders, der vor einem US-Gericht vom US-Justizdepartement (Department of Justice, DoJ) angeklagt worden ist, nun selbst eine Strafverfolgung befürchten müsse.

Der beschuldigte Treuhänder hat zugegeben, zwischen 1997 und 2011 amerikanischen Steuerpflichtigen geholfen zu haben, Einkommen und Vermögen auf Konten von Scheingesellschaften versteckt zu haben.

Bruch mit der bisherigen Praxis

Obwohl der Name Credit Suisse nicht explizit genannt wurde, ist unschwer zu erkennen, dass es sich dabei um die CS handelt. Immerhin hat der Treuhänder eng mit der Schweizer Bank gearbeitet und war in den neunziger Jahren auch Mitarbeiter einer CS-Tochtergesellschaft.

Eine strafrechtliche Anklage gegen die Credit Suisse wäre in der Tat ein Bruch mit der bisherigen Praxis der amerikanischen Behörden. Vieles deutet indessen darauf hin, dass die US-Behörden eine neue Strategie eingeschlagen haben.

Einschüchterungsstrategie?

Das drohende Strafverfahren könnte Teil einer einschüchternden Strategie des DoJ sein, letztlich einen finanziell möglichst hohen Vergleich zu erzielen. Dieser Überzeugung ist zumindest einer der grössten Aktionäre der Credit Suisse – und es ist erst noch ein Amerikaner.

«Die Regierung hat hier einen grossen Vorteil – und kann all diese Angst in den Markt werfen und versuchen, uns Aktionäre und Mitarbeiter dazu zu bewegen, das Management zu einem Vergleich zu drängen», sagte David Herro (Bild), Investmentchef bei Harris Associates aus Chicago, am Donnerstag gegenüber der Nachrichtenagentur «Bloomberg»

Drittgrösster CS-Aktionär

Harris Associate ist eine Tochter von Natixis und war Ende 2013 mit einem Anteil von 5,1 Prozent drittgrösster Aktionär der Credit Suisse.

Im Fall der Credit Suisse ermitteln die US-Behörden bereits seit 2011, ob die Schweizer Grossbank Amerikanern bei der Steuerhinterziehung geholfen hat. Eine strafrechtliche Anklage wäre insofern ein Bruch mit der geltenden Praxis, als dass bisher meist Vergleiche mit jenen Banken ausgehandelt wurden, die für das Finanzsystem relevant sind.

Kritik aus der Politik

Wie «Bloomberg» weiter feststellt, wurden frühere Ermittlungen in den USA jeweils durch so genannte Nichtverfolgungs-Vereinbarungen oder Vereinbarungen über eine Aussetzung der Strafverfolgung beigelegt.

Diese Vereinbarungen sind allerdings unter Beschuss von einigen Politikern geraten. Sie kritisierten, dass die Banken für ihre Verstösse nicht zur Rechenschaft gezogen würden.

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden.

DOSSIER BANKEN

Dossier Banken

Dossier UBS Dossier Credit Suisse Dossier Bank Vontobel Dossier Julius Bär Dossier Zürcher Kantonalbank

Die wichtigsten Schweizer Banken auf einen Blick:

DAS BESTE IM WEB

Gute Stories und Links aus aller Welt

  • Erfindungen, die Leben retten
  • So sehen die Innovations-Labs der Banken aus
  • Die geschrumpften Banken auf einen Klick
  • Morgan-Stanley-CEO macht Kasse mit Bankaktien
  • Trumps Kabinett der Milliardäre
  • London: Der Investmentbanker Europas
mehr

SELECTION

Selection

So werden Sie ein guter Chef

Ausgezeichnete Fachkenntnisse reichen nicht. Diese sieben Punkte sind genauso wichtig.

Selection

Selection

So ruinieren Sie Ihre Karriere

Schon ein zu fester Händedruck könnte Ihrer Karriere abträglich sein.

Selection

NEWS GANZ KURZ

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

weitere News