UBS und CS – die ewigen Rivalen

Lassen sich die UBS und die Credit Suisse noch miteinander vergleichen? Und welches Geschäftsmodell ist besser? Das Researchunternehmen Trefis liefert mit interaktiven Grafiken spannende Einsichten und eine Antwort.

Dem ewigen Wettstreit müssen sich die UBS und die Credit Suisse (CS) allein schon deshalb stellen, weil sie die beiden grössten Institute der Schweiz sind und als globale Akteure im Wealth Management sowie im Investmentbanking operieren. Wer nun «besser» ist, definiert das US-Researchunternehmen Trefis ganz einfach: «Die Bank, die ihre Profitabiltität länger und nachhaltiger halten und steigern kann.»

Interessant ist der Vergleich, den Trefis nun angestellt hat, weil UBS und CS inzwischen zwei unterschiedliche Geschäftsmodelle verfolgen. Bis 2008 waren sie praktisch Zwillinge gewesen, zwar verschieden gross, aber deckungsgleich bei den angebotenen Dienstleistungen und der Marktpräsenz.

Die Zäsur von 2011

Mit den neuen Eigenkapitalregeln ab 2011 änderte sich dies: Die UBS setzte auf ihre Grösse im Wealth Management und schrumpfte ihre Investmentbank – vor allem das Geschäft mit festverzinslichen Finanzprodukten (Fixed Income). Die Credit Suisse behielt ihre Investmentbank-Strategie und fokussierte im Wealth Management auf die profitableren Märkte.

Die nachfolgenden Grafiken machen die unterschiedlichen Strategien deutlich: Rund 47 Prozent des Werts der UBS macht ihr Wealth Management aus und nur noch 30 Prozent die Investmentbank. Der Bereich Fixed Income steuert nicht mal 4 Prozent zum Unternehmenswert bei.

UBS: Bereiche und Anteile am Unternehmenswert

UBS Geschaftsmodell

(Für interaktive Darstellung klicken)

Der Kontrast zur Credit Suisse ist offenkundig: Ihr Fixed-Income-Handel steuert 21 Prozent zum Unternehmenswert bei, die Investmentbank insgesamt 50 Prozent. Das Wealth Management hingegen nur 28 Prozent.

Credit Suisse: Bereiche und Anteile am Unternehmenswert

Credit Suisse Geschaftsmodell

(Für interaktive Darstellung klicken)

Um das bessere Geschäftsmodell zu ermitteln, hat Trefis drei Parameter ausgewählt: das Erlöspotenzial, die Eigenkapitalrendite sowie das Risikoprofil.

Erlöspotenzial: Vorteil UBS

Trefis beurteilt das Wealth Management als ein Geschäft, das stabile und wiederkehrende Erträge generiert. Volatilität steuerten die Performancegebühren bei, die von der Entwicklung an den Finanzmärkten abhängig seien. Im Vergleich der beiden Banken zwischen dem zweiten Quartal 2012 und dem zweiten Quartal 2014 kommt Trefis zum Schluss, dass die UBS mit ihrem Geschäftsmodell höhere Erträge erzielt.

Zudem habe die UBS dank ihrer Grösse im Wealth Management mehr Potenzial für Wachstum. Trefis schätzt es auf jährlich 5 Prozent, bei der Credit Suisse lediglich auf 3,5 Prozent. Im Investmentbanking sei es dagegen unwahrscheinlich, dass im Handelsgeschäft jemals wieder die früheren Ertagsniveaus erreicht würden.

Eigenkapitalrendite: Vorteil Credit Suisse

In der jüngeren Vergangenheit hat die Credit Suisse konstant die höhere Eigenkapitalrendite (Restrukturierungskosten und Bussenzahlungen ausgeschlossen) ausgewiesen als ihre Rivalin. Darin zeigt sich der Vorteil einer stärkeren Investmentbank.

Denn die Margen sind dort traditionell 15 bis 20 Basispunkte höher als im Wealth Management. Trefis hält fest, dass die UBS wegen ihres stärkeren Fokus auf das Wealth Management anfälliger auf Kostenschwankungen sei.

Diese wirken sich in einem Geschäft mit tieferen Margen deutlicher auf die Eigenkapitalrendite aus. Allerdings sollten sich die Eigenkapitalrenditen der beiden Banken auch wieder angleichen, so Trefis. Denn beide streben bis Ende 2016 eine solche von 16 Prozent an.

Risikoprofil: Vorteil UBS

Klar, ein Geschäftsmodell mit stärkerer Ausrichtung auf das Investmentbanking birgt mehr Risiken. Dies zeigt sich laut Trefis deutlich in der Zusammensetzung des Eigenkapitals der beiden Banken: Die Bilanz der UBS belief sich Ende des zweiten Quartals 2014 auf rund 983 Milliarden Franken, wovon 227 Milliarden Franken risikogewichtete Aktiven waren.

Die Credit Suisse hatte mit 892 Milliarden Franken eine um 10 Prozent kleinere Bilanz. Aber die risikogewichteten Aktiven beliefen sich auf 285 Milliarden Franken, 26 Prozent mehr als bei der UBS.

Fazit: Aufwärtspotenzial

Das Geschäftsmodell der UBS ist stabiler als jenes der Credit Suisse, wie Trefis schreibt. Und es sei weniger riskant. Die Credit Suisse hingegen habe das grössere Potenzial für hohe Margen und eine hohe Profitabilität. Weil das Geschäftsmodell aber insgesamt riskanter sei, würden die Resultate stärker schwanken.

Und auf den Aktienkurs bezogen: Zu den gegenwärtigen Kursen sieht Trefis bei der UBS ein mittelfristiges Aufwärtspotenzial von 25 Prozent, bei der Credit Suisse lediglich eines von 15 Prozent.

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