Banker ärgern sich über emotionale Kunden

Manche Kunden würden oftmals überstürzt und allzu emotional handeln, anstatt sich an ihre Vorgaben zu halten, monieren Bankleute.

Emotions © Shutterstock

Nicht wenige Bankberater stecken in einem bösen Dilemma. Denn ihre Kunden haben zwar ehrgeizige Anlagestrategien, doch halten sie sich nicht daran – vor allem wenn es an der Börse abwärts geht. Dies zeigt eine die neue Studie «Getting to the Goal» des internationalen Finanzinstituts Natixis Global Asset Management.

Angesichts der Börsen-Hausse in den vergangenen zwei Jahren, ist die Stimmung unter Schweizer Finanzberatern an sich höchst erfreulich. Mehr als die Hälfte der Befragten (53 Prozent) berichtet von einem sehr starken oder starken Geschäftswachstum. Im vergangenen Jahr hatten lediglich 43 Prozent der Befragten eine solche Ansicht geäussert.

Getrübte Stimmung

Ein Ärgernis gibt es trotzdem: die Kunden. Sie trüben die positive Stimmung. Der Grund: ihr oftmals allzu emotionales Verhalten.

So gibt die Mehrheit der Schweizer Finanzberater (73 Prozent) an, dass ihre Kunden überwiegend emotional agierten. Die Kunden würden aus Sorge vor Kapitalverlusten überstürzte Anlageentscheidungen treffen, ohne sich dabei an ihren Finanzplan zu halten. Das sagen nicht weniger als 68 Prozent der Befragten.

Ahnungslose Kunden

So nehmen die Berater die Emotionalität der Anleger als ein Risiko für ihren langfristigen Erfolg wahr. Denn sie kommen zum Schluss, dass sich ihre Kunden der negativen Auswirkungen ihres eigenen Verhaltens oftmals gar nicht bewusst seien.

«Dies ist ein Dilemma, aus dem sich Anleger nicht selbst befreien können. Es liegt am Anlageberater, seinen Kunden zu helfen, die Risiken ihres emotionalen Anlageverhaltens zu erkennen und im Zaum zu halten. Zu diesem Zweck müssen langfristig ausgerichtete Investmentstrategien entwickelt werden, die auf den Anlagezielen des entsprechenden Kunden beruhen», so Jörg Knaf, Managing Director für Nordeuropa bei Natixis Global Asset Management.

Zuwachs oder Kapitalerhalt?

Die Studie ergibt zudem, dass trotz boomender Märkte die meisten Schweizer Berater (82 Prozent) ein ständiges Dilemma ihrer Kunden hinsichtlich der Anlagestrategie konstatieren.

Einerseits wünschten sich diese einen Vermögenszuwachs – etwa für die Altersvorsorge – andererseits hätten sie grosse Sorge um ihren Kapitalerhalt. Angesichts, des Niedrigzinsumfelds, der geringen Volatilität und der hohen Kundenerwartungen erkennt fast die Hälfte der Schweizer Berater (48 Prozent), dass eine reine 60/40 Anlagestrategie jeweils in Aktien und Obligationen nicht mehr zeitgemäss sei, um die erforderliche Diversifizierung eines Kundenportfolios zu erzielen.

Schutz vor Schocks

Daher erwägen immer mehr Schweizer Finanzberater, ihren Kunden-Portfolios stärker als im Vorjahr alternative Anlagen beizumischen. Die Fachleute erkennen nämlich zunehmend, dass diese offenbar dazu geeignet sind, den langfristig erforderlichen Kapitalzuwachs zu erzielen, gleichzeitig aber auch das Portfolio besser zu diversifizieren (65 Prozent) und einen Schutz vor künftigen Marktschocks zu gewährleisten (55 Prozent).

Die 150 Umfrageteilnehmer aus der Schweiz setzten sich aus 48 unabhängigen Finanzberatern, 39 gebundenen Finanzberatern, 14 Leitern von Beratungsunternehmen und weiteren 50 Teilnehmern zusammen, die in anderen beratenden Funktionen tätig sind. Insgesamt verwalten die an der Studie teilnehmenden Gesellschaften aus der Schweiz ein Anlagevermögen von 161 Milliarden Franken.

Die in Paris domizilierte Natixis Global Asset Management verwaltete per Mitte 2014 insgesamt 679,5 Milliarden Euro an Kundengeldern.

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NEWS GANZ KURZ

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

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