Finma greift im UBS-Handel durch

Die Finanzaufsicht stellte in ihren Untersuchungen zum Devisen-Skandal bei der UBS «untolerierbare» Zustände fest. Jetzt straft sie dort, wo es besonders schmerzt.

Tatort Opfikon: Im grossen Handelsraum der UBS in der Zürcher Vorortsgemeinde wurde wiederholt und über längere Zeit versucht, Devisen- und Edelmetallkurse zu manipulieren. Zu diesem Schluss kommt die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) nach Ermittlungen, die seit dem Herbst 2013 laufen. Vorgefunden hat die Aufsicht «untolerierbare Handlungsweisen».

Verstoss gegen die Gewähr

Nun greift sie durch. Gegen elf involvierte Personen werde ein Enforcement-Verfahren eröffnet, wie die Aufsicht weiter mitteilte. Zudem stellt sie fest, dass die UBS aufgrund des Verhaltens ihrer Mitarbeitenden sowie der Verletzung der Organisationsvorschriften schwer gegen die Gewähr für eine einwandfreie Geschäftstätigkeit verstossen habe.

Deshalb zieht sie bei der Grossbank eine Busse von 134 Millionen Franken ein.

Zwei Jahre Bonus-Strafe

Das Sündenregister, das die Finma-Untersuchungen in Opfikon ZH zutage fördern, ist lang: Manipulierte Stop-Loss-Aufträge, Front-Running, Spekulation auf Kosten von Kunden, Weitergabe von vertraulichen Kunden-Informationen.

Die UBS kooperiert nach eigenen Angaben voll mit der Aufsicht; in der Compliance habe sie bereits weitreichende Verbesserungen vorgenommen. Dennoch setzt die Finma der Grossbank jetzt noch einen Prüfbeauftragten in den Nacken.

Zudem traktiert die Aufsicht die UBS-Devisenhändler mit einer Kollektivstrafe: Für den globalen Devisen- und Edelmetallhandel beschränkte sie die maximale jährliche variable Vergütung für die Dauer von zwei Jahren auf 200 Prozent des Grundgehaltes. Damit hofft sie wohl, die Händler dort zu treffen, wo es besonders schmerzt.

Mit Verdacht entlassen

Relativ ungeschoren davon kommen drei weitere Banken, bei denen die Finma in Sachen Devisenmanipulationen vorstellig wurde – Medienberichten zufolge waren dies Credit Suisse, Julius Bär und die Zürcher Kantonalbank. «Die dabei teilweise zum Vorschein gekommenen Mängel können mit Massnahmen im Rahmen der Aufsichtstätigkeit ohne Enforcementverfahren behoben werden», teilte die Finma mit.

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden.

DOSSIER BANKEN

Dossier Banken

Dossier UBS Dossier Credit Suisse Dossier Bank Vontobel Dossier Julius Bär Dossier Zürcher Kantonalbank

Die wichtigsten Schweizer Banken auf einen Blick:

DAS BESTE IM WEB

Gute Stories und Links aus aller Welt

  • Morgan-Stanley-CEO macht Kasse mit Bankaktien
  • Trumps Kabinett der Milliardäre
  • London: Der Investmentbanker Europas
  • Der Sanierer soll ein Insider-Händler sein
  • RBS: Versagen auf der ganzen Linie
  • Streitpunkt neue Kapitalregeln
mehr

SELECTION

Selection

Wo sich ein MBA am meisten lohnt

Hier haben MBA-Absolventen ihre Studiengebühren am schnellsten wieder verdient.

Selection

Selection

Die USA, das neue Steuerparadies

Milliarden von Offshore-Geldern fliessen in die USA - die Vereinigten Staaten sind die neue Schweiz.

Selection

NEWS GANZ KURZ

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

weitere News