So wurde der Manipulationsskandal im Devisenhandel entlarvt

Die UBS und vier weitere Banken sind für ihre Manipulationen der Devisenmärkte ein erstes Mal gebüsst worden: Allein 3 Milliarden Dollar gehen an die britische und die amerikanische Finanzaufsicht. Hier die zeitliche Abfolge bei der Aufdeckung des Skandals.

Die Untersuchungen liefen während 18 Monaten auf internationaler Ebene, nachdem die britische Financial Stability Authority (FSA) den ersten Schritt gemacht hatte.

Wie das britische Branchenblatt «Financial News» schreibt, gab es schon länger Gerüchte und Hinweise auf die Devisenkurs-Manipulationen.

  • 12. Juni 2013: Die Financial Conduct Authority (FCA), die britische Finanzaufsichtsbehörde, startet mit der Untersuchung und sammelt jegliche Informationen, welche den bestehenden Verdacht auf die Manipulation der Devisenmärkte erhärten. Schon länger kursierten Gerüchte, dass Händler die Benchmark-Kurse beeinflussten, um Gewinne zu steigern.
  • 4. Oktober 2013: Die Finma startet ihrerseits eine Untersuchung bei mehreren Schweizer Banken.
  • 9. Oktober 2013: Mehrere Banken haben begonnen, den Email-Verkehr ihrer Händler sowie die Kommunikation auf weiteren Kanälen nach Hinweisen zu durchforsten.
  • 11. Oktober 2013: Der Fokus der Untersuchung durch die FCA richtet sich nun auf den elektronischen Chatroom, den die Top-Händler bei den Banken benutzen. Der Chatroom wird auch als «The Cartel» bezeichnet.
  • 16. Oktober 2013: Die Untersuchungen weiten sich aus: Global beteiligen sich nun zahlreiche Finanzmarktregulatoren daran.
  • 29. Oktober 2013: Die UBS teilt mit, dass sie mit den Untersuchungsbehörden kooperiert. Zudem seien gegen mehrere Angestellte disziplinarische Massnahmen eingeleitet worden. Auch die Deutsche Bank kooperiert.
  • 30. Oktober 2013: Zwei Mitglieder eines Kommittees, welches für die Bank of England die Devisenmärkte kontrolliert, werden von ihren Arbeitgebern freigestellt. Bei dem Kommittee handelt es sich um das Foreign Exchange Standing Committee.
  • 1. November 2013: Mehrere Händler von Grossbanken in New York, London und Tokio werden suspendiert.
  • 20. November 2013: Das FBI geht gegen einen Händler der Deutschen Bank vor.
  • 5. Februar 2014: Martin Wheatly, Chef der britischen FCA, sagt, dass die Devisenmarktmanipulationen genauso verwerflich waren wie die Manipulation des Libors. Weitere Händler werden entlassen: Drei bei der Deutschen Bank und der Devisenhandelschef bei der Citigroup. Das New York State Department of Financial Services verlangt von mehreren Banken weitere Dokumente.
  • März 2014: Die Bank of England suspendiert einen Angestellten. Er soll in die Manipulationen eingeweiht gewesen sein. Zudem sickert durch, das die US-Notenbank Fed bereits 2012 die Währungsmärkte genauer angesehen, aber keine Massnahmen eingeleitet hatte.
  • 15. Juli 2014: Das Financial Stability Board (FSB) veröffentlicht ein 33 Seiten starkes konsultatives Dokument über die zukünftige Gestaltung des Devisenmarktes. Teilnehmer wurden eingeladen, innert einem Monat ihre Antworten einzureichen. Im Verlaufe des Monats reichen über 30 Asset Manager und Banken ihre Antworten ein, wie der Prozess der Festlegung der Währungskurse gestaltet werden könnte.
  • 17. Juli 2014: Die britische FCA teilt mit, dass die Devisenmarkt-Untersuchungen zu einer einer bislang nie dagewesenen globalen Kooperation der verschiedenen Regulatoren geführt habe.
  • 29. August 2014: Die Anzahl suspendierter Devisenhändler steigt auf 30. Tracey McDermott, zuständig für Strafuntersuchungen bei der FCA, räumt ein, dass die Untersuchungen und die Analyse der Vorgänge noch immer in einem frühen Stadium stecken.
  • 26. Septemer 2014: Die britische Finanzmarktaufsicht hält Treffen mit sechs Grossbanken ab und diskutiert Vergleichsmöglichkeiten. FCA-Chef Martin Wheatley lässt durchblicken, dass ein Gruppenvergleich mit den Banken angestrebt werde. Den Banken drohten dabei höhere Zahlungen als jene 160 Millionen Pfund, welche die UBS 2012 für den Libor-Vergleich zahlte.
  • 12. November 2014: Fünf Banken zahlen 1,75 Milliarden Dollar in einem Vergleich an die FCA sowie 1,4 Milliarden Dollar an die CFTC. Die UBS zahlt zudem 134 Millionen Franken an die Finma.

 

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden.

DOSSIER BANKEN

Dossier Banken

Dossier UBS Dossier Credit Suisse Dossier Bank Vontobel Dossier Julius Bär Dossier Zürcher Kantonalbank

Die wichtigsten Schweizer Banken auf einen Blick:

DAS BESTE IM WEB

Gute Stories und Links aus aller Welt

  • Gegen die romantische Verblödung
  • Deutsche Bank im Visier Chinas
  • Die nächste Blase platzt im Bong
  • Nackfotos für einen Kredit
  • Die Rendite ist weiblich
  • Das sind Trumps Einflüsterer
  • Diese TV-Stars verdienen am meisten
mehr

Follow us

Follow finews.ch on Twitter Follow finews.ch on Facebook Follow finews.ch on Google+ Follow finews.ch on LinkedIn Follow finews.ch on Xing Follow finews.ch on Youtube Follow finews.ch on Instagram Follow finews.ch

Newsletter

Newsletter-SymbolKostenlos abonnieren

Abonnieren Sie jetzt den finews.ch-Newsletter und Sie erhalten kostenlos 2x wöchentlich die wichtigsten News aus der Schweizer Finanzwelt per E-Mail.

Zürcher Bankenverband

News und Einschätzungen zum Zürcher Finanzplatz.

Beiträge lesen

Lohnvergleich

Lohnvergleich

Verdienen Sie genug? Vergleichen Sie doch mal Ihren Lohn.

zum Lohnvergleich

SELECTION

Selection

Der Todesstoss fürs Online-Banking

Der Bankkunde von heute nutzt das Internet und Apps. Aber wie lange noch?

Selection

Selection

Die zehn besten Steuerparadiese

Wohin, wenn man keine oder kaum Steuern zahlen will?

Selection

NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

weitere News