Das sind die grossen Absahner in den Banken

Es sind nicht die Investmentbanker, die am meisten abkassieren. Am schnellsten wachsen die Boni in einer Sparte, die seit der Finanzkrise immer dominanter wird. Eine neue Studie beweist dies ganz klar.

Risk©Shutterstock

Wenn es um die Lohntrends im europäischen Banking geht, dann gibt die Londoner «City» noch immer den Ton an. Denn auf dem grössten Finanzplatz Europas sammeln sich die meisten Talente – und im Ringen um die Besten der Besten legen die Banken die Messlatte für die ganze Branche fest.

Kein Wunder deshalb, dass in Sachen Salär auch in Zürich und Genf stets eifrig an die Themse geäugt wird. Erst recht, wenn wie jetzt die Bonus-Saison ins Haus steht.

Jedes Jahr 30 Prozent mehr

Tatsächlich gibt es dort Überraschungen. Die Lohn-Überflieger der vergangenen Jahre waren nicht etwa die selbstbewussten Investmentbanker oder die Spezialisten des Finanzprodukte-Verkaufs. 

Jedes Jahr mindestens 30 Prozent mehr Bonus erhielt vielmehr eine andere Experten-Gruppe, die eigentlich mit dem Banking per segar nicht so viel zu tun hat – aber trotzdem immer wichtiger wird: die Risiko-Manager.

Wie eine Umfrage des britischen Lohn-Analyse-Dienstes Emolument bei knapp 600 Compliance-Fachleuten in London ergab, konnten sich die Risiko-Manager bereits in den vergangenen zwei Jahren an üppig wachsenden Lohnpaketen erfreuen. So stiegen die Basissaläre jährlich im Schnitt um 4,5 Prozent, allein die Boni gar um 33 Prozent.

Spendable Grossbanken

Die führenden Grossbanken, welche auch die grössten Risiken zu managen haben, erwiesen sich dabei als besonders spendabel: Wie die Umfrage von Emolument zeigt, stiegen dort die Boni in derselben Zeitspanne gar um 65 Prozent – zur Erhebung trugen dabei auch Compliance-Fachleute der Schweizer Grossbanken UBS und Credit Suisse bei (siehe Grafik unten).

RiskGrafik 500

Angesichts dieser Zahlen sprechen die Experten bei Emolument bereits von einem Rekrutierungs-Boom. Weil erfahrene Compliance-Spezialisten weiterhin knapp seien, könnten diese die Anstellungsbedingungen diktieren – und Einfluss auf die Boni nehmen. Angesichts der neuen Vorschriften und Milliarden-Bussen, die derzeit auf die Banken niederprasseln, seien Risiko-Manager «heisse Ware», folgert Emolument.

Gleichzeitig gewinnen die Compliance-Abteilungen innerhalb der Banken immer mehr an Gewicht. Längst haben sie den Status des «Middle-Office» verlassen und agieren mit immer grösserer Autonomie und Selbstverständlichkeit.

«Heisse Ware» auch in der Schweiz

Auch im Swiss Banking ist das mittlerweile so. Hierzulande wurden diese Einheiten ebenfalls massiv ausgebaut – und gewinnen bei Entscheidungsprozessen zunehmend an Gewicht. So muss mittlerweile auch im Private-Banking die Akquisition einzelner Kunden von ganzen Risiko-Komitees abgesegnet werden.

Eine vom Schweizer Online-Stellenportal Jobdirectory.ch exklusiv für finews.ch erstellte Auswertung zeigt, wie gefragt die Risiko-Spezialisten auch am hiesigen Finanzplatz sind.

Rasant steigende Nachfrage

So stiegen die in den Bereichen «Legal & Compliance», «Internal Audit» und «Risk Management» ausgeschriebenen Stellen in den vergangenen Jahren rasant. Wurden über Jobdirectory.ch im Jahr 2012 noch 520 solche Spezialisten gesucht, waren es zwölf Monate später bereits 729. Im Jahr 2014 waren in jenen Bereichen sage und schreibe 886 neue Stellen zu besetzen.

Eine ganz leichte Abschwächung stellte sich Ende 2014 ein – doch der Trend weist ganz klar auf einen weiter steigenden Bedarf an diese Funktionsträgern in den Banken hin (siehe nachfolgende Grafik).

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Und: Wenn die Compliance-Spezialisten in der Schweiz ein knappes Gut sind, dann dürfte hierzulande auch ihr Preis steigen. Es fragt sich nur, wie sich die Boni-Zahlungen auf das Verhalten der Risiko-Manager auswirken wird.

Ein irrationales Verhalten

Spätestens seit dem Ausbruch der Finanzkrise ist nachweisbar, dass die Aussicht auf einen hohen Verdienst manche Risiko-Manager dazu verleitet, ein irrationales Verhalten an den Tag zu legen. C'est à suivre.

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NEWS GANZ KURZ

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut dem Bericht ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

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