So reagieren Banken auf den Fintech-Boom

Fintech-Unternehmen sind Chance und Risiko zugleich für die etablierte Finanzindustrie. Banken haben realisiert, dass gewisse Fintech-Geschäftsmodelle nicht ignoriert werden können. Diese Grafik zeigt, wie die Banken darauf reagiert haben.

Was Innovationen in der Finanzarchitektur, auf der Produkteebene und bei den technologischen Anwendungen in den Finanzmärkten betrifft, gehören Banken zu den frühen Anwendern.

Im Bereich Fintech sieht es etwas anders aus: Diese jungen Unternehmen nutzen gezielt die neuen Möglichkeiten, welche das Internet sowie mobile Technologien und Social Media, Big Data sowie Cloud Computing bieten, um neue Geschäftsmodelle im Banking zu entwickeln.

Die etablierte Bankenindustrie schien diesen Trend zunächst nur zu beobachten – auch aus nachvollziehbaren Gründen: Müssen sie doch ihre Investitionen in die bestehenden Geschäftsmodelle amortisieren. Ausserdem besteht beim Beschreiten völlig neuer Wege immer auch die Gefahr, dass «alte» Ertragsquellen durch die neuen kannibalisiert werden.

Avinash Swamy 160Der Unternehmensberater und Blogger Avinash Swamy hat auf Basis von Unternehmensinformationen und Medienberichten der vergangenen zwei Jahre einerseits untersucht, welche Strategie Fintech-Startups wählen, um ihre Innovationen in den Markt zu tragen.

Und er hat andererseits untersucht, welche Strategie die etablierten Banken (Bild: Ein Fintech-Hackathon bei der amerikanischen Citibank) wählen, um den Fintech-Boom nicht zu verschlafen.

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Hier die wichtigsten Punkte:

  • Die meisten Banken ziehen es vor, eigene Startup-Programme zu lancieren und für Fintech-Unternehmen als Inkubator zu dienen. Knapp die Hälfte der Banken hat diese Strategie gewählt, während rund 20 Prozent Risikokapital-Fonds aufsetzten, um in Fintech-Unternehmen zu investieren.
  • Ein weiteres Fünftel der Banken hat sich für eine Partnerschaft mit Fintech-Unternehmen entschieden, 10 Prozent haben akquiriert und nur 7 Prozent haben eigene Fintech-Tochtergesellschaften gegründet.
  • 60 Prozent der Fintech-Unternehmen, die auf dem beschriebenen Weg in eine Beziehung mit einer Bank getreten sind, haben Technologielösungen geliefert. Die übrigen 40 Prozent bieten hingegen Plattformen im Retail-Bereich oder Kreditwesen.
  • Europäische Banken scheinen die Fintech-Schiene deutlich stärker zu besetzen als amerikanische Banken: 80 Prozent der hier genannten Banken haben ihren Hauptsitz in Europa. Asiatische Banken scheinen konservativere Strategien zu verfolgen. Laut Swamy arbeiten sie mehrheitlich mit bereits etablierten IT-Unternehmen zusammen, die ihrerseits Programme für Fintech-Innovationen pflegen.
  • Die Schweizer Grossbanken UBS und Credit Suisse tauchen hier nicht auf – was nicht bedeutet, dass sie den Innovationszug vorbeifahren lassen. Beiden Institute haben zuletzt massiv in den Aufbau eines digitalen Private Bankings investiert.

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NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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