Privatbanken: Nun schlägt die Stunde der Jäger

Statt dem Margendruck nur mit Sparmassnahmen zu begegnen, sollten sich Privatbanken lieber um die richtige Aufstellung ihrer Teams kümmern. Das findet ein in der Branche bekannter Coach – und entwirft gleich eine Musterformation.

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Der Kampf um Kundengelder wird härter, die Zinsen sind historisch tief, und die Gesetzeswelle rollt. Keine Frage, die Zeiten im Swiss Private Banking ware selten schwieriger. Gleichzeitig ändern sich die Kundenerwartungen wie nie zuvor.

Andy Aeschbach 160Die Banken reagieren auf diese Herausforderungen mit Sparmassnahmen und dem Einsatz von neuen Technologien – Stichwort Digitalisierung. Allzuoft vergessen geht dabei aber, die Organisation an der Kundenfront auf Vordermann zu bringen: Das sagt der bekannte Zürcher Banken-Coach Andy Aeschbach (Bild oben) im deutschen «Private-Banking-Magazin».

Die richtige Mischung machts

Um ein für die Zukunft erfolgreiches Private-Banking-Team zu formen, spielen laut Aeschbach die Mischung von Persönlichkeiten im Team eine zentrale Rolle. «Auf jeden Fall benötigt man erfahrenes, motiviertes und fachkundiges Personal» (Siehe dazu Grafik unten – die Zahl in Klammer steht für die Anzahl Köpfe im Team).

  • Personalentwicklung und Scouting: Die richtige Person für den richtigen Job – damit hängt der Erfolg auch im Private Banking. Allerdings verfügten dort viele Verantwortliche nicht über die notwendigen Erfahrungen, Bewerber einzuschätzen oder Mitarbeiter richtig einzusetzen, findet Aeschbach. Umso wichtiger sei es daher, eine kompetente Fachstelle innerhalb des Private-Banking-Teams, also losgelöst von der Gesamtorganisation, aufzubauen.
  • Concierge Services: Dies sei eine oft unterbewertete Dienstleistung, welche hauptsächlich von Family Offices und nur von wenigen Banken angeboten werde.
  • Hunter: Dies sind gemäss Coaching-Profi Aeschbach typischerweise extrovertierte Persönlichkeiten, die auf andere zugehen können und dies auch gerne bei verschiedenen Gelegenheiten zelebrieren. «Ein Hunter ist die treibende Kraft für die Kundenakquise.» Ein erfolgreicher Hunter sollte weltweit und wenn möglich grenzüberschreitend tätig sein können, ohne Segmentierung oder geografische Einschränkungen.
  • Farmer: Dies seien im Gegensatz zu den Huntern eher introvertierte Persönlichkeiten mit ausgeprägten analytischen Eigenschaften. Sie lassen sich tendenziell gut in ein Team integrieren, akzeptierten Strukturen ohne Weiteres. Erfahrene Farmer sind laut Aeschbach die Stützen einer funktionierenden Private-Banking-Einheit. Zur Vereinfachung sollten sie daher in verschiedene Segmente eingeteilt werden. Dadurch erklärt sich auch die relative hohe Mitgliedszahl.
  • Financial Planning: Die Kunden von morgen interessieren sich oft für Nachfolgethemen. Hier sollte ein Logbuch für einen Kunden erstellt werden, empfiehlt Aeschbach. Damit bleibe man auf Kurs und könne sich innerhalb der Abteilung auch an bestimmte Ziele halten.
  • Vermögensverwalter-Mandate und Investments: Diese Fachstelle vereinfacht den Huntern und Farmen ihre Funktion, indem sie diesen die komplexen Aufträge abnimmt.

Private Banking Grafik 501 

In Reichweite der Organisationsstruktur eines Private-Banking-Teams sollten sich idealerweise auch die drei Fachfunktionen externes Coaching, Advisory Board und Digital Banking befinden, fordert Aeschbach.

Ein besonderes Augenmerk legt der Verfasser auf die Leitung des Private Bankings. Diese müsse unbedingt im Tagesgeschäft als Hunter oder Netzwerker eingebunden sein. «Dadurch werden die beiden Soll-Stellen in der Kundenakquise unterstützt», so Aeschbach.

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Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

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