Bereitet die UBS die Eroberung Chinas vor?

Kann sich die UBS an Chinas Postbank beteiligen, wäre dies ein Coup, der Grenzen sprengen würde: Der weltweit grösste Wealth Manager erhielte Zugang zu einem gigantischen Pool potenzieller Neukunden.

Die China Postal Savings Bank ist wahrhaftig riesig: Mit einem Netz von 40'000 Filialen bedient sie annähernd eine halbe Milliarde Kunden. Diese Bank geht wohl kommendes Jahr an die Börse. Wie am Mittwoch auch finews.ch meldete, soll sich die UBS bemühen, eine Beteiligung an dem Finanzgiganten zu erstehen.

Noch ist nichts bestätigt und nichts in trockenen Tüchern. Sollte die UBS aber – und davon kann man aufgrund ihrer bisherigen Strategie in China ausgehen – unter den Bewerbern für eine Beteiligung sein und würde sie diese erhalten, dann wäre dies wohl der Auftakt für den finalen Eroberungszug der UBS in China.

Mehr als USA und Russland zusammen

Der mit rund 2 Billionen Franken verwalteten Vermögen ohnehin schon grösste Wealth Manager der Welt erhielte Zugang zu annähernd einer halben Milliarde potenzieller Neukunden. Eine halbe Milliarde: Das ist mehr als die beiden Bevölkerungen der USA und Russland zusammen.

Diese Kunden sind Teil einer Volkswirtschaft, die noch immer rasant wächst, sie sind Teil einer Mittelschicht, die laufend vermögender und darum auch anspruchsvollere Bankdienstleistungen beanspruchen wird: Beratung und Zugang zu Investmentprodukten und internationalen Anlagemärkten.

Standbein enorm wichtig

Was Chinas Markt für die UBS bedeutet, hat diese Woche ihr Verwaltungsratspräsident Axel Weber mit deutlichen Worten auf dem US-TV-Sender Fox News gesagt: Ein Standbein in China zu haben, sei für einen Wealth Manager von enormer Wichtigkeit, die Anzahl Vermögender steige schneller als anderswo und deren Bedürfnis nach diversifizierten Anlageportfolios nehme zu.

Der strategische Aufbau der China-Expansion ist bei der UBS schon seit über zwölf Jahren in Gang: 2003 erhielt die UBS als erstes ausländisches Finanzinstitut überhaupt die Lizenz als Qualified Foreign Institutional Investor, was ihr Zugang zur Börse in Schanghai und Renminbi-Anlagen verschaffte.

Ein Jahr später öffnete die UBS wiederum als erstes ausländisches Institut eine Niederlassung in Peking. 2006 erhielt die UBS die Vollbanklizenz, sodass sie nun die ganze Dienstleistungspalette von Investmentbanking über Asset Management und Private Banking anbieten konnte.

Lange Aufbauarbeit

Diese Aufbauarbeit war gleichzeitig das Sprungbrett zum grössten Wealth Manager für Chinas Superreiche. Aber eine Beteiligung an der China Postal Savings Bank würde die Schleusen für diesen immensen Markt noch viel weiter öffnen. Das mag bisher nur ein Szenario sein, doch es ist keine Phantasterei.

Denn soviel ist anlässlich des geplanten IPO auch durchgesickert: Chinas Regierung will lieber strategische als finanzielle Investoren, die sich nach ein paar Jahren wieder davon machen würden. Ein strategischer Investor könnte hingegen der Schlüssel für chinesische Bankkunden sein, die komplexere Dienstleistungen und Produkte wünschen.

Kapitalmarkt entwickelt

Mit ihrer bisherigen Historie in China dürfte die UBS zu den Favoriten für eine Beteiligung an Chinas Postbank haben. Denn durch ihre Pionierarbeit als ausländisches Institut hat sie dem Reich der Mitte bei ihren Kapitalmarktreformen wertvolle Unterstützung geleistet.

Ausserdem hat die UBS bewiesen, wie ernst es ihr mit ihrem Bekenntnis zum chinesischen Markt ist. Erhielte sie den Zuschlag für eine Beteiligung von bis zu 10 Prozent, würde sie dies gemäss Schätzungen an die 3 Millliarden Dollar kosten. Die Chancen, die sich damit ergäben, würden ein Mehrfaches einbringen.

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NEWS GANZ KURZ

Fonds-Daten

Nach zweijähriger Zusammenarbeit haben sich zwei Dutzend Finanzinstitute angeführt von UBS, Credit Suisse und Julius Bär in Kooperation mit der Firma Fundinfo auf die Veröffentlichung des «openfunds-Standards». Die Initiative definiert häufig verwendete Fonds-Datenfelder. Jedes der 200 einzelnen Felder wird für die Datenübertragung spezifiziert und mit einem Identifier versehen.

SIX

Die Netzwerkprobleme der SIX sind nun vollständig behoben. Die Ursachen seien identifiziert. Die Systeme würden seit Mittwoch wieder stabil und ohne weitere Unterbrüche laufen. Die SIX hatte während über zwei Tagen mit grossen Netzwerkstörungen gekämpft, insbesondere der Zahlungsverkehr war betroffen gewesen.

Fondsmarkt

Das Vermögen der in der Statistik von Swiss Fund Data und Morningstar erfassten Anlagefonds erreichte im Mai 2016 rund 894 Milliarden Franken. Dies entspricht im Vergleich zum Vormonat einer Zunahme von knapp 20 Milliarden Franken oder 2,2 Prozent. Die Nettomittel-Zzuflüsse betrugen rund 340 Millionen Franken.

Postfinance

Die Postbank beteiligt sich am Kölner Fintech-Startup Moneymeets. Dieses betreibt eine Online-Plattform in den Bereichen Multibanking, Personal Finance Management und Versicherungen. Angestrebt ist ein Wissenstransfer, der Postfinance den Vorstoss in neue Geschäftsfelder ermöglichen soll.

Credit Suisse

Die Credit Suisse hat zum dritten Mal ihre Studie zum Finanzplatz Schweiz veröffentlich. Darin legt die Bank die Entwicklungen der letzten zwei Jahre dar, vergleicht die Positionierung internationaler Finanzplätze und geht auf Trends ein. Ausserdem sind in der Studie Faktoren für den zukünftigen Erfolg des Finanzplatzes definiert und es werden Handlungsempfehlungen sowohl für Marktteilnehmer als auch für Politik und Regulatoren gegeben.

Thurgauer Kantonalbank

Das Wahlprozedere für den Bankrat der Thurgauer Kantonalbank ist bestätigt worden. Der Thurgauer Grosse Rat hat eine parlamentarische Initiative von drei SVP-Kantonsräten abgelehnt: Darin wurde verlangt, dass künftig das Parlament neue Mitglieder für den Bankrat vorschlagen kann - und nicht mehr die Regierung.

Banken-Rating

Die Ratingagentur Fitch hat das Langfristrating für die UBS auf «A+» von bisher «A» erhöht. Die Erhöhung der Langfristratings für UBS AG und UBS Schweiz reflektiere die Kapitalposition der Gruppe. Die Gruppe sei damit in der Lage, die vorrangigen Verpflichtungen auch im Liquidationsfall zu decken. Das Langfristrating für die Credit Suisse bleibt bei «A».

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