Geht Raiffeisen bald an die Börse?

Bislang war es Genossenschaftsbanken gesetzlich verwehrt, Partizipationsscheine auszugeben. Nach intensivem Lobbying seitens der Raiffeisen-Banken ist die Tür nun einen Spalt weit aufgestossen worden.

Am (heutigen) Donnerstag debattierte der Ständerat eine Motion, die den genossenschaftlich organisierten Banken künftig den Gang an die Börse erlauben soll. Konkret geht es um die Emission von Partizipationsscheinen (PS).

Fabio Abate 160Obwohl der Bundesrat das Begehren zur Ablehnung empfahl, stimmten 32 Ständeräte dafür, nur 5 sprachen sich dagegen aus – dem Lobbying sei dank. Denn der Initiant dieses Vorstosses ist ausgerechnet ein Vertreter der Raiffeisen, nämlich Fabio Abate (Bild links) von der Tessiner FDP. Der Notar und Anwalt sitzt im Verwaltungsrat der Raiffeisenbank Locarno.

Bundesrat dagegen

Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf kritisierte die Motion dahingehend, dass sie Genossenschaftsbanken gegenüber Privatbanken bevorteilen würde. Weiter gäbe es grosse Unterschiede wie Genossenschafts- und Privatbanken reguliert würden. Eine Eigenkapitalaufnahme über die Börse sei daher nicht möglich, so die Finanzministerin.

Widmer-Schlumpf stützt sich dabei auf das Bundesgerichtsurteil vor gut einem Jahr. Damals erteilte der oberste Schweizer Gerichtshof der Raiffeisen eine Abfuhr.

Vor dem Hintergrund der verschärften Eigenmittelanforderungen hatte die genossenschaftlich organisierte Raiffeisen-Gruppe 2012 beschlossen, Partizipationsscheine im Umfang von 300 Millionen Franken zu schaffen und auszugeben.

Eine allfällige Einführung von genossenschaftlichen PS müsste durch den Gesetzgeber erfolgen, hiess damals die Begründung.

Zu enges Korsett?

Nach dem abschlägigen Urteilen darf die Raiffeisen ihr Eigenkapital weiterhin nur durch Gewinneinbehaltung, durch Ausgabe neuer Genossenschaftsanteile und durch Hinaufsetzen des Nominalwerts dieser Anteile erhöhen.

Offenbar ist ihr dieses Korsett aber zu eng, obwohl die Gruppe sehr gut finanziert ist. Ständerat Abate und seine Mitstreiter wollen diese Bestimmungen lockern. Die Motion geht nun in den Nationalrat.

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Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

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