Ist die UBS eine «Value Pearl»?

Ein Grossteil der europäischen Banken fällt beim Schweizer Kreditrating-Unternehmen Independent Credit View durch. Anders sieht es für die Schweizer Grossbanken aus.

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Das laut eigenen Angaben unabhängige Schweizer Kredit-Ratinginstitut Independent Credit View (I-CV) veröffentlichte kürzlich ihre zehnte Analyse über die Bonität der europäischen Grossbanken, zu denen auch die UBS und die Credit Suisse (CS) gehören. 

Das Fazit vorneweg: Nicht wenige europäische Banken haben noch allerhand Arbeit vor sich. Zudem stellen die Autoren einen «gespaltenen europäischen Bankenmarkt fest».

Kluft beim Kapitalbedarf

Für viele Banken spitzt sich die Lage zu. Die Frage, wie die Kapitallücken geschlossen werden können, bleibt hochaktuell. Hat das klassische Bankenmodell ausgedient? Müssen sich die Banken neu erfinden, oder steht eine Konsolidierung im Markt bevor?

Diese Kluft wird besonders deutlich beim Kapitalbedarf. Dieser erreicht bei italienischen und spanischen Banken fast das Anderthalbfache ihrer aktuellen Marktkapitalisierung. Auch Banken in Deutschland, Österreich und Frankreich haben zum Teil hohen Kapitalbedarf (siehe nachstehende Grafik).

i CV 500

(SHBA = Svenska Handelsbanken, SEBA = Skandinaviska Enskilda Banken, NDA = Nordea Bank, DNB = DnB Nor Bank, ISP= Intesa San Paolo, ACA = Crédit Agricole, EBS = Erste Group Bank, GLE = Société Générale, CBK = Commerzbank, UCG = Unicredit, RBI = Raiffeisen Bank International)

Für die beiden Schweizer Grossbanken UBS und CS hingegen sowie für zwei schwedische Finanzinstitute bleibt der Kapitalbedarf vergleichsweise gering.

UBS und CS spürbar robuster

Am besten hinsichtlich Kreditwürdigkeit schneiden in der Analyse die Swedbank und die Svenska Handelsbanken aus Schweden ab. Auch die CS und die UBS sind deutlich robuster und weisen eine klar über dem europäischen Durchschnitt liegende Kreditwürdigkeit auf.

Kaufgelegenheiten für Investoren wittern die Autoren der Studie primär bei Banken, deren Neuausrichtung weit fortgeschritten ist. Dies sei bei beispielsweise bei der UBS der Fall, heisst es. Die grösste Schweizer Bank ist sogar eine «Value Pearl». Zwei weitere «Perlen» sind die Skandinaviska Enskilda Banken (SEB) und die Swedbank (siehe nachstehende Grafik).

i CV 2 500

Nicht erwärmen können sich die I-CV-Leute für Finanzinstitute mit schwacher Bonität – also mit Ratings unter dem investierbaren Niveau von BBB. Das sind so genannte «Cliffhangers». Darunter fallen die deutsche Commerzbank, die österreichische Erste Group sowie die italienische Unicredit.

Bei einer Normalisierung der Geldpolitik oder bei einer Abschwächung der Wirtschaft in Kerneuropa würden diesen Banken höchste Risiken drohen, so die Autoren.

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden.

DOSSIER BANKEN

Dossier Banken

Dossier UBS Dossier Credit Suisse Dossier Bank Vontobel Dossier Julius Bär Dossier Zürcher Kantonalbank

Die wichtigsten Schweizer Banken auf einen Blick:

DAS BESTE IM WEB

Gute Stories und Links aus aller Welt

  • Gegen die romantische Verblödung
  • Deutsche Bank im Visier Chinas
  • Die nächste Blase platzt im Bong
  • Nackfotos für einen Kredit
  • Die Rendite ist weiblich
  • Das sind Trumps Einflüsterer
  • Diese TV-Stars verdienen am meisten
mehr

Follow us

Follow finews.ch on Twitter Follow finews.ch on Facebook Follow finews.ch on Google+ Follow finews.ch on LinkedIn Follow finews.ch on Xing Follow finews.ch on Youtube Follow finews.ch on Instagram Follow finews.ch

Newsletter

Newsletter-SymbolKostenlos abonnieren

Abonnieren Sie jetzt den finews.ch-Newsletter und Sie erhalten kostenlos 2x wöchentlich die wichtigsten News aus der Schweizer Finanzwelt per E-Mail.

Zürcher Bankenverband

News und Einschätzungen zum Zürcher Finanzplatz.

Beiträge lesen

Lohnvergleich

Lohnvergleich

Verdienen Sie genug? Vergleichen Sie doch mal Ihren Lohn.

zum Lohnvergleich

SELECTION

Selection

Die USA, das neue Steuerparadies

Milliarden von Offshore-Geldern fliessen in die USA - die Vereinigten Staaten sind die neue Schweiz.

Selection

Selection

Die zehn gröbsten Fehler im Lebenslauf

Diese Fehler sollten Bewerber im Curriculum Vitae tunlichst vermeiden.

Selection

NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

weitere News