Hier arbeitet die UBS an der digitalen Einheitswährung

«Um es gleich vorwegzunehmen», sagt Alex Batlin, «wir arbeiten hier nicht an einem UBS-Coin». Batlin, seines Zeichens Leiter des UBS-Labors (Bild) im derzeit grössten Fintech-Inkubator Londons Level 39, spielt damit auf Bitcoin an, die derzeit bekannteste der so genannten Krypto-Währungen.

Und doch hat das gut zehnköpfige Team Batlins in den nächsten Monaten Grosses vor mit der Blockchain-Technologie, auf der auch Bitcoin gründet. Konkret: Die Grossbank tüftelt an einer industrieübergreifenden digitalen Währung, um Finanztransaktionen abzuwickeln. Damit sollen einst Brücken zwischen den verschiedene Handels- und Kryptowährungsplattformen geschlagen werden.

Vom digitalen zum realen Geld

Batlin 160Anfang 2016 will Batlin dazu erste Resultate präsentieren, wie der Spezialist (Bild links) in einem Mediengespräch in London erklärte, bei dem finews.ch zugegen war. Noch hat die Währung keinen richtigen Namen. «Utility-Coin» nennen sie Batlins Team-Mitglieder, in Anspielung an den Zweck, möglichst viele Parteien und Plattformen miteinander zu verbinden.

Die Ansprüche an die neue Währung sind hoch. Sie soll nicht nur in der digitalen Welt einen Wert aufweisen, sondern direkt mit Bankeinlagen bei den Notenbanken verbunden werden. Damit würde, erklärt Batlin, aus einem digitalen Franken ein realer Franken.

Rückgriff auf Zuger Startup

Damit rennt die UBS zumindest bei einzelnen Währungshütern offene Türen ein. So diskutierten etwa die US-Notenbank Fed und die Bank of England unlängst die Möglichkeit von Zentralbank-basierten digitalen Währungen.

Hingegen dürfe die Krypto-Währungs-Gilde, die stark von libertärem Gedankengut geprägt wird, den Eintritt der Grossbank in ihre Domäne argwöhnisch beachten. Die UBS beteuert denn auch, dass sie in ihren Bestrebungen die Zusammenarbeit gross schreibe: Das Experiment folge dem Grundprinzip, den Einsatz der Blockchain-Technologie für das Banking skalierbarer, sicherer und für möglichst viele Teilnehmer zugänglicher zu machen.

Die Grossbank selber stützt sich auf die Technologie anderer Player in dem Bereich: Laut Batlin sind dies insbesondere die Zuger Fintech-Startup Etherum sowie die Blockchain-Börsentechnologie-Spezialistin Clearmatics.

Auf die Resultate darf man gespannt sein.

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NEWS GANZ KURZ

Saxo Bank

Antonio Ferrante, der Chef der Saxo Bank Schweiz, ist zurückgetreten. Interimistisch übernimmt Patrick Hunger seinen Posten. Ferrante war nur wenig länger als zwei Jahre Chef des Online-Trading-Hauses. Er kam Anfang 2014 von der Credit Suisse für Søren Mose, der Saxo zusammen mit COO Ian Keates und Finanzchef Martin Beinhoff abrupt verlassen hatte.

Aargauische Kantonalbank

Das Staatsinstitut muss dem Kanton Aargau aus dem Rekordgewinn von 2015 mehr Geld abliefern. In die Staatskasse fliessen gemäss Beschluss des Eigners 91 Millionen Franken. Das sind 16 Millionen Franken mehr, als die Bank vorgeschlagen hat.

Fonds-Daten

Nach zweijähriger Zusammenarbeit haben sich zwei Dutzend Finanzinstitute angeführt von UBS, Credit Suisse und Julius Bär in Kooperation mit der Firma Fundinfo auf die Veröffentlichung des «openfunds-Standards». Die Initiative definiert häufig verwendete Fonds-Datenfelder. Jedes der 200 einzelnen Felder wird für die Datenübertragung spezifiziert und mit einem Identifier versehen.

SIX

Die Netzwerkprobleme der SIX sind nun vollständig behoben. Die Ursachen seien identifiziert. Die Systeme würden seit Mittwoch wieder stabil und ohne weitere Unterbrüche laufen. Die SIX hatte während über zwei Tagen mit grossen Netzwerkstörungen gekämpft, insbesondere der Zahlungsverkehr war betroffen gewesen.

Fondsmarkt

Das Vermögen der in der Statistik von Swiss Fund Data und Morningstar erfassten Anlagefonds erreichte im Mai 2016 rund 894 Milliarden Franken. Dies entspricht im Vergleich zum Vormonat einer Zunahme von knapp 20 Milliarden Franken oder 2,2 Prozent. Die Nettomittel-Zzuflüsse betrugen rund 340 Millionen Franken.

Postfinance

Die Postbank beteiligt sich am Kölner Fintech-Startup Moneymeets. Dieses betreibt eine Online-Plattform in den Bereichen Multibanking, Personal Finance Management und Versicherungen. Angestrebt ist ein Wissenstransfer, der Postfinance den Vorstoss in neue Geschäftsfelder ermöglichen soll.

Credit Suisse

Die Credit Suisse hat zum dritten Mal ihre Studie zum Finanzplatz Schweiz veröffentlich. Darin legt die Bank die Entwicklungen der letzten zwei Jahre dar, vergleicht die Positionierung internationaler Finanzplätze und geht auf Trends ein. Ausserdem sind in der Studie Faktoren für den zukünftigen Erfolg des Finanzplatzes definiert und es werden Handlungsempfehlungen sowohl für Marktteilnehmer als auch für Politik und Regulatoren gegeben.

Thurgauer Kantonalbank

Das Wahlprozedere für den Bankrat der Thurgauer Kantonalbank ist bestätigt worden. Der Thurgauer Grosse Rat hat eine parlamentarische Initiative von drei SVP-Kantonsräten abgelehnt: Darin wurde verlangt, dass künftig das Parlament neue Mitglieder für den Bankrat vorschlagen kann - und nicht mehr die Regierung.

Banken-Rating

Die Ratingagentur Fitch hat das Langfristrating für die UBS auf «A+» von bisher «A» erhöht. Die Erhöhung der Langfristratings für UBS AG und UBS Schweiz reflektiere die Kapitalposition der Gruppe. Die Gruppe sei damit in der Lage, die vorrangigen Verpflichtungen auch im Liquidationsfall zu decken. Das Langfristrating für die Credit Suisse bleibt bei «A».

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