Sergio Ermotti: Schluss mit der Angstkultur

Kriminelles Verhalten und milliardenteure Skandale haben in vielen Banken zu einer Scheu vor Risiken und Fehlern geführt. UBS-Chef Sergio Ermotti will die Angstkultur nun brechen. 

Es muss wohl ein spezieller Moment für 300 Top-Manager der UBS gewesen sein, als der Chef der grössten Bank der Schweiz am Hauptsitz in Zürich, die folgende Worte an sie richtete:

Es sei akzeptabel Fehler zu begehen, wenn man grössere Risiken eingehe, solange es sich um ehrliche Fehler handle.» Dies berichtete die «Financial Times» (Artikel bezahlpflichtig) am Mittwoch.

Vor allem Risiken abgebaut

Ermottis Aufruf an seine Topleute, die Einstellung gegenüber Risiken bei Neugeschäften zu ändern, ist erstaunlich, angesichts der Tatsache, dass die UBS nach der Finanzkrise stärker als andere Finanzinstitute risikoreiche Geschäftsfelder abbaute.

Eine Entwicklung die nach dem Nahtod-Erlebnis der grössten Bank der Schweiz vor sieben Jahren und zahlreichen milliardenteuren Skandalen allerdings zwingend war.

Doch offenbar hat der damit einhergehende – und auch gewollte – Kulturwandel zu einer Scheu vor Risiken, ja Angstkultur innerhalb der UBS geführt. Und die ist im Banking, wo es um das Eingehen und Berechnen von Risiken geht, geschäftsschädigend.

Denn Ermotti fürchtet, dass legale Geschäfte nicht zum Abschluss kommen könnten. Und dies schade der Bank und dem Kunden gleichermassen, sagte er zu seinen Kaderleuten.

Toleranz walten lassen

Daher fordert der gebürtige Tessiner, einen «gewissen Grad an Toleranz gegenüber Fehlern» walten lassen. Anstatt ein Geschäft von vornherein abzuweisen, weil es womöglich schief gehen könnte, sollte man sich im Team und mit Vorgesetzen absprechen, so der UBS-Chef weiter.

Nulltoleranz herrsche aber nach wie vor gegenüber illegalem beziehungsweise compliancewidrigem Verhalten, betonte der Bankchef.

Die UBS unternimmt denn auch einiges, um das regelkonforme Verhalten ihrer fast 60'000 Mitarbeitern sicher zu stellen. Dafür hat die Bank in Polen und in den USA eigene «Überwachungszentralen» eingerichtet. Unlängst gab die UBS bekannt, diese personell weiter aufzustocken, wie auch finews.ch berichtete.

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NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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