Online-Banking als digitales Erlebnis – nicht in der Schweiz

Das modernste Banking bietet George. So lautet die Eigenwerbung der Erste Bank Österreich für ihr Internet-Angebot. Und George ist in den Augen vieler Fachleute tatsächlich das zurzeit beste Online-Angebot in Europa. Auch im Urteil von Falk Kohlmann, dem Head of Banking Trends & Innovation bei der Swisscom.

George biete zunächst einmal eine moderne Darstellung, erklärt er gegenüber finews.ch. Sie sei einfach und intuitiv zu bedienen. «Zudem bietet sie zahlreiche Personalisierungs-Möglichkeiten für verschiedene Funktionen auf der Oberfläche. Und George verfolgt einen Plattformgedanken. Das heisst, die Funktionen lassen sich kontinuierlich durch neue Plug-Ins erweitern», so der Fachmann.

Sich an George messen

Falk Kohlmanns Urteil hat bei Schweizer Banken Gewicht. Denn er leitet den Swisscom-Think-Tank «E-foresight», der zahlreiche Schweizer Banken mit Trendanalysen, Research und Daten beliefert, sowie Work-Shops und Roundtable-Gespräche für Manager und Geschäftsleitungen veranstaltet.

George 501

E-foresight hat George bereits bei vielen Banken und Managern als Best Practice vorgestellt. «Schweizer Banken könnten sich George als Vorbild nehmen oder zumindest einzelne Funktionen daraus», sagt Kohlmann ganz klar.

Es fehlt das digitale Erlebnis

Tatsächlich ist ein Überblick über die E-Banking-Angebote in der Schweiz rasch gemacht. Sie bilden die wichtigsten Bankdienstleistungen ab wie Kontoübersicht, Bezahl- und Tradingfunktionen, teilweise auch Research und Kommunikationsmöglichkeiten. Doch wähnt man sich als Nutzer dabei in einer doch eher nüchternen und etwas steifen Bankenwelt. Sprich: Das digitale Erlebnis fehlt.

Gleiches gilt für die divesen Banking-Apps, die im Prinzip ein Abbild der E-Banking-Lösungen sind, weil sie einfach für kleinere Displays konzipiert sind. George ist da anders.

George 502

Es soll Spass machen

Denn der Nutzer wird dabei in eine digitale Welt entführt, die ihm durch Facebook, Apple, Google, Twitter oder Amazon bereits bekannt ist. Ein Ziel der Entwickler war: George soll Spass machen. Aber warum eigentlich George?

Der Arbeitstitel hiess «Netbanking 4.0», was in den Augen des Entwicklungs-Chefs Boris Marte jedoch zu kurz griff. «Irgendeiner hat dann gesagt: 'Nennt's es halt George'», erzählt Marte der österreichischen Zeitung «Standard». Und dabei ist es geblieben.

Personalisierung wurde hier umgesetzt

Marte ist der Meinung, dass George eine Neudefinition des Internetbanking ist. Klar, die Grundfunktionalitäten wurden auch da nicht neu erfunden. Und George ermöglicht – auch nur – das Verwalten von Konten, Kreditkarten, Daten und das Ausführen von Zahlungen sowohl am Computer als auch über mobile Geräte.

George Snap II

Doch die Optik des Angebots ist der eines sozialen Netzwerks nachempfunden. Zudem ist die Nutzung einfach, und zahlreiche Funktionen sind personalisiert. In Ergänzung zum Basispaket können Nutzer zudem im «George+Store» weitere Funktionen runterladen.

Diese kosten selbstverständlich etwas, wie der Finanz-Manager «Snapshot» für 89 Cents. Doch damit verfügt George über ein Geschäftsmodell, das ganz klar von der digitalen Welt inspiriert ist.

George Snap

Der Entstehungsprozess von George ist zugleich ein Lehrstück für Finanzinstitute. Denn Die Erste Bank hat dafür einen Entwicklungs-Hub eingerichtet. Das bereits bestehende E-Banking wurde nicht angetastet, vielmehr wurde George sozusagen auf der grünen Wiese entwickelt.

Über eine Community-Plattform konnten Bankkunden und Interessierte sogar Ideen einbringen, aber auch einzelne Angebote vorab testen. Manche Nutzer wurden auch zu Workshops mit den Designern und Entwicklern der Bank eingeladen. Daraus entstanden zum Teil konkrete Lösungsansätze.

Hemmungslos abgekupfert

Laut Entwicklungschef Boris Marte war nicht etwa das Programmieren und Gestalten von George die grösste Herausforderung. Sie hätten dabei auch hemmunglos von bestehenden Services anderer Banken abgekupfert. «Die grosse Herausforderung war vielmehr, die internen Prozesse in der Bank zu verändern», sagte er dem Online-Portal «Futurezone».

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NEWS GANZ KURZ

Gottex

Der Hedgefonds-Anbieter Gottex hat die Publikation seiner Halbjahreszahlen verschoben. Offenbar verzögern sich die Verhandlungen um eine zweite Finanzierungsrunde.

UBS

Die Grossbank UBS hat mit einer Zahlung von 15 Millionen Dollar an die US-Börsenaufsicht SEC ein Verfahren um den Verkauf komplizierter Derivate an Privatkunden beigelegt.

Avaloq

Der Bankensoftware-Entwickler Avaloq und die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apobank) haben einen Vertrag zur Evaluierung einer zukünftigen Zusammenarbeit unterzeichnet. Bis zum Ende des ersten Quartals 2017 soll analysiert und erarbeitet werden, inwiefern die Umsetzung der Apobank-IT-Strategie mit der Avaloq Banking Suite möglich ist.

Deutsche Bank

Die Deutsche Bank will den britischen Versicherer Abbey Life an die Phoenix Life, eine Gesellschaft der Phoenix Group, verkaufen. Die nun geschlossene Vereinbarung sieht vor, dass Phoenix Life 100 Prozent von Abbey Life zum Preis von 935 Millionen Pfund erwirbt. Abbey Life ist derzeit Teil der Deutschen Asset Management.

Schwyzer Kantonalbank

Die Schwyzer Kantonalbank will mit neuen Fonds-Produkten finanzielle und ethische Ansprüche vereinen. Bis Ende 2016 erhebt die Bank auf die sogenannten Ethikfonds keinen Ausgabeaufschlag.

Crealogix

Das Bankensoftwareunternehmen Crealogix hat für das Verwaltungsrechenzentrum St.Gallen (VRSG) ein Bankingportal für den Government-Bereich entwickelt. Die Zahlungsverkehrslösung deckt die neusten Anforderungen des Schweizer Zahlungsverkehrs ab. Sie lässt sich unabhängig von einem Online-Banking-Tool einsetzen.

Valartis

Die Valartis Gruppe hat den Vollzug der Übernahme der Liechtensteiner Tochter an die Citychamp Watch & Jewellery Group aus Hongkong abgeschlossen. Damit ist die letzte Voraussetzung für die Umsetzung der Sanierungspläne erfüllt.

Aargauer Kantonalbank

Die Aargauische Kantonalbank (AKB) hat in Eigenregie eine neue Anleihe in der Höhe von 200 Millionen Franken aufgelegt. Die Laufzeit beträgt 8 Jahre, der Coupon 0,02 Prozent.

digitalswitzerland

DigitalZurich2025, die Standortinitiative für digitale Innovation, wird zu «digitalswitzerland» umbenannt und damit auf die ganze Schweiz ausgeweitet. Zudem lanciert sie mit «Education Digital» eine Webplattform zu relevanten Aus- und Weiterbildungen rund um das Thema Digital.

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