Swiss Banking: Heute ist der «Back to the Future»-Test

Im 1980er-Kultstreifen «Back to the Future II» reiste Filmheld Marty McFly in die Zukunft – und kam dort auf den Tag genau heute Mittwoch an. Grund genug, die Zukunftsvisionen von damals Revue passieren zu lassen.

Der heutige Mittwoch wird in die Annalen der Schweizer Bankgeschichte eingehen: Um 6 Uhr früh wird die Credit Suisse (CS) ihre Strategie für die Zukunft bekanntgeben.

Just am 21. Oktober 2015 kam jedoch noch wer anderer in der Zukunft an: Marty McFly, Held der «Back to the Future»-Trilogie, mit seinem zur Zeitmaschine umgebauten DeLorean-Sportwagen.

Geradezu prophetisch

Was er im Film «Back to the Future II» von 1989 dort vorfand, erwies sich im Rückblick geradezu als prophetisch. «Wearable»-Computer, Multiple Bildschirme, Games, die man «freihändig» spielt – ja sogar das sagenhafte Hoverboard sind heute Realität.

Andere Aspekte der Gegenwart im Jahr 2015 schätzte Regisseur Robert Zemeckis jedoch falsch ein. So ist sein Bild der Zukunft viel zu optimistisch gewesen, schreibt die Agentur «Bloomberg» in einem lesenswerten Artikel.

Grenzenloser Optimismus

Doch Zemeckis war nicht der einzige, dem bei der Einschätzung der Welt im Jahr 2015 Fehler unterliefen. Ganz anders präsentiert sich heute auch der Schweizer Bankenplatz, als es sich die Entscheidungsträger in den 1980er-Jahren vorgestellt hatten.

Auch unter diesen herrschte damals ein schier grenzenloser Zukunfts-Optimismus; die hiesigen Banken begannen damals ihren Wettlauf um die vermeintliche Vormachtstellung im weltweiten Finanzwesen.

Im Jahr 2015 ist davon nicht mehr viel übrig. Umso mehr ist der «Back to the Future Day» am Mittwoch eine gute Gelegenheit, jene Fehleinschätzungen und -entwicklungen Revue passieren zu lassen, welche die Branche letztlich direkt in die heutige Krise führten. Das sind sie in fünf Punkten:

1. Der Glaube an die Technologie

In den 1970er-Jahren waren die grossen Finanzmarkt-Theorien entworfen worden. Zehn Jahre später erhielten die Banker das Instrument, um die Theorien umzusetzen: den Computer. Mit der Technologie liessen sich die Finanzprodukte, die bald als Synonym für Innovation der Finanzbranche verwendet wurden, in Massen an den Markt bringen und handeln. Unter den Banken begann ein technologisches Wettrüsten.

Doch die Finanzprodukte erwiesen sich letztlich als Scheininnovationen, die direkt in die Krise von 2008 führten. Für die Schweizer Banken war die «erste Welle» der Digitalisierung gar doppelt fatal. Denn der einfache Zugriff auf riesige Datenmengen machte nicht nur das Tagesgeschäft der Banken einfacher – sondern erleichterte auch das Handwerk der Datendiebe, die bald Steuerbehörden weltweit mit Schwarzgeld-Listen beliefern sollten.

2. Der Kunde als «Muppet»

Die technologische Entwicklung der 1980er-Jahre war auch deshalb verhängnisvoll, weil die Innovation von den Banken zum Kunden getragen wurde. Damit konzentrierte sich die Kundenbeziehung immer mehr auf den Verkauf, wie die «Handelszeitung» 2013 feststellte (Artikel nur im Print).

Was der Kunde wirklich wollte, das interessierte noch kaum. «Die Kunden wurden zur Nebensache», bringt es der Ex-Banker und Autor Michael Lewis in seiner Finanzkrisen-Analyse «The Big Short» auf den Punkt. Mit den Goldman-Sachs-Bankern in Amerika, die ihre Kunden als «Muppets» verhöhnten, erreichte jene Entwicklung dann ihren traurigen Höhepunkt.

Seither rollt der Backlash. Der Gesetzgeber will sicherstellen, dass Bankkunden ausreichend geschützt werden – und greift dafür zu umfassenden Finanzrichtlinien wie dem umstrittenen Finanzdienstleistungsgesetz (Fidleg) in der Schweiz.

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Mit einer Performance von durchschnittlich 0,5 Prozent schnitten die Pensionskassen im August leicht besser ab als im Monats-Durchschnitt seit Jahresbeginn. Das stellte der «Pensionskassen-Barometer» der Grossbank fest.

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