UBS schickt UHNW-Berater wieder zur Schule

Es ist die Kundschaft, welche an eine Bank die höchsten Ansprüche stellt – Superreiche oder Ultra High Net Worth Individuals (UHNWI) mit Vermögen von 50 Millionen Dollar an aufwärts. Kann die Bank diese Ansprüche erfüllen und den Kunden an sich binden, ist dies ein gutes Geschäft.

Zumindest für die UBS: Das von Josef Stadler (Bild unten) geführte UHNW-Segment im globalen Wealth Management ist annähernd 20 Prozent profitabler als die gesamte Division.

Vorsprung ausbauen

Und Stadlers Abteilung ist der Wachstumstreiber schlechthin: Seit er 2009 die Leitung übernommen hat, sind die verwalteten UHNW-Vermögen jährlich zwischen 7 und 10 Prozent gewachsen – vor allem dank reicher Asiaten.

Für diese Milliardäre ist die UBS «die Bank». Das soll nicht nur so bleiben: Die UBS will ihren Vorsprung, den sie sich im UHNW-Segment erarbeitet hat, sogar noch weiter ausbauen.

Eröffnung in Singapur

Darum müssen sämtliche 1'200 Kundenberater, die unter Stadler arbeiten, nochmals zur Schule, wie die UBS zum Schluss gekomen ist. Denn es sind die Bedürfnisse dieser Kundschaft, die eine besondere Ausbildung erfordern.

Die Grossbank hat darum die UHNW Academy ins Leben gerufen – eine Einrichtung, in der Kundenberater speziell geschult und ausgebildet werden, wie die UBS mitteilte.

Die Eröffnung der ersten UHNW Academy war Ende vergangener Woche in Singapur – dem Private-Banking-Hub in Asien, wo zurzeit mehr Menschen zu Milliardären werden als sonst auf der Welt.

Mehrere hundert Millionen auf einen Berater

Josef Stadler 501 kopie

«Vermögende Kunden wollen Profis, die ihre individuellen Ansprüche, Leidenschaften und Ziele verstehen», sagte Stadler an der Eröffnung der Academy. «Indem wir diese Beziehungen weiter pflegen, wollen wir der Partner für UHNW-Kunden weltweit werden.»

Dass gestandene Kundenberater, die in der Mehrheit mehrere hundert Millionen Dollar verwalten, wieder in die Ausbildung geschickt werden, ist demnach kein Eingeständnis, dass in der Beratung bislang etwas falsch gelaufen ist.

Vielmehr erfolgt der Schritt aus einer Position der Stärke. «Wir heben sie auf die nächste Stufe», sagte Joseph Poon, Chef UHNW Südostasien zum Finanznachrichtenportal «Wealthbriefing» (Artikel bezahlpflichtig). «Wir verleihen ihren Fähigkeiten den nächsten Schliff, um sie für jene Welt vorzubereiten, die wir in den kommenden 20 bis 30 Jahren erwarten.»

«Soft Skills» sind gefragt

Wenn die UBS-Manager über Ansprüche und Wünsche ihrer UHNW-Kunden und die Welt von morgen sprechen, meinen sie in der Regel nicht eine noch ausgeklügeltere Anlageberatung und Portfolio-Zusammenstellung.

Der Trend im UHNW-Banking geht vielmehr in die Richtung, dass sich die Kundenberater um die Vermögensallokation nicht mehr kümmern müssen. Dafür gibt es Spezialisten.

Die gefragteste Spezialität der Kundenberater von Superreichen sind vielmehr ihre so genannten «Soft Skills». Das heisst, sie müssen Empathie entwickeln, um die vielfach komplexen und höchst individuellen Wünsche zu verstehen.

Sie müssen ihre Kunden auf dem teilweise schwierigen Weg begleiten, den selbst erschaffenen Reichtum so zu verwalten, dass die nachfolgenden Generationen davon profitieren können – und auch Kunden der Bank bleiben.

Ein Standard für inviduelle Beratung

Für UHNW-Kunden gibt es keinen Vermögensverwaltungs-Plan, der aus der Schublade gezogen werden kann. Die UHNW Academy der UBS verfolgt mit ihrem Curriculum also das Ziel, die Kundenberater besser auf individuelle Kundenwünsche einzustellen und die Kunden emotional zu binden.

Diese Grundlagen nennt die UBS ihre «Ultra DNA», während in weiteren vier Modulen einzelne Kompetenzen geschult werden. Nämlich Ultra- und Institutionelle Anlagen, Dialogführung mit einem Unternehmer von der Startup-Phase bis zum Exit und den entsprechenden Lösungen, Nachfolgeplanung und generationenübergreifende Vermögensverwaltung sowie das Modul Leidenschaft und Gesellschaft.

Weitere Akademien geplant

Das ist nicht nur trockener Schulstoff, denn die Kundenberater können auch am «lebenden Objekt» üben, also in realen Beratungssituationen. Um alle 1'200 UHNW-Kundenberater so zu schulen, wird die UBS ihre Academy auch an weiteren Standorten einrichten.

DOSSIER BANKEN

Dossier Banken

Dossier UBS Dossier Credit Suisse Dossier Bank Vontobel Dossier Julius Bär Dossier Zürcher Kantonalbank

Die wichtigsten Schweizer Banken auf einen Blick:

 

DAS BESTE IM WEB

Gute Stories und Links aus aller Welt

  • Hansruedi Köng: «Postfinance wird gewisse Abgänge nicht ersetzen»
  • Egotrips lohnen sich nicht
  • Gegentrend: Amerikaner lieben Bank-Filialen
  • Goldman Sachs entdeckt den Normalo
  • Die Ära der Globalisierung steht vor dem Ende
  • Freundin auf Spesen nach Paris geflogen – gegroundet
  • Aufsichtsbehörde verbietet erstmals Finanzprodukt
  • Crowdfunding: Was die Schweiz zu bieten hat
mehr

Follow us

Follow finews.ch on Twitter Follow finews.ch on Facebook Follow finews.ch on Google+ Follow finews.ch on LinkedIn Follow finews.ch on Xing Follow finews.ch on Youtube Follow finews.ch on Instagram

Zürcher Bankenverband

Führende Vertreter der Schweizer Finanzbranche zum Thema Regulierung.

Beiträge lesen

Lohnvergleich

Lohnvergleich

Verdienen Sie genug? Vergleichen Sie doch mal Ihren Lohn.

zum Lohnvergleich

Newsletter

Newsletter-SymbolKostenlos abonnieren

Abonnieren Sie jetzt den finews.ch-Newsletter und Sie erhalten kostenlos 2x wöchentlich die wichtigsten News aus der Schweizer Finanzwelt per E-Mail.

SELECTION

Selection

Diese Bank bezahlt am besten

Bei den Löhnen sticht eine Bank mit grossem Abstand hervor.

Selection

Selection

Die USA, das neue Steuerparadies

Milliarden von Offshore-Geldern fliessen in die USA - die Vereinigten Staaten sind die neue Schweiz.

Selection

NEWS GANZ KURZ

Valartis

Die liechtensteinische Finanzaufsicht und die Börse Hongkong haben den Verkauf ihrer Liechtensteiner Tochter der Valartis Gruppe an die Citychamp Watch & Jewellery Group genehmigt hat. Die Transaktion soll im dritten Quartal 2016 abgeschlossen werden.

Swiss Life

Der Zürcher Heimatschutz (ZVH) gibt beim Warenhaus Manor auf. Er akzeptiert den Entscheid des Verwaltungsgerichts, dass das Manor-Gebäude an der Zürcher Bahnhofstrasse kein Warenhaus bleiben muss. Die Eigentümerin der Liegenschaft, die Swiss Life, will das traditionsreiche Gebäude umbauen und umnutzen.

WIR Bank

Die Genossenschaft-Bank hat den Halbjahresgewinn um 115 Prozent auf 17,2 Millionen Franken gesteigert. Zwar wurde das Ergebnis auch durch den Verkauf von nicht benötigten Immobilien begünstigt, doch auch ohne diesen ausserordentlichen Ertrag lag das Gewinnwachstum bei 44 Prozent.

Luzerner Kantonalbank

Die Luzerner Kantonalbank begibt eine 0,1-Prozent-Anleihe über 375 Millionen Franken. Die Laufzeit beträgt fünfzehn Jahre. Zeichnungsschluss ist der 12. September, die Liberierung erfolgt auf den 15. September 2016.

Allianz Suisse

Der Sachversicherer hat im ersten Halbjahr das Prämienvolumen um 1,9 Prozent auf rund 1,37 Milliarden Franken erhöht. Der Halbjahres-Gewinn kletterte um 12,2 Prozent auf 142 Millionen Franken. Damit setzt Allianz Suisse den positiven Trend fort.

Zürcher Kantonalbank

investiere.ch, die Schweizer Investitionsplattform für Startups, hat eine Finanzierungsrunde über 3,5 Millionen Franken abgeschlossen. Die Zürcher Kantonalbank hat sich dabei substanziell an der Kapital-Erhöhung beteiligt und ist neu Minderheitsaktionärin von investiere.ch.

Swiss Life

Corpus Sireo, eine Tochter-Gesellschaft der Swiss Life Asset Managers, kauft die Firmensitze der Zurich Deutschland in Köln und Bonn. Über den Kaufpreis haben beide Parteien Stillschweigen vereinbart. Was Corpus Sireo mit den Objekten vor hat, ist noch Gegenstand von Verhandlungen mit den Behörden.

Bernerland Bank

Die Regionalbank hat im ersten Halbjahr 2016 den Reingewinn um 6 Prozent auf gut 2 Millionen Franken steigern können. Der Zinserfolg nahm um 1 Prozent auf 10,2 Millionen Franken zu. Trotz des anhaltend schwierigen Zinsumfelds erwartet die Bank für das Geschäftsjahr 2016 einen Reingewinn auf Vorjahreshöhe.

Zürcher Landbank

Die Zürcher Landbank hat im ersten Semester 2016 den Gewinn auf über 1 Million Franken gesteigert. Dies ist ein Folge des höheren Zinserfolges, der um 2,5 Prozent auf 4 Millionen Franken stieg. Die übrigen Erfolgspositionen sowie der Aufwand blieben stabil.

weitere News