Weggefährte Brady Dougans geht

Robert Shafir

Ein Top-Banker der Credit Suisse, der Brady Dougan als Förderer hatte, verlässt Ende Juni die Bank nun definitiv.

Robert «Rob» Shafir, zuletzt Chairman für die Region Americas, verlässt die Credit Suisse (CS) per Ende Juni 2016, wie einem internen Memo zu entnehmen ist, und wie auch das «Wall Street Journal» am Donnerstag meldete. Damit geht ein weiterer Spitzenbanker aus der Ära Dougan. 

Wohin es den 57-jährigen Amerikaner nun treibt ist nicht bekannt. Darben muss er nicht, zählte er doch zeitweilig zu den am besten verdienenden Mitarbeitern der Schweizer Grossbank, zu der er im August 2007 stiess. Für das Jahr 2011 kassierte er 8,5 Millionen Franken und war damit der am besten honorierte CS-Manager.

Vorher bei Lehman Brothers

Shafir war im Asset Management tätig und arbeitete von New York aus. Bis zur Reorganisation der CS im vergangenen Oktober unter Tidjane Thiam teilte er sich als Mitglied der Konzernleitung die Führung der Divisionen Private Banking und Asset Management mit Hans-Ulrich Meister. Während Meister aber über die Klinge springen musste, erhielt Shafir einen Repräsentationsjob in seiner angestammten Marktregion Americas.

Vor der CS arbeitete Shafir 17 Jahre bei der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers, wo er das weltweite Aktiengeschäft aufbaute, bevor er das Unternehmen rund ein Jahr vor dessen Kollaps in Richtung Credit Suisse verliess. Anfänglich etwas weniger weitsichtig agierte sein Bruder Mark Shafir, der ebenfalls bei Lehman Brothers tätig war.

Interessante Zusammenhänge

Er schaffte den Absprung erst später, als die Bank bereits in Liquidation war – dem Werdegang von Mark Shafir tat dies indessen keinen Abbruch, konnte er doch später zur Citigroup wechseln, wo er später im Top-Management die Abteilung für Fusionen und Übernahmen (Mergers & Aquisitions) leitete.

Interessant im Zusammenhang mit Lehman Brothers ist jedoch, dass die Credit Suisse exakt im  dritten Quartal 2007, also unmittelbar nach Shafirs Amtsantritt, den Verkauf von Lehman-Finanzprodukten intensivierte. Damit verdiente die CS zunächst viel Geld.

Flut an Klagen

Doch als die US-Bank im Herbst 2008 kollabierte, verloren zahlreiche CS-Kunden mit ihren Lehman-Notes eine Menge ihres Ersparten, was wiederum der Schweizer Grossbank eine Flut an Klagen einbrachte, die sie am Ende bloss noch mit Zahlungen in Millionenhöhe abwenden konnte. Welche Rolle Rob Shafir in diesem Umfeld spielte, ist bis heute unklar.

Innerhalb der Credit Suisse hatte Shafir in der Person von CEO Brady Dougan einen Förderer. Er besitzt beste Beziehungen an der Wall Street und kennt auch das Geschäft in Lateinamerika aus dem Eff-Eff. Doch darüber hinaus musste Shafir CS-intern anderen Leuten den Vortritt lassen.

DOSSIER BANKEN

Dossier Banken

Dossier UBS Dossier Credit Suisse Dossier Bank Vontobel Dossier Julius Bär Dossier Zürcher Kantonalbank

Die wichtigsten Schweizer Banken auf einen Blick:

DAS BESTE IM WEB

Gute Stories und Links aus aller Welt

  • Gegen die romantische Verblödung
  • Deutsche Bank im Visier Chinas
  • Die nächste Blase platzt im Bong
  • Nackfotos für einen Kredit
  • Die Rendite ist weiblich
  • Das sind Trumps Einflüsterer
  • Diese TV-Stars verdienen am meisten
mehr

Follow us

Follow finews.ch on Twitter Follow finews.ch on Facebook Follow finews.ch on Google+ Follow finews.ch on LinkedIn Follow finews.ch on Xing Follow finews.ch on Youtube Follow finews.ch on Instagram Follow finews.ch

Newsletter

Newsletter-SymbolKostenlos abonnieren

Abonnieren Sie jetzt den finews.ch-Newsletter und Sie erhalten kostenlos 2x wöchentlich die wichtigsten News aus der Schweizer Finanzwelt per E-Mail.

Zürcher Bankenverband

News und Einschätzungen zum Zürcher Finanzplatz.

Beiträge lesen

Lohnvergleich

Lohnvergleich

Verdienen Sie genug? Vergleichen Sie doch mal Ihren Lohn.

zum Lohnvergleich

SELECTION

Selection

Warum Warren Buffett Gold hasst

Der Ausnahme-Investor liest den Goldanlegern die Leviten.

Selection

Selection

Auf diese zehn Leute sollten Sie 2016 achten

Das sind die Vertreter des Schweizer Finanzplatzes, die in diesem Jahr für Furore sorgen werden.

Selection

NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

weitere News