Sei kein Lemming!

Bild: Shutterstock

Mit dem Strom oder gegen den Strom schwimmen – diese Frage stellen sich zig Fondsmanager jeden Tag. Wer Mut beweist, gewinnt meistens, man braucht aber einen langen Atem und Nerven aus Stahl.

Vor einigen Jahren näherte sich eine Herde Lemminge einer hohen Felsklippe. Kurz darauf stürzten sich alle in die Tiefe. Was hat die Tierchen dazu getrieben, sich kollektiv in den Abgrund zu werfen? Drei Punkte waren dafür ausschlaggebend:

1. Alle Lemminge haben an dasselbe geglaubt.
2. Alle Lemminge hielte sich für gut informiert.
3. Alle Lemminge wollten unbedingt bei der Herde bleiben.

Oft gesehenes Phänomen

Dieser in der Wissenschaft als Lemming-Effekt bekanntes Phänomen, lässt sich auch beim Investieren beobachten und zählt zu den häufigsten Anlagefehlern, wie das in Virgina (USA) ansässige CFA-Institut (Chartered Financial Analyst) kürzlich berichtete (siehe Grafik).

CFA 500

Eines der bekanntesten Beispiele für den Herdentrieb an der Börse ist die Entstehung und das Platzen der Dot-com-Blase Anfang des Jahrtausends. Dies kostete vielen Investoren Kopf und Kragen.

Anlageexpertise und Mut

Investoren hingegen, die kaufen, wenn alle anderen verzweifelt verkaufen und verkaufen, wenn alle anderen die Gier umschlingt, schneiden über die Zeit besser ab. 

Sich bewusst gegen den Strom stellen braucht hingegen eine ausgeprägte Anlageexpertise und Mut. Und den haben viele nicht. Der Grund: Mit der Herde mitlaufen ist laut Bericht die sicherste Weise seinen Job zu behalten. Das gilt insbesondere für jene Fondsmanager mit mangelhaften Qualifikationen und davon gibt es einige, wie es weiter hiess.

In der Geduld liegt die Kraft

Die Contrarians hingegen, also jene, die sich nicht an einen Index festketten, und mit beharrlicher Weitsichtigkeit an ihrer Anlagestrategie festhalten, ragen aus der breiten Masse empor.

Allerdings: Oft vergehen Monate, ja sogar mehrere Jahre, bis die Anti-Lemminge belohnt werden. Contrarians brauchen somit einen langen Atem und Nerven aus Stahl.

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NEWS GANZ KURZ

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

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