Niklas Nikolajsen: «Banken werden bald Bitcoin-Konten anbieten»

Niklas Nikolajsen, Mitgründer Bitcoin Suisse

Niklas Nikolajsen, Mitgründer Bitcoin Suisse

Laut dem Bitcoin-Suisse-Gründer werden auch traditionelle Geldhäuser in Kürze auf die Kryptowährung lautende Konti anbieten. Gegenüber finews.ch kündigte der «Finanzpirat» noch mehr an.

Niklas Nikolajsen, Gründer des in Baar (ZG) ansässigen Finanzdienstleisters Bitcoin Suisse, gilt in der Branche als Finanz-Pirat. Und er steht auch dazu. So trägt er ein Amulett um den Hals, das einen solchen Freibeuter abbildet.

Die etablierten Banken fürchten den Mann mit Pferdeschwanz, weil er mit der Kryptowährung Bitcoin Transaktionen deutlich günstiger, schneller und sicherer abzuwickeln verspricht.

Keine exotische Bank

Doch nun rücken der Pirat Nikolajsen und die Banken zusammen. «Europäische Banken werden bald Bitcoin-Konten anbieten», sagte er im Gespräch mit finews.ch an der Fintech-Konferenz Finance 2.0 gestern Dienstag.

Um welche Banken es sich dabei handelt, wollte er nicht verraten – nur soviel: «Es handelt sich um keine exotische Bank». Auch auf den genauen Zeitpunkt will sich der 40-jährige Computerwissenschaftler nicht festnageln lassen. Er liess nur durchblicken, dass es bis Ende Jahr soweit sein könnte.

Eine Art Korrespondenzbank

Das ganze Settlement, sprich die Lagerung der Bitcoins und die Durchführung der Transaktionen, übernehme Bitcoin Suisse, so Nikolajsen. Man agiere quasi als «Korrespondenzbank». Bitcoin Suisse ist allerdings keine Bank, und es besteht auch nicht die Absicht, eine entsprechende Lizenz bei der Finma zu beantragen.

Wie in der Branche üblich, erhebt Bitcoin Suisse für ihren Service Transaktionsgebühren und verdient am «Spread», der Differenz zwischen Kaufs- und Verkaufspreis.

Private Key nicht verlieren

Zuletzt gerieten Kryptowährungen allerdings in die Kritik, nachdem Hacker diverse digitale Währungen – unter anderem Bitcoin und Ether – geklaut hatten.

In der Regel ist dies aber auf einen laschen Umgang mit dem so genannten Private Key – eine Art Code, mit dem man digitale Währungen verschicken kann – zurückzuführen, wie unter anderem auch Olga Feldmeier, Managing Director beim Bitcoin-Wallet-Dienst Xapo, an der Konferenz erklärte.

Geht der Private Key verloren oder wird er gestohlen, sich alle Bitcoins weg, warnt sie. 

Erste Bitcoin-Produkte auf dem Markt

Nikolajsen glaubt dennoch, dass Bitcoins eine sinnvolle Diversifikation für Anleger darstellen. Denn anders als die klassischen Währungen sind Bitcoins durch die Mengenbeschränkung auf 21 Millionen vor Inflation geschützt und haben damit vergleichbare Eigenschaften wie die Edelmetalle Gold und Silber, findet er.

Dass Bitcoins bei den Banken angekommen sind, zeigt auch die Lancierung eines Tracker-Zerfikats auf Bitcoins, das die Bank Vontobel unlängst an der Schweizer Börse kotieren liess. Der Kanton Zug, wegen seiner vielen Blockchain-Startups auch «Crypto Valley» genannt, anerkennt Bitcoin als Zahlungsmittel für Dienstleistungen der Öffentlichen Hand.

Ausbau des Automaten-Netzes

Der gebürtige Däne Nikolajsen hat Bitcoin Suisse zusammen mit Johannes Schweifer vor gut drei Jahren in Baar (ZG) gegründet. Mittlerweile realisiert das Fintech-Startup 80 Millionen Franken Umsatz. Auf Ende Jahr sollte dieser auf 100 Millionen Franken ansteigen, sagte er an der Konferenz.

Der eigenen Angaben zufolge führende Bitcoin-Broker der Schweiz bietet unter anderem auch Beratungen sowie Seminare bezüglich Kryptowährungen an.

Zudem betreibt das Unternehmen aktuell sechs Bitcoin-Automaten in den Städten Zürich, Bern, Basel, St.Gallen, Stein am Rhein und Luzern. «In Bälde werden drei weitere Standorte dazukommen», kündigte Nikolajsen an. 

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Die Grossbank UBS hat mit einer Zahlung von 15 Millionen Dollar an die US-Börsenaufsicht SEC ein Verfahren um den Verkauf komplizierter Derivate an Privatkunden beigelegt.

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