Bankaktien: Trügerische Hausse

Bild: Gage Skidmore (flickr.com)

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Auch in der Schweiz hat Donald Trumps Wahl zum US-Präsidenten die Bankaktien beflügelt. Das hat allerdings weniger mit der Politik als mit dem «schnellen Geld» zu tun.

Pünktlich zu den Thanksgiving-Feierlichkeiten konnten amerikanische Börsenhändler wieder einmal einen «grand slam» für sich verbuchen: Im Börsenjargon tritt dieser ein, wenn die vier wichtigsten US-Börsenindizes gleichzeitig ein Rekordhoch erreichen. Das war letzte Woche der Fall – erstmals seit 1999 auf der Höhe der Techblase.

An der Spitze der Sektorindizes liegen dabei die Bankwerte. In den USA haben die Titel seit Anfang November mit einem Buchwertgewinn von durchschnittlich über 15 Prozent sämtliche andere Branchen überrundet. Danken darf es die Branche Donald Trump. Dessen unerwartete Wahl zum US-Präsidenten hat dem gebeutelten Sektor unvermittelt die Anlegerherzen zufliegen lassen.

Schub für die UBS und die CS

Die Gründe für den Goldrausch in Bankaktien sind scheinbar bekannt. Trump will nicht nur die Wirtschaft mit Milliarden-Ausgaben für Infrastruktur ankurbeln. Dem designierten Präsidenten ist auch die Bankenregulierung ein Dorn in Auge – zuvorderst die Dodd-Frank-Richtlinie, die den Handlungsspielraum der Wall-Street-Institute klar einschränkt. Historisch hat sich Lockerung von Bankregeln jeweils positiv auf die Eigenkapitalrendite der Geldhäuser ausgewirkt (siehe Grafik unten).

DoddFrank

Auch in der Schweiz hob die Trump-Flut die Bankwerte. Die Grossbanken UBS und Credit Suisse (CS), die beide in Amerika ein nahmhaftes Geschäft betreiben, gewannen an der hiesigen Börse SIX Swiss exchange seither 14 und 6 Prozent an Wert.

Mit Blick auf die weitere Politik Trumps dürfte zudem für weiteren Aufwärtsdruck gesorgt sein – oder doch nicht?

Auf dem falschen Fuss erwischt

Einer, der noch ganz andere Gründe für die jüngste Hausse von Bank-Aktien erkennt, ist Norman Villamin, seines Zeichens Investmentchef der Genfer Privatbank UBP. Ihm zufolge sind die Kursgewinne zu guten Teilen Profispekulanten geschuldet, die vom Ausgang der US-Wahlen auf dem falschen Fuss erwischt wurden.

So hatten offenbar zahlreiche Finanzinvestoren Bankaktien und zyklische Werte leer verkauft, weil sie mit weiteren Kursverlusten der Titel rechneten. Hingegen investierten sie in grossem Stil in Tech-Werte wie Apple oder Google. Jetzt drängt das «schnelle Geld» zum Ausgang – und fliesst zurück in Banktitel, um die Positionen zu glätten.

Auch die nächste Wette geht schief

Und schon hetzten die Spekulanten der nächsten Wette hinterher, berichtet Villamin weiter. Sie kaufen Dollar, um vom weiteren Anstieg der Währung zu profitieren. Das könnte sich laut dem UBP-Investmentchef jedoch als kontraproduktiv erweisen. Ein (nicht zuletzt von Investments getriebener) stärkerer Dollar setzt nämlich den amerikanischen Unternehmen zu – gerade den Banken, die oftmals ähnliche Kostenstrukturen wie Exporteure aus der Industrie aufweisen.

Kurz: Die Goldader der Trump-Legislatur könnte sich für die Börsianer noch als flüchtig erweisen.

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NEWS GANZ KURZ

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

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