CS will manche Clariden-Leu-Gelder gar nicht

Am kommenden Mittwoch will die Credit Suisse weiter über die Intergration von Clariden Leu informieren. Bereits jetzt gibt es Überraschungen. 

Unmittelbar vor Weihnachten will die Credit Suisse im Rahmen eines Townhall Meetings über den Stand der Dinge in Sachen Clariden Leu orientieren. Dies ist auch dringend nötig, denn seit der Ankündigung der Integration der Privatbanken-Tochter überschlagen sich die Mutmassungen und Gerüchte.

Vom Ausweiden Clariden Leus war die Rede und von der Tatsache, dass die CL-Mitarbeiter gegenüber über ihren CS-Kollegen das Nachsehen hätten, wenn es zur konkreten Integration komme. Zudem war viel davon die Rede, dass Headhunter mit ganzen CL-Portefeuilles bei der Konkurrenz anklopften.

Viele zögern noch - aus guten Gründen

Vieles davon mag seine Richtigkeit haben, doch manches ist auch pure Spekulation. Denn: Viele Clariden-Leu-Leute warten vorerst ab, welches Angebot sie bei der Credit Suisse erhalten werden. Bis dahin werden sie nichts unternehmen.

Zweitens steht auch noch der Bonus an. Er wird zwar dem Vernehmen nach nochmals deutlich kleiner ausfallen als im Vorjahr, wie CS-Präsident Urs Rohner vergangene Woche gegenüber der «Handelszeitung» erklärte, doch für leistungsstarke Leute liegt noch einiges drin.

Viel Schwarzgeld

Drittens – und wohl am interessantesten – ist die Tatsache, dass die CS gar nicht so sehr an gewissen Kundengeldern interessiert ist. Bekanntlich ist es ein offenes Geheimnis, dass die Bank Clariden Leu bis zuletzt über einen hohen Anteil ein undeklarierten Geldern in ihren Depots hatte.

Dies hatte denn auch verschiedentlich zu personellen Rochaden geführt und auch das Verhältnis zur CS belastet. Denn das Mutterhaus hat sich vor geraumer Zeit schon einer konsequenten Weissgeld-Strategie verschrieben und kann es sich daher auch nicht erlauben, nun im Zuge der CL-Integration schwarze Konten zu übernehmen. Dafür ist die Risiko viel zu gross, zumal die Credit Suisse derzeit in einem Steuerstreit mit den USA steht und in Deutschland Schlimmeres nur dank einer Ablasszahlung verhindern konnte.

Überraschungen programmiert 

Vor diesem Hintergrund relativiert sich das angebliche Buhlen um die besten Kundenberater von Clariden Leu. Selbst die «Untouchables», also die zwei Dutzend Top-Berater der Bank, die ein Portefeuille in dreistelliger Millionenhöhe betreuen und damit fast ein Drittel der Erträge machen, sind nicht einmal zwingend willkommen bei der Credit Suisse.

Die Integration von Clariden Leu dürfte noch für einige Überraschungen sorgen. Fest steht lediglich, dass CS-Private-Banking-Chef Hans-Ulrich Meister seine Mission rasch realisieren wird. Mit welcher Entschlossenheit und Effizienz er solche Sachen durchzieht, hat er bereits vor vielen Jahren als Filial-Leiter bei der UBS in Dübendorf bewiesen.

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Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut dem Bericht ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

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