Finma: Keine Informationen für US-Behörden

Wer brachte die Liste mit US-Kunden bei anderen Banken in Umlauf? In Frage kommen die UBS oder die Finma. UBS dementierte – und die Finma ebenfalls.

Erstmals nimmt Urs Zulauf, General Counsel der Finanzmarktaufsicht Finma, in einem Interview mit der heutigen Ausgabe der «Finanz und Wirtschaft» (online nicht verfügbar) Stellung zur US-Kundenliste, die belegen soll, wohin die US-Kunden der UBS ihr Geld überwiesen haben.

Zulauf weist insbesondere den Vorwurf zurück, die Finma habe Informationen über ehemalige UBS-Kunden oder -Mitarbeitende an die amerikanischen Behörden übermittelt.  «Wir haben im Februar 2009 Daten von rund 255 UBS-Kunden an das US-Justizministerium geliefert. Das ist alles», sagte er mit Verweis auf die rechtsmässige Beurteilung des Bundesgerichts.

Haben Kunden selbst die Daten geliefert?

In den Medien war zuvor vermutet worden, die Finma habe die elf Banken verraten, welche UBS-Kunden übernommen hätten. Der 55-jährige General Counsel geht nun davon aus, dass die Amerikaner die Daten von einzelnen Kunden selbst im Rahmen mehrerer Steueramnestieprogramme erhalten haben. «Es ist anzunehmen, dass über 10'000 Kunden von Schweizer Banken partizipierten. Dazu gibt es noch die 4'450 Kundendossiers, die im Rahmen des UBS-Staatsvertrags an die amerikanische Steuerbehörde geliefert wurden», sagte er weiter. 

Die Finma hätte den Banken die Übernahme von unversteuerten Kundengelder aus der UBS nicht verbieten können. Auch heute noch sei es nach Schweizer Recht nicht verboten, unversteuerte Gelder in Empfang zu nehmen. Es sei aber «unverantwortlich und grobfahrlässig, heute noch wissentlich oder sogar willentlich unversteuerte Gelder entgegenzunehmen», erklärt Zulauf.

Lösung zusammen mit den USA

Die Finma unterstütze jeden Prozess, der dazu führe, dass in Verhandlungen eine Lösung herbeigeführt werden könne, sagt das Finma-Geschäftsleitungsmitglied, ohne dabei die Strategie des Staatssekretariats für Finanzfragen (SIF) kommentieren zu wollen. «Die Schweiz sollte endlich zusammen mit den USA eine Lösung finden, die zukunftsträchtig ist und die Vergangenheit abschliesst.»

Zulauf warnt ausserdem die Banken davor, aus Selbstschutz Daten auf illegalem Weg herauszugeben. «Für uns ist klar: Die Banken haben die Rechtsordnung so, wie sie ist und wie sie von der Politik geschaffen wurde einzuhalten.»

Beihilfe zur Steuerhinterziehung

In ein paar Tagen müssen die elf angeprangerten Schweizer Banken wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung die Namen aller mitschuldigen Kundenberater liefern. Sie hätten ehemalige UBS-Kunden beraten, die aus Furcht, erwischt zu werden, die Bank verlassen hätten, lautet der Vorwurf der Staatsanwaltschaft.

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NEWS GANZ KURZ

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

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