Heisse Bankdaten-Lieferung an die USA

Der Bundesrat will mehrere Millionen Bankdaten-Files verschlüsselt an die USA liefern: als Pfand für eine Globallösung im Steuerstreit.

Dies sagte Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf der Kommission für Wirtschaft und Abgaben (WAK) des Nationalrats, wie «Radio DRS» recherchierte. Das Datenpaket soll alles von Kundendaten über Mails zwischen Bankberatern und Kunden bis zu Notizen und Präsentationen enthalten.

Bundesrat insistierte auf Verschlüsselung

Wie das Radio berichtete, wären die Banken zuerst bereit gewesen, die Daten in Rohform auszuliefern. Erst der Bundesrat habe auf einer Verschlüsselung beharrt. Der Dekodierungsschlüssel soll den USA erst ausgeliefert werden, wenn ein globales Abkommen zur Beilegung des Steuerstreits für sämtliche Schweizer Banken unter Dach und Fach ist.

Sechs Namen nicht codiert

Nicht codiert sind offenbar, wie der «Blick» in der heutigen Printausgabe schreibt, die Namen von sechs Kundenberatern der Credit Suisse, denen die USA bereits im jetzigen Zeitpunkt Verstösse gegen gesetzliche Bestimmungen nachweisen kann. Die Zeitung spekuliert, dass der mit den USA angestrebte Deal Milliarden kosten wird.

Ultimatum der USA

Der «Tages-Anzeiger» enthüllt derweil weitere Details: Die USA hätten per Ende Dezember, in einigen anderen Fällen per Ende Januar sämtliche relevanten Bankdaten von 11 Banken verlangt, die im Visier der US-Justiz sind. Das Bundesamt für Justiz habe hier ein Veto eingelegt, ohne dass die Regierung gleichzeitig mehr Zeit für eine Verhandlungslösung herausgeholt habe. Der massive Druck mit Gerichtsklagen gegen die Bank Wegelin sei somit ein «Betriebsunfall» gewesen, schreibt die Zeitung.

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NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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