Mai
17
2012
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Alles redet von den Boni, aber die sind auch nicht alles. Ein Indiz für die Lage der Angestellten in den grossen Banken bietet auch der Personalaufwand pro Kopf.

40 Prozent weniger Boni hier, über 40 Prozent weniger Boni da, Bonus-Obergrenzen dort: Dass im Banking, und insbesondere im Investmentbanking, nun definitiv auf die variablen Vergütungen gedrückt wird, war ein klares Ergebnis dieser Berichtssaison.

Aber wie sieht es grundsätzlich aus bei den Zuwendungen für die Angestellten? Ein Blick in die Jahresabschlüsse der globalen Bankriesen zeigt, dass in Sachen Personalaufwand weite Gräben klaffen. Und tendenziell wird spürbar, dass die meisten Banken im Berichtsjahr 2011 tiefere oder stabile Personalausgaben pro Kopf publizierten.

Wenig verwunderlich dabei: Vor allem Institute mit grossen Investmentbanking-Abteilungen konnten dieses Jahr die Personalkosten drücken.

In den meisten Häusern bezifferte sich die Verringerung beim Personalaufwand im einstelligen Prozentbereich; Goldman Sachs sticht mit knapp 15 Prozent tieferen Personalkosten heraus.

Die Credit Suisse wendete im letzten Jahr 264'600 Franken pro Kopf für ihre Belegschaft auf. Das waren 26'000 Franken weniger als noch im Vorjahr. Bei der Konkurrentin UBS sind die Zahlen etwas tiefer: 240'500 Franken pro Kopf (Vorjahr: 262'000 Franken).

Personalausgaben pro Kopf

Acht internationale Grossbanken im Vergleich, umgerechnet in Schweizer Franken

  • Goldman Sachs:

• 33'300 Vollzeitstellen (35'700 im Vorjahr)

• 11,227 Milliarden Franken compensation and benefits (im Vorjahr 14,123 Milliarden Franken)

• macht 337'000 Franken pro Kopf

• Im Vorjahr 395'500 Franken pro Kopf; 2009: 548'000 Franken pro Kopf

• Veränderung 2011 zu 2010: — 15 Prozent

 

  • Credit Suisse

• 49'700 Vollzeitstellen (50'100 im Vorjahr)

• 13,151 Milliarden Franken compensation and benefits (14,562 Milliarden Franken im Vorjahr)

• macht 264'600 Franken pro Kopf

• Im Vorjahr: 290'700 Franken pro Kopf; 2009: 313'000 Franken pro Kopf

• Veränderung 2011 zu 2010: —9 Prozent

 

  • UBS

• 64'820 Vollzeitstellen (64'617 im Vorjahr)

• 15,593 Milliarden Franken personnel expenses (16,920 Milliarden Franken im Vorjahr)

• macht 240'500 Franken pro Kopf

• Im Vorjahr: 262'000 Franken pro Kopf; 2009: 230'000 Franken pro Kopf

• Veränderung 2011 zu 2010: —8 Prozent

respektive:
• 10,582 Milliarden Franken salaries & variable compensation. (11,345 Milliarden Franken im Vorjahr)
• macht 163'000 Franken pro Kopf (im Vorjahr 175'500 Franken pro Kopf)

 

  • Deutsche Bank

• 100'996 Vollzeitstellen (102'062 im Vorjahr)

• 15,893 Milliarden Franken compensation and benefits (im Vorjahr 15,332 Milliarden Franken)

• macht 157'000 Franken pro Kopf

• Im Vorjahr: 150'000 Franken pro Kopf; 2009: 219'000 Franken pro Kopf

• Veränderung 2011 zu 2010: +4,6 Prozent


  • Barclays

• 141'100 Vollzeitstellen (147'500 im Vorjahr)

• 16,54 Milliarden Franken total compensation costs (im Vorjahr 17,278 Milliarden Franken)

• macht 117'500 Franken pro Kopf

• Im Vorjahr 117'000 Franken pro Kopf

• Veränderung: +0,4 Prozent

 

  • JP Morgan Chase

• 260'157 Vollzeitstellen (239'831 im Vorjahr)

• 26,67 Milliarden Franken compensation expense (im Vorjahr 25,83 Milliarden Franken)

• macht 102'500 Franken pro Kopf

• Im Vorjahr 108'000 Franken pro Kopf; 2009: 130'000 Franken pro Kopf

• Veränderung 2011 zu 2010: —5 Prozent

 

  • Santander

• 193'349 Vollzeitstellen (178'869 im Vorjahr)

• 12,495 Milliarden Franken personnel expenses (im Vorjahr 11,289 Milliarden Franken)

• macht 65'000 Franken pro Kopf 

• Im Vorjahr: 63'000 Franken pro Kopf; 2009: 73'000 Franken pro Kopf

• Veränderung 2011 zu 2010: +3,1 Prozent

 

 Zum Vergleich:

  • Zürcher Kantonalbank

• 5'101 Vollzeitstellen (4'972 im Vorjahr)

• 873 Millionen Franken Personalaufwand (Vorjahr: 834 Millionen Franken)

• macht 171'000 Franken pro Kopf

• Im Vorjahr: 168'000 Franken pro Kopf

• Veränderung: +1,7 Prozent

Kommentare 

 
#5 Weitere Angaben 2012-02-16 19:00
Weitere Angaben waeren:

- Loehne als % der Revenues
- Loehen als % der Lebenserhaltskosten
- Loehne als % des Laender/Regionen Durchschnittsloehne

Dann bitte eine saubere statistische Verteilung der Loehne.

Schliesslich ist es nicht ganz egal wie die Verteilung der Loehne ist, sonst gibts wieder Banken-Bashing. Schliesslich komme ich sowohl auf einen Durchschnittslohn von ca. CHF 300,000 wenn ich:

1000 Mitarbeiter zu CHF 300,000

oder

979 Mitarbeiter zu CHF 50,000 und 21 Executive Members zu CHF 12,000,000

einstelle (!)

Nur weil die Zeit/Ressourcen fehlt, sollte man nicht schludrige Vergleiche machen und die falschen Schluesse ziehen.
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#4 Peter Kuehnis 2012-02-15 17:29
Mit solchen Zahlenspielereien kann man natürlich auch nachweisen dass auf der Welt keine Armut existiert. - Armselig aber ist der Artikel.
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#3 Pedro Pedollino 2012-02-15 16:06
Die Gehälter von überwiegend Retailbankern wie bei JPMorgan oder Barclays lassen sich natürlich nicht direkt mit denen von überwiegend IBankern (GS) oder Privatbankern (UBS) vergleichen. Aber der Trend für die Zukunft ist eindeutig. Die Löhne von IBankern hängen sehr stark von der Leverage und dem Zinsniveau ab. Erstere wird durch Basel III beschränkt und letzteres wird wohl in absehbarer Zeit steigen, denn die Zinsen können nicht ewig auf Null verharren. Das grosse Geld wird man künftig nur noch im Rohstoffhandel und bei Hedge Fonds machen...
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#2 Andreas 2012-02-15 15:42
Why? Super die Zahlen. Das Fazit kann Mann und Frau machen. Was für Werte wollen Sie noch angegeben!
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#1 Extremsport: Denken 2012-02-15 14:28
Teilweise wundere ich mich über den Inhalt von finnews.ch: Es wird lediglich der Durchschnitt angegeben und keine weitern Werte und dann wird ein Schluss gezogen...
(Dieser Beitrag wird wohl gelöscht, da er Kritik enthält.)
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