Schlechte Nachrichten für Genosse Peer

Die deutschen Genossen sollten realisieren, dass Bankdaten keine Kindertagesstätten oder Schulhäuser finanzieren, findet Thomas Sutter von der Bankiervereinigung.

Thomas_Sutter_119x178Thomas Sutter ist Leiter Kommunikation und Mitglied der Geschäftsleitung bei der Schweizerischen Bankiervereinigung

Erste Schlagzeilen eines Berichts des bekannten European Policy Forums (EPF) erreichten am vergangenen Freitag auch Deutschland.

«Vier Milliarden Pfund weniger Steuereinnahmen». Genosse Peer sass schon ganz nervös auf seinem Pferd. «Mangelnde Transparenz zwischen Staaten». Genosse Sigmar witterte schon wieder eine Verschwörung der organisierten Kriminalität. «Daten werden nicht genutzt». Genosse Norbert rief seine Wupperthaler Steuerfahnder an. Doch bei näherem Hinsehen dämmerte es den Genossen.

Die roten Wangen wurden bleich. Nicht die Schweiz ist das Ziel der Kritik. Nicht neue Daten-CDs sind auf dem Markt. Sondern in nüchternen Worten wird die Effizienz des automatischen Informationsaustauschs (AIA) innerhalb der EU empirisch analysiert und kritisiert.

Kein Heilsbringer für klamme Staatskassen

Auch wenn viele ideologisch geprägte Anhängerstaaten des AIA leider nicht mitgemacht haben, ist eines klar: Der automatische Informationsaustausch ist nicht der Heilsbringer für klamme Staatskassen, wie er immer wieder propagiert wird.

So werden die Millionen von Daten, die jährlich in Europa verschoben werden, nur stichprobenartig verwendet, höchstens manuell abgeglichen oder meist irgendwo in einem Data Warehouse «vergessen». Das EPF schätzt, dass damit den europäischen Steuerbehörden Steuereinnahmen von jährlich bis zu vier Milliarden Pfund entgehen.

Fakten stören

Bekanntlich haben Luxemburg, Österreich und das Drittland Schweiz eine Quellensteuer auf Zinseinnahmen und nicht den automatischen Informationsaustausch. Alleine aus diesen drei Ländern sind bis dato knapp 3 Millarden Pfund an Steuern in die europäischen Domizilländer überwiesen worden. Geht es nach der Effizienz und der Höhe der Steuereinnahmen, müssten Quellensteuern europaweit eingeführt werden.

Wetten, dass diese Studie medial wenig Beachtung findet, in Brüssel unter den Teppich gekehrt und in Hannover auf dem Bundesparteitag der SPD totgeschwiegen wurde? Fakten stören doch nur liebgewonnene Meinungen und Vorurteile.

Nur noch wenige Tage

So scheint es auch dem bilateralen Steuerabkommen mit Deutschland zu ergehen. Dabei sollten die deutschen Genossen lieber früher als später realisieren, dass Daten keine Kindertagesstätten oder Schulhäuser finanzieren und keine maroden Brücken und Strassen sanieren. Es sind nur noch wenige Tage, klüger zu werden und verantwortlicher zu handeln.

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NEWS GANZ KURZ

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

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