Datensicherheit: Finanzbranche überfordert

Technik macht nicht immer alles leichter. Eine Studie zeigt: Für viele Finanzdienstleister sinkt die Datensicherheit, je technisierter die Branche wird.

Viele Finanzdienstleister können mit dem Tempo der technischen Innovationen nicht mithalten. Diese Erkenntnisse kommen aus der Studie «Humans and Machines», die vom Economist Intelligence Unit und dem technischen Dienstleister Ricoh durchgeführt wurde.

Für die Studie wurden insgesamt 432 Manager in ganz Europa befragt, welche Herausforderungen der technische Fortschritt für sie bereitstellt, darunter auch Chefs aus der Finanzbranche. Und gerade dort tut man sich offenbar besonders schwer.

Schritt halten ist nicht einfach

«Es ist nicht einfach, mit dem Tempo des technologischen Wandels Schritt zu halten und gleichzeitig zu gewährleisten, dass alle Systeme miteinander verknüpft sind», kommentiert Carsten Bruhn, Executive Vice President von Ricoh Europe.

Das führt zu einer Überforderung. Für 47 Prozent der Befragten hat sich die Datensicherheit gegenüber 2009 nicht verbessert. Für 26 Prozent verschlechterte sie sich sogar. Nur jeder Dritte ist der Meinung, den Zugang zu vertraulichen Dokumenten vollständig überprüfen zu können.

Zu wenig auf Intuition gesetzt

Grund für diese Entwicklung, so Bruhn: «Führungskräfte im Finanzdienstleistungsbereich scheinen nach wie vor der Ansicht zu sein, dass Automation Wertschöpfung erzielt und Menschen nur in Einzelfällen – und selbst dann nur selten – eingreifen müssen.» Die wenigsten, gerade einmal 6 Prozent, setzen bei der Gewährung von Datensicherheit auf die menschliche Intuition.

Doch wichtig sei eben, dass sich Technik und Menschlichkeit ergänzen. «Wir haben jetzt die Chance, eine Zukunft zu erschaffen, in der die Technologie menschliche Fähigkeiten ergänzt und nicht mit ihnen in Konkurrenz tritt», so Bruhn.

Effizientere Prozesse

Sie ermögliche vielmehr die menschliche Kreativität und Innovationskraft. «Auf diese Weise wird das Geschäftsleben flexibler, Kunden können besser betreut werden, Prozesse werden effizienter, Datensicherheit und Compliance-Management effektiver.»

 

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NEWS GANZ KURZ

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

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