«Ein gefährlicher Moment für die Schweiz»

Bundespräsident Ueli Maurer stellt sich unmissverständlich gegen den automatischen Informationsaustausch. Es bestehe auch kein Druck, sich neu auszurichten.

Die Steuersünder-Daten von Offshore-Leaks und der Richtungswechsel in der Fiskalpolitik Luxemburgs haben auch politische Wellen in der Schweiz geschlagen. BDP-Präsident Martin Landolt etwa sieht in der Entwicklung eine Chance für die Schweiz, ein globales Modell des internationalen Austauschs von Finanzinformationen zu lancieren.

«Wir müssen uns gemeinsam einsetzen für einen Informationsaustausch, der nicht nur in Europa gilt, sondern global», sagte Landolt gegenüber «NZZ Online». Auch für die CVP wäre der automatische Informationsaustausch offenbar eine Option.

Bundespräsident bremst

Doch es gibt auch andere Stimmen. Bundespräsident Ueli Maurer sieht sich überhaupt nicht im Zugzwang. «Nun ist ein gefährlicher Moment für die Schweiz. Aber im Gegensatz zu Luxemburg sind wir nicht in der EU. Wir halten uns an den OECD-Standard», sagte Maurer in einem Interview mit der Westschweizer Zeitung «Le Matin Dimanche».

Derzeit gebe es für die Schweiz aber keinen Grund, ihre Strategie zu ändern. «Die einzige Sache, die uns veranlassen könnte, unsere Position zu ändern, ist der interne Druck. Sonst halten wir an unserer Linie fest und lassen uns nicht von den Geschehnissen in Europa beeinflussen», führte Maurer weiter aus.

Kritik an die Medien

Weiter kritisierte Maurer auch die Berichterstattung über die Entwicklung im internationalen Steuerstreit in der Presse. Die Medien würden sich zu wenig auf die Schweizer Werte und auf das kulturelle Erbe der Schweiz, berufen.

Vielmehr seien die Medien auf der Suche nach der grossen Story. Würde die mediale Berichterstattung über den Steuerstreit sich mehr an Schweizer Werten orientieren, könnte die vorherrschend kritische Meinung in der Schweiz [und damit die Forderung nach einem automatischen Informationsaustausch] gekehrt werden, ist Maurer überzeugt.

Pochen auf Drittstaat-Status

Auch für Patrick Odier ist der automatische Informationsaustausch keine valable Option. Der Präsident der Schweizerischen Bankiervereinigung beharrt auf dem Modell der Abgeltungssteuer, wie sie bereits mit Österreich und Grossbritannien Praxis ist.

«Die Schweiz ist ein Drittstaat, von dem man keine gleichwertigen Massnahmen verlangen kann, insbesondere hinsichtlich des Zinsbesteuerungsabkommens», erklärte Odier in einem Interview ebenfalls in der Westschweizer Sonntagszeitung «Le Matin Dimanche» (Artikel nicht online). Er erinnerte daran, dass es zurzeit kein Verhandlungsmandat der EU gebe.

 

 

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NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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