Mit Google Börsencrashs vorhersagen

Der Internetriese hat noch mehr Macht als gedacht: Laut einer Studie lassen sich mit der Suchmaschine sogar Crashs an den Börsen vorhersagen.

Seitdem ein falscher Tweet der Nachrichtenagentur AP für einen Mini-Crash an der US-Börse sorgte, läuft die Diskussion über die Macht des Internets an den Börsen heiss. Eine neue Studie zeigt, wie sehr die digitale und die Finanzwelt tatsächlich zusammenhängen.

Forscher der University of Warwick Business School haben untersucht, ob sich mit Hilfe der Suchmaschine Google Einbrüche an den Börsen vorhersagen lassen. Und tatsächlich: Es besteht ein Zusammenhang zwischen Google-Suche und Börsencrash.

Dass es diesen zwischen der Anzahl von Suchanfragen und Käufen und Verläufen bestimmter Aktien gab, hatten Forscher Tobias Preis, Helen Moat und E. Eugene Stanley bereits herausgefunden. Doch einen Zusammenhang mit dem Preis konnten sie da noch nicht wirklich erkennen.

Korrelation gefunden

Nun haben die Wissenschaftler nochmals angesetzt. Für den Zeitraum von 2004 bis 2011 untersuchten sie, wie häufig Suchbegriffe wie «Krise», «Derivate» oder «Schulden» in den Suchanfragen der Google-Nutzer vorkamen.

Wenn diese Suchanfragen zunahmen, beschlossen sie, die Märkte zu shorten, wenn es weniger wurden, gingen sie long – in der Hoffnung, dass die Werte ihrer Aktien sich steigern würden.

Und tatsächlich: Die Forscher fanden heraus, dass ein Anstieg bestimmter Google-Suchen tatsächlich den Einbruch der Märkte vorhersagen kann.

Vor allem «Schulden» viel gesucht

Besonders verlässlich war die Suchanfrage «debt», also «Schulden». Wenn sie den Markt bei einem Anstieg der «debt»-Suchen shorteten und bei einem Abflauen long gingen, konnten die Studien-Autoren ihr hypothetisches Portfolio um ganze 326 Prozent steigern. 

«Schlechten Zeiten an den Märkten gehen meist Perioden der Sorge voraus», so die Autoren. Daher sei das Ergebnis im Grunde nur rational. Doch, so bahnbrechent die Erkenntnisse auch sind: Für den durchschnittlichen Aktienhändler dürfte es schwer werden, sie für sich zu nutzen, so Tobias Preis, Co-Autor der Studie.

«Märkte tendieren dazu, sich anzupassen». Wenn jeder die Google-Suche nutze, werde die Strategie ineffektiver. Ausserdem würden sich auch die relevanten Begriffe ständig ändern. Wenn man in der Lage sei, in Echtzeit zu beobachten, welche Begriffe relevant seien, dann könnte man sich also damit eine goldene Nase verdienen.

• Die Studie: Tobias Preis, Helen Susannah Moat, H. Eugene Stanley, «Quantifying Trading Behavior in Financial Markets Using Google Trends», in «Nature», 25. April 2013

• Über die Studie: «Live Science», «Bloomberg Businessweek», «Forbes»

 

 

 

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