Kurt von Storch: «Ein solcher Kuhhandel würde den Goldpreis beflügeln»

Für den deutschen Vermögensverwalter Kurt von Storch ist der wichtigste Grund, Gold zu halten, mehr denn je gültig.

Kurt von Storch 1Der irische Dramatiker George Bernard Shaw habe in seinem Werk «The Intelligent Woman's Guide to Socialism and Capitalism» festgestellt, dass ein Investor die Wahl habe, zwischen der natürlichen Stabilität von Gold und der Ehrlichkeit und Intelligenz der Regierungsmitglieder», schreibt Kurt von Storch (Bild), Mitgründer und Vorstand des deutschen Vermögensverwalters Flossbach von Storch, in der Zeitschrift «Denaris». «Und mit allem notwendigen Respekt für diese Gentlemen, ich rate Ihnen, solange das kapitalistische System währt, entscheiden Sie sich für Gold.»

Weltweit für sich die Notenbanken dabei überbieten, Anleihen aufzukaufen und so die Geldmenge auszuweiten, mit unkalkulierbaren Risiken für das Finanzsystem, so von Storch weiter.

Mindestens noch ein Jahr Anleihenkäufe

Die Summe der Bilanzen von Federal Reserve (Fed), Europäischer Zentralbank (EZB), Bank of Japan und Bank of England betrage heute mehr als 9'000 Milliarden Dollar; 2007, vor Ausbruch der Finanzkrise, waren es gerade einmal 3'000 Milliarden Dollar gewesen. «Ein neuerlicher Anstieg ist bereits vorprogrammiert», gibt sich von Storch überzeugt.

Die Fed werde zumindest noch ein weiteres Jahr Anleihen aufkaufen; in Japan hätten die Notenbanker gerade erst damit begonnen. Und die EZB werde bald aktiv werden müssen, um die Refinanzierungskosten der hochverschuldeten Staaten innerhalb der Eurozone zu drücken.

Fast schon zynisch

«Es ist davon auszugehen, dass die Notenbanken künftig sogar noch stärker in die Staatsfinanzierung eingebunden werden und ihre Unabhängigkeit schwindet», sagt von Storch. Fast schon zynisch sei daher der Gedanke, dass sie irgendwann ihre Bilanzen reduzieren könnten, indem sie die erworbenen Staatsanleihen einfach schreddern, um so die hohe Staatsverschuldung zu reduzieren.

«Ein solcher Kuhhandel mit der Politik würde das Vertrauen in unser Papiergeldsystem erschüttern und den Goldpreis mehr beflügeln als jedes Anleiheaufkaufprogramm zuvor», erklärt Kurt von Storch.

Absicherungsgold disponieren

Spätestens wenn sich die Erkenntnis durchsetzen werde, dass es keinen geregelten Ausweg aus der Politik des billigen Geldes mehr gebe, werde sich der strategische Grund für den Besitz von Gold, nämlich die Vermögenssicherung, wieder in den Vordergrund rücken. «Investoren tun deshalb gut daran, einen Teil ihres Vermögens als Absicherungsgold zu disponieren», sagt von Storch.

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